Mancher Euro wird zweimal umgedreht, bevor er ausgegeben werden darf. Foto: Zerbor - stock.adobe.com

Der Gemeinderat von Deißlingen hat das Investitionsprogramm für die Jahre 2026 bis 2029 intensiv beraten. Striktes Budgetmanagement war angesagt.

Für das Jahr 2026 sind Auszahlungen in Höhe von rund 7,34 Millionen Euro vorgesehen. Um die geplanten Investitionen zu finanzieren, ist eine erhebliche Entnahme aus den Rücklagen in Höhe von etwa 5,1 Millionen Euro notwendig.

 

Die Beratungen standen unter dem Zeichen, zwischen wünschenswerten Anschaffungen und notwendigen Investitionen zu differenzieren.

Einige Projekte und Anschaffungen wurden konkret beschlossen, andere hingegen verschoben oder ganz gestrichen, um das Budget im Jahr 2026 zu entlasten.

So wird die Ersatzbeschaffung für den Kubota Kleintraktor in Höhe von 65 000 Euro im Haushalt 2026 umgesetzt. Im Gegensatz dazu wurde die Anschaffung eines Grillo Großflächenmähers (80 000 Euro) auf das Jahr 2027 verschoben. Die Verwaltung erhielt zudem den Auftrag, für das kommende Jahr nach kostengünstigeren Alternativen oder gebrauchten Geräten zu suchen.

Ja zu Laubbläsern

Die Ersatzbeschaffung eines Hochdruckreinigers (4000 Euro) wurde vollständig gestrichen. Hingegen bleiben die Anschaffung von Akku-Heckenscheren (1000 Euro) und Laubbläsern (800 Euro) bestehen.

Zur Kosteneinsparung entschied man sich bei der Sanierung der Schüttboxen am Bauhof für die günstigere Holzvariante anstelle der teureren Betonlösung.

Die Ersatzbeschaffung der Atemschutztechnik für die Feuerwehr (80 000 Euro) wurde als notwendig eingestuft und genehmigt. Feuerwehrkommandant Fabian Frank erläuterte, dass eine Umstellung auf moderne Überdrucktechnik erforderlich sei, um den Schutz der Einsatzkräfte zu gewährleisten und die hohen Wartungskosten für die veralteten Normaldruckgeräte künftig zu vermeiden.

WLF ersetzt MLF

Ein weiterer bedeutender Investitionsposten ist die Beschaffung eines Wechselladerfahrzeugs (WLF) inklusive Abrollbehälter-Tank (AB-Tank) für 500 000 Euro. Dieses Fahrzeug ersetzt das ältere MLF und wurde als flexibelste und wirtschaftlichste Lösung bewertet. Besonders im Hinblick auf mögliche überregionale Kooperationen mit dem Landkreis wird diese Investition als sinnvoll erachtet.

Straßen müssen warten

Die geplante Sanierung der Brühlstraße (360 000 Euro) und der Bahnhofstraße (502 000 Euro) wurde auf Antrag von Katrin Spadinger (DUL) auf spätere Haushaltsjahre verschoben. Stattdessen soll die Sanierung der Pfarrgasse im Jahr 2026 beginnen.

Weitere Investitionen umfassen den Stromanschluss für einen Defibrillator am Ortseingang Lauffen (5000 Euro) sowie die Anschaffung mobiler Überwachungskameras (4300 Euro) zur Bekämpfung von Problemen wie wildem Müll und Vandalismus. Die Ersatzbeschaffung von Instrumenten für die Bläserklasse der Aubert-Schule (10 000 Euro) wurde ebenfalls genehmigt.

Gegen 23 Uhr ist Schluss

Aufgrund der fortgeschrittenen Uhrzeit und der Dringlichkeit der Haushaltsberatungen wurden eine weiterführende Überprüfung der Steuer- und Abgabensätze sowie die Kalkulation des Wärmetarifs (mit Ausnahme der bereits beschlossenen Anpassung der Gewerbesteuer) abgesetzt. Die Gemeinderatssitzung endete erst kurz nach 23 Uhr.