Ab dem 1. Januar 2026 gibt es eine neue Struktur der Kirchengemeinden. Zahlreiche Schutterer sind zur Informationsveranstaltung mit Dekan Johannes Mette gekommen und betonten die Notwendigkeit für ein Gemeindeteam.
Die bisherigen fünf Seelsorgeeinheiten An der Schutter, Ettenheim, Friesenheim, Kippenheim Maria Frieden und Rust mit insgesamt 27 Pfarreien werden ab dem Jahr 2026 gemeinsam einen neuen pastoralen Raum mit rund 42 000 Katholiken bilden. Für die einzelnen Pfarreien bedeutet dies, in Gemeindeteams eigene Sorge für die Verwirklichung von Grunddiensten in der Kirche zu tragen. Zu den Grunddiensten zählen Verkündigung des Glaubens, Feier der Gottesdienste, Dienst für die Menschen und Bildung von Gemeinschaften, stellte Dekan Mette am Dienstagabend die Pfarreisatzung kurz vor.
Im Grunde bedeute die Bildung eines Gemeindeteams, weiterhin der Kirche im Ort ein Gesicht zu geben. Nie war dieser Ausdruck jedoch wichtiger in der Katholischen Kirchengemeinde denn je. In Schuttern gehe es ums Ganze, denn das Gemeindeleben bröckele. „Noch nie, gab es ein Ostern, bei dem es uns an Ministranten fehlte“, brachte es Beate Hug auf den Punkt.
Schuttern hat so gut wie keine Ministranten
„In Schuttern gibt es so gut wie keine Ministranten mehr“, fügte Monika Rudolf mit ein und fragte sich weiter: „Wer übernimmt künftig die Sternsingeraktion?“ Beide Schutterinnen fühlen sich mit der Kirche innig verbunden und bringen sich seit vielen Jahrzehnten ein. Hug ist Vorsitzende des Katholischen Kirchenchors und fühlt sich im Ehrenamt an vielen Stellen innerhalb der Kirche berufen. Rudolf gehört seit vielen Jahren dem Pfarrgemeinderat an. Unter ihrer Obhut, im Team mit anderen Ehrenamtlichen, finden auch die Seniorennachmittage statt. An beiden geht auch der Ruf nach den ehrenamtlichen Putzdienst in der Kirche nicht ungehört vorüber.
Zum Informationsabend zur Bildung eines Gemeindeteams in Schuttern hatte Dekan Johannes Mette eingeladen. 15 Interessierte sind gekommen. Darunter auch die Pfarrgemeinderäte Georg Kempf, Monika Rudolf und Klaus Fimm. V
Funktionen können stets niedergelegt werden
Viele, die gekommen sind, bringen sich seit Jahrzehnten in die Pfarrgemeinde ein und wünschen sich auch nach der Gründung der großen Kirchengemeinde ein lebendiges Gemeindeleben. Alle eint der Wille, das Einschlafen von Gemeinschaft aufhalten zu wollen.
Dekan Mette hat die Pfarreisatzung zur Bildung von Gemeindeteams vorgestellt. Gleichzeitig versuchte er Ängste, verbunden mit zu viel Verantwortung, die an einer Person hängen bleibe zu nehmen. Sicher brauche es eine Person, die Ansprechpartner für die Hauptamtlichen wäre, aber das Gemeindeteam selbst, entscheide frei über Art und Weise seiner Arbeit. Jedes Gemeindeteam verfüge auch über ein eigenes Budget. Das Gemeindeteam entscheide selbst über die Verteilung von Aufgaben. Ein Gemeindeteam dürfe auch wachsen und könne jederzeit Personen zur weiteren Mitarbeit hinzuziehen. Jedes Mitglied könne auch die von ihm übernommene Funktion jederzeit niederlegen. Gemeindeteams rufen auch Gemeindeversammlungen zusammen, um Ideen und Fragen des kirchlichen Lebens gemeinsam zu erörtern.
Junge Familien sollen den Weg in die Kirche finden
Nachdem Dekan Mette die Eckpfeiler zur Bildung eines Gemeindeteams vorgestellt hatte, gaben einige der Anwesenden ihre Zustimmung zur Bildung eines Gemeindeteams. Ihnen ist es eine Herzensangelegenheit, dass die Kirche wieder neu belebt wird. „Vor allem junge Familien sollen wieder den Weg in die Kirche finden“, betonte Hug und erinnerte an Kindergottesdienste, die in früheren Jahren eher die Regel, denn eine Ausnahme waren. Ideen zur Gestaltung von Kirche mit einem lebendigen Gesicht gibt es in Schuttern genug. Jetzt muss sich der Gedanke an ein Gemeindeteam erst einmal setzen, nach weiteren Mitstreitern wird gesucht und ein nächster Termin darf schon auf der Agenda stehen. Hier erfährt Schuttern von der Gemeindeassistentin Selina Thomassin Unterstützung und einen baldigen Termin zum weiteren Treffen, wenn es zur Bildung eines Gemeindeteams kommen wird. In Schuttern gilt: Die Kirche soll ihr Gesicht behalten, weil sich Menschen einbringen und Kirche mitgestalten wollen.
Infos zur Änderung
Am 1. Januar 2026 gilt die neue Kirchengemeinde Südliche Ortenau. Ab Januar 2026 sollen auch die Gemeindeteams offiziell gebildet werden. Weitere Informationen gibt es unter www.kath-dekanat-lahr.de/kirchenentwicklung2030 oder www.kirchenentwicklung2030.de.