Dekan Michael Knaus verlässt das Dekanat Zollern bereits zum 30. September, sein Abschied wird am 16. Juli gefeiert. Im Gespräch erläutert er die Gründe für den vorgezogenen Abschied.
Dass Michael Knaus als Dekan des Dekanats Zollern im Zuge des Projekts „Kirchenentwicklung 2030“ zum Jahreswechsel 2025/2026 Hechingen verlässt, ist seit längerem bekannt. Nun steht fest, dass der Abschied ein Quartal früher bevorsteht. Offiziell erfolgt der Stellenwechsel nach Singen, wo Michael Knaus als Leitender Pfarrer der künftigen Pfarrei „Herz Jesu Singen“ tätig sein wird, zum 30. September. Der Abschiedsgottesdienst samt Festakt ist für den 16. Juli, ab 18 Uhr in der St. Nikolaus-Kirche in Bisingen terminiert.
Warum kommt der Wechsel ins Hegau nun früher als vorerst angenommen? Der Impuls ging vom Erzbistum Freiburg aus und betrifft alle deren 36 künftige Pfarreien. Der Hintergrund: Alle maßgeblich leitenden Kräfte der jeweiligen Kirchengemeinden sollen drei Monate vor der offiziellen Verschmelzung der Pfarreien dort arbeiten, wo sie es auch später tun werden. „Das Ziel ist es, ein Vierteljahr Vorlauf zu haben“, erklärt Knaus im Gespräch. So sollen die künftigen Teams die Möglichkeit bekommen, sich kennenzulernen und einzuarbeiten. Für die hiesige Region bilden die derzeitigen Seelsorgeeinheiten St. Luzius Hechingen, Burladingen-Jungingen, Bisingen-Grosselfingen-Rangendingen, Eyachtal-Haigerloch und Empingen-Dießener-Tal ab dem 1. Januar 2026 die Kirchengemeinde Zollern.
Sommerferien ein Grund für Abschiedsfeier im Juli
Dass am 16. Juli aber schon der Abschied des 49-Jährigen gefeiert wird, kommt dann doch etwas überraschend. Auch dahinter stecken terminliche Gründe. Zwischen Ende Juli und Mitte September seien nun mal Sommerferien – für Knaus ein schlechter Zeitpunkt, um möglichst vielen Gläubigen einen persönlichen Abschied zu ermöglichen. „Und zwei Wochen muss ich noch für den Umzug einkalkulieren“, führt Knaus weiter aus. Schaue man in den Terminkalender, blieben nicht mehr viele Tage nach dem 16. Juli übrig. Und mit anderen Höhepunkten wie dem Irma-West-Kinderfest wolle er mit seiner Abschiedsfeier nicht in Konkurrenz treten.
Trotzdem macht Knaus deutlich: „Nur weil am 16. Juli gefeiert wird, heißt das nicht, dass ich nicht mehr in Hechingen erreichbar bin.“ Bis Mitte September sei nach wie vor für das Dekanat Zollern zuständig. „Und das mit vollem Einsatz und Engagement“, wie der gebürtige Albstädter versichert. Unter anderem habe er auch die Beerdigungsbereitschaft über den Sommer.
Dazu ist er weiter in voller Verantwortung in die Projektkoordination „Kirchenentwicklung 2030“ an seinem derzeitigen Arbeitsplatz involviert. „Ich habe ein großes Interesse daran, dass es hier gut weitergeht.“ Dabei sei schon viel erreicht worden. „Wir arbeiten jetzt schon in dem Betrieb, wie es 2030 sein soll.“ Diese Ausgangslage findet Knaus in seiner künftigen Pfarrei wohl nicht vor; die Ausgangslagen seien aber auch nicht vergleichbar. Denn: Die Kirchengemeinde Zollern entsteht aus den Seelsorgeeinheiten, die bereits jetzt das Dekanat Zollern bilden und so schon zusammengearbeitet haben. Dem Dekanat Hegau hingegen brechen durch die Reform Seelsorgeeinheiten an den Gebietsrändern weg.
Trotzdem seien die vergangene Zeit anstrengend gewesen: „Ich war drei Jahre lang die meiste Arbeitszeit in Besprechungen“, schildert Knaus seinen Alltag. Das Projekt „Kirchenentwicklung 2030“ fordere ein hohes Maß an Kommunikation – sei es bei bistumsweiten Vernetzungskonferenzen oder mit den Gemeindeteams und Kirchengemeinderäten vor Ort.
Gemeinde soll selbst mehr Eigeninitiative übernehmen
Die Verschmelzung der Seelsorgeeinheiten solle indes für Außenstehende nicht spürbar sein. „Viel mehr ist eine innere Haltungsänderung“, beschreibt Knaus, der seit Februar 2018 in Hechingen ist. Die grundsätzliche Idee: Der Pfarrer soll nicht mehr der alleinige Fixpunkt sein, stattdessen ist die Gemeinde aufgefordert, Initiative zu übernehmen.
Diesen Prozess wird Knaus ab 1. Oktober in Singen begleiten. Mit dem Stellenwechsel hadert er nicht. „Das gehört zu meinem Beruf dazu.“ Die Kontakte ins Zollerische werden – da ist der 49-Jährige sich sicher – nicht abbrechen.
Infos zur Abschiedsfeier und der künftigen Kirchengemeinde Zollern
Abschiedsfeier
Wer bei der offiziellen Abschiedsfeier von Dekan Michael Knaus dabei sein will, kann sich den Mittwoch, 16. Juli, vormerken. Ab 18 Uhr steigt ein kurzer Gottesdienst in St. Nikolaus in Bisingen, anschließend ist ein Festakt in der Hohenzollernhalle geplant. Zu Gast ist auch der Generalvikar des Erstbistums Freiburg und damit der direkte Vorgesetzte von Knaus. Warum wird in Bisingen gefeiert? Einerseits ist die Stadthalle Museum in Hechingen an diesem Tag anderweitig belegt, dazu liege Bisingen – betrachtet man das künftige Gebiet der Kirchengemeinde Zollern – verkehrsgünstig und zentral.
Kirchengemeinde Zollern
Ab dem 1. Januar 2026 leitet Thomas Fürst die katholische Kirchengemeinde Zollern. Rund 33 800 Katholiken gehören der künftigen Pfarrei St. Jakobus an. Stellvertretender Leitender Pfarrer wird Holger Cerff. Er wird voraussichtlich ab dem 15. September in das Gemeindehaus St. Jakobus in Hechingen ziehen. 2026 soll dann ein weiterer Priester das Seelsorgeteam unterstützen.