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Deißlingen Wirtschaftsforum: Sind E-Autos schwachsinn?

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Gepannt lauschen die Zuhörer dem Vortrag von Franz Josef Radermacher beim Deißlinger Wirtschaftsforum. Foto: kw

Deißlingen - Franz Josef Radermacher ist ein international gefragter Redner, renommierter Wissenschaftler und erfolgreicher Buchautor: Beim Deißlinger Wirtschaftsforum zog der Professor der Universität Ulm die Zuhörer mit seinen kurzweiligen und interessanten Ausführungen in den Bann.

Er sprach zum Thema "Energie - Klima - Zukunft, Navigieren in schwierigem Gelände". Der eine oder andere Zuhörer verließ wahrscheinlich recht ernüchtert oder gar frustriert die Veranstaltung. Denn: Der Mathematiker, Informatiker und Wirtschaftswissenschaftler - er ist seit 2000 Mitglied des wissenschaftlichen Beirats beim Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur sowie Mitglied des "Club of Rome", einem Zusammenschluss von internationalen Experten für nachhaltige Entwicklung - rüttelte massiv an den bisherigen Vorstellungen eines manchen Unternehmers zu den Bereichen Klimaschutz, CO2-Ausstoß und den möglichen Gegenmaßnahmen.

Der Klimawandel sei ein äußerst globales Problem, betonte der Verfechter für eine ökosoziale Balance zwischen Wirtschaft, Sozialem und Ökologie zum Einstieg und forderte vehement: "Man muss sich von einer Deutschland-Lösung trennen und internationale Lösungen finden." Das Weltklima könne nicht in Deutschland gerettet werden, betonte der Professor und Botschafter für digitale Transformation an der Zeppelin-Universität Friedrichshafen und früherer Professor für Datenbanken und künstliche Intelligenz an der Universität Ulm. Dringend erforderlich seien globale Maßnahmen.

Sein Grundansatz: Wohlstand gehe nur mit Energie. "Fahren wir die Energie zurück, fahren wir den Wohlstand zurück, damit macht man sich aber keine Freunde." Es würde weiterhin preiswerte Energie gebraucht. Der Leiter des Ulmer Forschungsinstitut für anwendungsorientierte Wissensverarbeitung machte klar: "Armut ist gut fürs Klima, doch das ist nicht sexy." Verarmung würde dem Klima zweifelsohne helfen.

Zu den CO2-Emissionen nannte er beeindruckende Zahlen. Die Chinesen verursachten so viele Emissionen wie die USA, Japan und Europa zusammen. Das seien pro Kopf 7,5 Tonnen, in Deutschland liege der Kohlenstoffdioxyd Ausstoß bei zehn Tonnen pro Einwohner. Frankreich komme wegen seiner Atomkraftwerke nur auf fünf Tonnen. Europa spiele bei den Emissionen keine Rolle, rechnete Radermacher vor. Weltweit würden derzeit 1000 Kohlekraftwerke gebaut.

Es gäbe aber auch andere Lösungen als die Verarmung, um dem Klimawandel entgegen zu wirken. Radermacher plädierte für die Entwicklung und Nutzung synthetischer Kraftstoffe ("grünes" Methanol). Hierbei müssten Europa und Afrika eng zusammenarbeiten. Elektrofahrzeuge ("Da sind wir im Bereich eines Gehirnschadens") seien aus klimatechnischer Sicht Schwachsinn, speziell wenn sie mit Kohlestrom fahren würden. Der Entstehungsprozess würde nicht mit eingerechnet. Radermacher meint: "Für den Normalbürger ist das keine Lösung, in Rumänien geht das gar nicht und erst recht nicht in Peru." Globale Maßnahmen seien erforderlich. Dazu gehörten hochwertige, internationale Kompensationsprojekte, die insbesondere CO2 wieder aus der Atmosphäre herausholten. Dies sei über massive Aufforstung in den Tropen und über Humusbildung in der Landwirtschaft zu erreichen. Weltweite massive Aufforstungen von 500 Millionen bis eine Milliarde Hektar auf degradierten Böden wären möglich. Für den Schutz und den Erhalt der Regenwälder müssten erhebliche Finanzmittel aufgebracht werden. Nach dem Brand der Kirche Notre Dame hätten viele gespendet, jetzt brenne der Regenwald und niemand rühre sich - zitierte der Referent einen Kollegen.

Er richtete einen Appell an die versammelten Unternehmer: "Wir sollten in Deutschland endlich beginnen, uns für globale Ansätze im Klimaschutz zu engagieren".

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