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Deißlingen Ein Lauffener Lebenswerk

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Auch wenn sie selten zusammen auf der gleichen Baustelle arbeiten: Die Efingers sind ein gutes Team. Fotos: Nädele Foto: Schwarzwälder Bote

Er ist der Typ fürs Grobe, sie der für die Feinarbeiten. Er hantiert mit Spachtel und Kelle, sie mit Pinsel und Tapezierbürste. Wenn Achim und Shirin Efinger zusammenarbeiten, dann ist da kein Platz für Uneinigkeit. Das Geschwisterpaar aus Deißlingens Ortsteil Lauffen hält zusammen, arbeitet Hand in Hand und hat sich vor einiger Zeit dazu entschieden, gemeinsam die Nachfolge des Vaters im Maler- und Stuckateur-Familienbetrieb anzutreten.

Dabei sind die Geschwister recht verschieden. Für den 31-jährigen Achim stand schon früh fest, welchen Weg er einschlagen würde. Bis zur zehnten Klasse besuchte er das Gymnasium und begann dann eine Ausbildung zum Stukkateur. "Ich habe schon als Jugendlicher in den Ferien immer im Familienbetrieb mitgearbeitet." Mit 15 Jahren packte er schon voll mit an. An der Arbeit schätzt er nicht nur den Kundenkontakt: "Man ist viel an der frischen Luft unterwegs und sieht am Ende, was man geschafft hat".

Das liebt auch Shirin Efinger an ihrem Beruf, auch wenn ihr Weg ein wenig anders verlaufen ist. Die 23-Jährige ist in Deißlingen und Lauffen vor allem durch ihr soziales Engagement für Vietnam bekannt. Zudem bestritt sie mit Vater Hans-Bernhard eine Wüsten-Rallye in Afrika für einen guten Zweck.

Die sozial engagierte junge Frau besuchte zunächst die Realschule und machte dann das Abitur. Bei der Frage danach, was sie studieren sollte, war sie allerdings ratlos. "Ich habe immer gerne im Familienbetrieb mitgearbeitet, war aber unentschlossen."

Das Gespräch mit ihrem Bruder gab den Ausschlag. Man entschied sich, der Tradition zu folgen, und das Geschäft ab 2022 gemeinsam zu führen. So hatte es auch Vater Hans-Bernhard 1986 mit Bruder Reinhold gemacht. Gegründet wurde der Betrieb noch früher von Großvater Bernhard Efinger: vor 60 Jahren. "Er hat noch mitbekommen, dass ich eine Ausbildung zum Stukkateur mache, ehe er starb", erinnert sich Achim Efinger.

Vater Hans-Bernhard ist mächtig stolz, dass die Kinder in seine Fußstapfen treten, hatte er sie doch nie dazu gedrängt. "Das ist Papas Lebenswerk. Er ist froh, dass wir den Betrieb übernehmen. Viele in dieser Sparte mussten schon mangels einer Nachfolge schließen", weiß Shirin Efinger.

Derzeit ist sie an einer Akademie in Stuttgart, wo sie den Meister und zugleich den Betriebswirt in Vollzeit macht. An vier Tagen der Woche büffelt sie am Schreibtisch, an einem geht es in die Praxisphase, und zu Hause bleibt die 23-Jährige auch nicht still sitzen, sondern packt mit an, wenn sie nicht gerade auf Reisen ist.

Aktuell baut die Familie das Haus der Großmutter um, damit Achim Efinger einziehen kann – eine Herzensangelegenheit. Der 31-jährige angehende Vater weiß die Region, in der er aufgewachsen ist, zu schätzen. Während seiner sechsjährigen Gesellenzeit hat der Stukkateur auch viel in Freiburg gearbeitet, wie er berichtet. "Dort waren die Baustellen zehnmal so groß wie hier." Er widmete sich vor allem öffentlichen Gebäuden, darunter auch die Universität Konstanz und das Breisacher Tor.

Obgleich es im Prinzip die gleiche Arbeit wie auf dem Land ist: Der entscheidende Unterschied liegt in der Kundschaft und der Wertschätzung, machen die Geschwister deutlich. Die Arbeit sei hier bei privaten Haushalten einfach viel persönlicher. "Man freut sich auch für den Kunden, wenn das Projekt beendet ist", sagt Achim Efinger. Auf einer großen Baustelle gehe mehr um Schnelligkeit.

Seit 2012 ist er im Familienbetrieb angestellt, seit 2015 als Meister und Führungskraft. "Mein Vater und ich leiten ihn gemeinsam, seit sich mein Onkel krankheitsbedingt zurückgezogen hat", erklärt der passionierte Angler. Shirin wird im September ihre Meisterprüfung absolvieren.

Dass der Vater dann zumindest für einige Zeit zum Angestellten wird, sieht das Geschwisterpaar nicht kritisch. "Für die Angestellten und uns wird er immer der Chef sein." Man bespreche ohnehin immer alles miteinander, gerne auch nach Feierabend und am Wochenende. "Zu 100 Prozent schaltet man nie ab", meint Shirin Efinger.

Die Mutter macht aktuell noch die Büroarbeit, ab 2022 müssen die Geschwister sich diese unliebsame Aufgabe teilen. Dabei ist das, was die Beiden lieben, vor allem die Abwechslung. "Man ist selten länger als vier Wochen an einem Projekt dran", erklärt Achim Efinger.

"Am meisten mag ich es, eine besondere Spachteltechnik zu verwenden und mich kreativ auszuleben", sagt Shirin. Das sei immer etwas Besonderes, auch deshalb, weil es nur selten Aufträge dieser Art gibt.

Durch ihre verschiedenen Ausbildungen ergänzen sich die Geschwister perfekt, auch wenn sie nie gleichzeitig arbeiten. Achim schafft als Stukkateur die Basis, Shirin tobt sich danach kreativ aus – ein perfektes Team eben, das sich optimal ergänzt und so eine jahrzehntelange Familientradition erfolgreich und mit Begeisterung weiterführen will.

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