Der sechste runde Tisch Seniorenarbeit in Deißlingen bot erneut eine wertvolle Plattform für den Austausch über die Zukunft der Altenhilfe.
Bürgermeister Ralf Ulbrich betonte in seiner Begrüßung die Notwendigkeit, die Seniorenarbeit angesichts der demografischen Entwicklung stetig weiterzuentwickeln und Impulse für die Gemeinde zu setzen.
Als Gastreferent gab Boris Strehle von der Stiftung St. Franziskus einen fundierten Ausblick auf die Altenhilfe im Landkreis Rottweil und verdeutlichte, dass die Zahl der Pflegebedürftigen bis 2045 massiv ansteigen werde.
Er verwies dabei auf die Herausforderungen durch den Fachkräftemangel und bürokratische Hürden, betonte jedoch gleichzeitig die Chancen durch Digitalisierung und die unverzichtbare Rolle des Ehrenamts im Sinne einer stabilen Sozialraumorientierung.
15,5 Prozent älter als 75 Jahre
Deißlingen sei derzeit sehr gut aufgestellt, betonte der Referent, aber man dürfe nicht stehen bleiben, sondern müsse sich stets weiterentwickeln. Diese Einschätzung wurde durch die von Sonja Bayer präsentierten Sozialhilfedaten für Deißlingen eindrucksvoll untermauert. Mit einem Anteil von 15,5 Prozent der Bevölkerung über 75 Jahren zählt Deißlingen zu den „ältesten“ Gemeinden im Landkreis, wobei auch die Quoten für häusliche und vollstationäre Pflege deutlich über dem Kreisdurchschnitt liegen. Sonja Bayer hob in ihren Ausführungen hervor, dass die aktive Seniorenarbeit und die gut ausgebaute Infrastruktur maßgeblich dazu beitragen, dass viele ältere Menschen gerne in Deißlingen und Lauffen leben.
Perspektiven aus der Praxis
In der Diskussion brachten sich die Teilnehmer, unter anderem Eberhard Sinner, Alice Lamers, Bruno Bantle und Hubert Holl, mit wichtigen Perspektiven aus der Praxis ein. Es wurde deutlich, dass die bestehenden Angebote eine solide Grundlage bilden, aber eine noch engere Vernetzung und präventive Maßnahmen gegen Altersarmut notwendig seien.
Abschließend dankte Bürgermeister Ulbrich allen Beteiligten für den konstruktiven Dialog und hielt fest, dass die Sicherung der Lebensqualität im Alter eine zentrale Gemeinschaftsaufgabe für die Gemeinde und der Gesellschaft bleibe.