Der Bauausschuss macht sich vor Ort ein Bild von der geplanten Baumaßnahme. Foto: Reinhardt

Der Bauausschuss des Gemeinderats sprach über den Trafoturm-Umbau und hatte Einwände gegen die Pläne des Bauherrn.

Im Rahmen einer öffentlichen Vor-Ort-Sitzung befasste sich der Bau- und Umweltausschuss der Gemeinde Deißlingen intensiv mit den geplanten baulichen Veränderungen am markanten ehemaligen Trafoturm in der Neckartalstraße 6.

 

Das historische Gebäude, das am sensiblen Eingangsbereich zum Landschaftsschutzgebiet Neckartal liegt, soll nach dem Erwerb durch einen privaten Eigentümer umfassend umgestaltet und einer neuen Nutzung zugeführt werden.

Mit Verkaufsautomat

Die Planung sieht vor, den Turm optisch aufzuwerten und im Erdgeschoss einen Verkaufsautomaten für Besucher des Neckartals einzurichten. Wesentlicher Bestandteil des Vorhabens ist zudem ein rückwärtiger Anbau, der als Garage und Lagerfläche dienen soll. Dieser Anbau ist als zweigeschossiger Baukörper mit einer Traufhöhe von 6,50 Metern konzipiert.

Da sich das Grundstück im Bereich einer Abrundungssatzung befindet, muss sich das Bauvorhaben in die Eigenart der näheren Umgebung einfügen. In der Diskussion vor Ort, äußerten Mitglieder des Ausschusses sowie der Vorsitzende Ralf Ulbrich deutliche Bedenken hinsichtlich der geplanten Kubatur.

Mächtigkeit des Anbaus

Kritisiert wurde vor allem die Mächtigkeit des Anbaus, der den historischen Turm in seiner Wirkung zu dominieren drohe. Mehrere Gemeinderäte forderten eine städtebauliche Unterordnung des neuen Baukörpers, damit der Turm weiterhin als prägende Landmarke erkennbar bleibe. Auch die komplexe Dachlandschaft mit drei verschiedenen Neigungen und die Auskragung des Gebäudes in Richtung des Weges stießen auf Kritik.

Abstimmung: drei zu sieben

Trotz der grundsätzlichen Bereitschaft, die Entwicklung an dieser Stelle zu unterstützen, fiel das Stimmungsbild des Ausschusses negativ aus. In einer informellen Abstimmung sprachen sich sieben Mitglieder gegen die aktuelle Planung aus, während nur drei zustimmten.

Der Bauherr wurde dazu ermutigt, das Konzept dahingehend zu überarbeiten, dass die Traufhöhe deutlich reduziert wird, vorzugsweise auf ein Niveau unterhalb der Turmmitte. Zudem solle der Anbau die Flucht des Turms aufnehmen und eine einheitliche, kompaktere Dachlandschaft erhalten. Die Verwaltung wird diese Anregungen an den Planer rückkoppeln, bevor ein Bauantrag gestellt wird.