Nein zu Barta-Werk sorgt für Missstimmung im Deißlinger Gemeinderat. Vorerst Keine Lust mehr auf Kreisel-Kunst.
Deißlingen - Am Dienstagabend war im Hagestall mit Vertretern der Landkreisverwaltung noch um Sein oder Nichtsein gestritten worden, gestern setzte der Betriebshof der neuesten Deißlinger Kunst im Kreisverkehr endgültig ein Ende. Landkreis-Dezernent Gerald Kramer und Gerold Günzer, Leiter des Straßenbauamts, hatten nämlich dem Deißlinger Gemeinderat klar gemacht, dass insbesondere das erst im September neu platzierte Kunstwerk des Berliners Robert Barta stark die Sicherheit im Straßenverkehr gefährde. So wurde auch allen Deißlinger Gedankenspielen zur Entschärfung der Situation eine klare Absage erteilt.
Die Konstruktion des Kunstwerks mit dem vielsagenden Namen "If you hit me, I will hit you twice" (falls du mich rammst, ramme ich dich doppelt) könne bei einer bestimmten Unfallkonstellation als Rasiermesser wirken, sagten die Landkreisvertreter. Kramer erklärte gegenüber den überwiegend enttäuschten Gesichtern am Ratstisch, dass natürlich auch für die Verkehrssicherheit gedachte Installationen am Straßenrand Gefahren darstellen könnten. Mit der Kreisel-Kunst sei zusätzliche Gefahr verursacht worden, zumal in der gegebenen Ortsrandlage die Straße aus Richtung Lauffen kerzengerade darauf zulaufe. Deshalb könne dieser Zustand vom Kreis als Straßenbaulastträger nicht akzeptiert werden. Wenn der Staatsanwalt nach einem Unfallereignis im Zusammenhang mit der Kreiselkunst tätig werden müsse, sei man selbst eine erste Adresse, betont Kramer.
Bürgermeister Ralf Ulbrich und die Gemeinderäte machen es am Montagabend ihm und Günzer nicht leicht, müssen aber trotz großer Widerrede und des Verweises auf die vermeintliche Erkenntnis, dass in anderen Landkreisen eine weniger rigide Einstellung herrsche, letztlich aber das definitve Nein der Aufsichtsbehörde zur Kenntnis nehmen. Nur Georg Fietz trägt diesen "Weg-damit-Standpunkt" mit, und drückt dies auch umissverständlich aus: "Ich teile diese Bedenken in vollem Umfang, das war für mich der reine Horror".
Was passiert nun "nach dem Tod unseres Kunst-Kreises" (Karin Schmeh)? Die Lust auf weitere diesbezügliche Kreisverkehrs-Aktivitäten scheint den Deißlinger Protagonisten erst einmal vergangen zu sein. Auch wenn Kramer anbietet, zu sanfteren Kunst-Ideen gerne gesprächsbereit zu sein, will man sich auf dieses vage Angebot eher nicht mehr einlassen. Vielleicht gibt es ja einen anderen repräsentativen Ort im Ort für die schöne Kunst-Idee mit immer wieder wechselnden Werken, heißt es am Ratstisch. Der Kreisel indes, der zum Straßenbereich des Landkreises gehört, aber von der Gemeinde bewirtschaftet wurde, läuft sogar Gefahr, vor Ort geächtet zu werden. Da könne man dann auch diese Unterhaltsleistung gleich an den Landkreis zurückgeben, brummt einer am Ratstisch und erhält zustimmendes Nicken. So könnte die Kreisbehörde ab dem kommenden Frühjahr in Verlegenheit kommen, am Ortseingang von Deißlingen ordentlich Blumen sprechen zu lassen.