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Dehoga Kreis Freudenstadt Tourismus-Branche geht mit Sorgen ins neue Jahr

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"Die Mehrheit unserer Betriebe hier im Kreis hat die November-Hilfe noch nicht erhalten": Beate Gaiser vom Dehoga-Kreisvorstand Freudenstadt. Foto: Rath

Das Land kündigt eine Werbekampagne für den Tourismus-Neustart nach Corona an. Toll, sagt Beate Gaiser vom Hotel- und Gaststättenverbands im Kreis. Derzeit hat die Branche jedoch andere Sorgen. Mehr dazu im unserem (SB+)Interview.

Frau Gaiser, das Land kündigt viel Geld für eine Kampagne zum Neustart des Fremdenverkehrs nach Corona an. Eine gute Nachricht für Sie?

Das ist prinzipiell zu begrüßen, wie alles, was unserer Branche derzeit hilft. Die für uns vor allem zuständigen Minister Nicole Hoffmeister-Kraut und Guido Wolf machen in der Krise einen guten Job. Die Neustart-Kampagne ist toll, und wir sind dankbar dafür. Andererseits muss man auch klar sagen, dass das nur recht und billig ist. Wir wurden ja zwangsgeschlossen, obwohl wir die Pandemie weder verursacht haben noch nachweislich schuld an der Verbreitung von Corona waren. Wir sind da unverschuldet hineingeraten. Allerdings ist das noch eine Ankündigung für eine Kampagne, die erst im Frühjahr 2021 starten soll. Das bringt uns im Moment noch gar nichts, und wir haben auch den Kopf derzeit gar nicht dafür. Viele von uns sind damit beschäftigt, zu klären, wie sie die nächsten Wochen über die Runden kommen. So sind wir hin- und hergerissen, auch was Unterstützung von Bund und Land angeht.

Warum? Klappt es mit der Auszahlung der November-Hilfen des Bundes immer noch nicht?

Nein, bei der Mehrheit unserer Betriebe hier im Kreis hat die November-Hilfe noch nicht erhalten. Die Dezember-Hilfe kann noch nicht mal beantragt werden. Einige Kollegen haben jetzt eine erste Abschlagszahlung bekommen, die meisten aber noch nicht.   Gleichzeitig kommen zum Jahreswechsel viele Kosten auf die Betriebe zu: Versicherungsbeiträge, Löhne und Gehälter, Zinszahlungen und Tilgungsraten. Derzeit fallen uns mit die umsatzstärksten Monate des Geschäftsjahres weg, in denen wie üblicherweise Reserven aufbauen. Klar, man kann Belastungen stunden lassen. Allerdings ist das nur aufgeschoben. Irgendwann holt einen der Berg ja auch ein. Unsere örtlichen Bundestagsabgeordneten Hans-Joachim Fuchtel und Saskia Esken bemühen sich übrigens sehr um uns, das muss man schon sagen. Sie setzen sich dafür ein, dass die Bundeshilfen endlich ankommen. Allerdings hängt es an einem EDV-Problem. Die Politik bekommt derzeit die Prügel, obwohl sie für die IT ja nichts kann.

Das klassische Weihnachtsgeschäft durch Urlauber und Restaurant-Besucher bricht dieses Jahr weitgehend weg. Mit welcher Strategie fahren Sie durch die Weihnachtszeit: ­ Kräftesammeln in der Zwangspause oder Alternativen wie die Auslieferung von Weihnachtsmenüs?

Wir machen keine Pause. Es wäre auch keine Erholung. Wir machen uns Sorgen, auch um unsere Mitarbeiter. Nichts tun zu können, wäre für mich das Schlimmste. Das drückt nur auf die Stimmung. Ein Teil der Kollegen nutzt die Zwangspause für ohnehin geplante Investitionen. Diejenigen, die nächstes Jahr sowieso renovieren und umbauen wollten, ziehen ihre Vorhaben auf Januar und Februar vor, um startklar zu sein für eine hoffentlich gute Frühjahrs- und Sommersaison. Die Betriebe, die das finanziell können, denken nach vorne. Was das Weihnachtsgeschäft angeht: Viele machen einen Service von Festmenüs zum Abholen für Zuhause. Auch auf unser Haus sind die Gäste Gott sei dank schon früh zugekommen mit diesem Wunsch. Und das Angebot wird sehr, sehr gut angenommen. Wir haben sehr viele Bestellungen. Viele, die einen Tisch über die Feiertage reserviert hatten, wollen wenigstens daheim im Kreis ihrer Familie gut essen. Das ist doch schön. Andere kommen gezielt mit der Aussage auf die Häuser zu, sie wollten ihre Gaststätten damit ganz gezielt unterstützen in dieser schweren Zeit. Die Treue und Verbundenheit der Kunden im Landkreis Freudenstadt mit ihren Gasthäusern ist wirklich sehr groß. Das ist ganz toll und großartig.

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