Die Böschung ist unterspült und an den Brückenträgern nagt der Zahn der Zeit – pardon, der Rost. Foto: sb

Bauausschuss besichtigt Brücken und Wege. Ziel: Durchgängige Begehbarkeit. Neue Brücke kostet 10 .000 Euro.

Deißlingen - Ein durchgängiger Fußweg entlang des Neckars auf Deißlinger Gemarkung: So lautet der Wunsch von Gemeinderat und Verwaltung, der auch im Gemeindeentwicklungsplan so festgehalten ist. Die Umsetzung der Idee ist aber nicht ganz so einfach.

Die durchgängig begehbare Neckaraue als zur Erholung dienendes Naturerlebnis für Einheimische wie auch für Touristen. Eine Vorstellung, die in Deißlingen schon seit einigen Jahren im Raum steht. Bei einem Vororttermin machten sich Bauausschuss und Anwohner ein Bild von einem Neckarabschnitt in der Ortsmitte.

Brücke Oberhofenstraße: Gemeinderat Wolfgang Dongus regt an, die Substanz der Trennmauer zwischen Straße und Gehweg zu überprüfen, denn diese bröckle ziemlich auffällig.

Ortsbaumeister Rainer Braun macht den Test – und tatsächlich. "Im besten Fall sind das Frostschäden", kommentiert Dongus. Die Schäden könnten aber genauso vom Schwerlastverkehr stammen, der die Brücke seit einigen Wochen aufgrund einer größeren Baustelle in diesem Gebiet überquert. Er fragt sich, ob die Tonnagebeschränkungen auch eingehalten werden.

 Neckar entlang der Friedrichstraße: Die Verwaltung schlägt den Gemeinderäten vor, auf der rechten Neckarseite einen geschotterten Fußweg anzulegen. So könne man dem Flusslauf folgen, ohne – wie bislang – über die Friedrichstraße ausweichen zu müssen.

Im Gespräch mit Anwohnern stellte die Verwaltung aber schnell fest, dass ein solcher Weg auf Privatgrundstücken angelegt werden müsste. "Dazu bin ich nicht bereit", macht eine Anwohnerin klar. "Wir haben hier Feuersalamander, Blindschleichen und andere tolle Tiere – ein Fußweg würde alles zerstören". Die Idee wird wieder verworfen.

Gemeinderat Bernd Angst schlägt daraufhin vor, die Friedrichstraße für Fußgänger und Radfahrer sicherer zu machen. Wolfgang Dongus wirft die Idee eines abgegrenzten Radweges in den Raum. Bürgermeister Ralf Ulbrich will sich deswegen mit dem Landratsamt in Verbindung setzen.

Teilweise verrostete Brückenträger vorhanden

 Brücke Kurze Straße/Friedrichstraße: Hier drückt der Schuh am meisten: Ortsbaumeister Braun zeigt den Gemeinderäten die verrosteten Brückenträger sowie die unterspülte Böschung. Wegen Absturzgefahr für Fußgänger habe man die Böschung bereits mit einem provisorischen Gitter gesichert.

Trotzdem: "Da müssen wir sofort ran, nicht dass noch was passiert", findet Karin Schmeh. Der Bürgermeister stimmt ihr zu, mit dem Besitzer des Wasserrechts habe man sich bereits abgesprochen. Die Verwaltung präsentiert den Räten Entwürfe einer neuen Brücke. Nach diesem Grundkonzept sollen sukzessive auch die anderen Deißlinger Neckarbrücken gestaltet werden. Die tragenden Elemente sind aus Stahl, Holz sorgt für eine Fachwerkoptik. "Das passt in den Schwarzwald und unser Dorfbild", findet Ulbrich. Nach einigen Diskussionen stimmt der Bauausschuss dem Entwurf zu.

Rund 10.000 Euro wird die neue Brücke kosten. Im gleichen Zug sollen der schadhafte Asphalt erneuert und die Böschung abgeflacht werden. So könne man das unschöne Geländer stellenweise ganz weglassen.

 Altbachklamm: Keine zwei Personen können an den besonders engen Stellen des Fußwegs in Richtung alte Mühle nebeneinander laufen. "Deshalb wollen wir den Weg an einigen Abschnitten verbreitern", erklärt Ulbrich. Auf Grund akuter Absturzgefahr in den Neckar könne man ein Geländer an einigen Stellen aber nicht vermeiden, erklärt er weiter.

 Brücke bei der alten Mühle: Auch diese Brücke mit dem leuchtend blauen Stahlgeländer passt nicht unbedingt ins Ortsbild, da sind sich die Gemeinderäte einig. "Mittelfristig ist auch hier eine Sicherung notwendig", betont der Bürgermeister. Änderungen im Böschungsbereich werde das Land vornehmen.

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