Vorsitzende Beate Gaiser (Dritte von links, vorne) und Geschäftsführer Nicolai Danne (ganz rechts) im Kreis der Geehrten und Vorstandsmitglieder. Foto: Monika Braun

Die Hauptversammlung des Kreisverbands Freudenstadt des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) informierte über die aktuellen Entwicklungen in der Branche. Die derzeitigen Berichte zeigten Sorgen und Probleme der Gastronomen auf.

Im Hotel Engel in Obertal konnte die Kreisvorsitzende Beate Gaiser viele Mitglieder begrüßen und langjährige Mitgliedsbetriebe auszeichnen.

Gaiser betonte in ihrem Rechenschaftsbericht wie wichtig die Gastronomie und Hotellerie für den Tourismus und für den Einzelhandel sei. „Gut essen und komfortabel übernachten, das sind touristische Kern- und Basisleistungen“, so Gaiser. Wenn diese fehlen würden, brauche man mit der Vermarktung touristischer Ziele erst gar nicht anfangen.

Nach wie vor fehlen viele tausend Mitarbeiter in der Branche

Positiv sei zu berichten, dass 2022 ein halbwegs normales Jahr ohne Corona-Auflagen gewesen sei, die Werte von 2019 bei den landesweiten Gästeübernachtungen jedoch nicht erreicht werden konnten.

Nach wie vor würden viele tausend Mitarbeiter in der Branche fehlen, eine Herausforderung sei die sprachliche Förderung der ausländischen Mitarbeiter. „Wir werden in unseren Mitgliedsbetrieben nachfragen, ob Bedarf an Sprachförderung besteht und dann etwas in dieser Hinsicht organisieren“, kündigte die Vorsitzende an.

Die steigenden Kosten machten der Branche zu schaffen, täglich kämpften die Betriebe hart an der Rentabilitätsgrenze und etliche hätten den Kampf bereits verloren. Im Landkreis Freudenstadt sei die Zahl der Betriebe von 1731 im Jahr 2019 auf 1601 im Jahr 2020 zurückgegangen. Neuere Zahlen lägen noch nicht vor.

Gaiser forderte, das Gastgewerbe bei der Energiepreis-Bremse fair zu entlasten, denn ein Referenzjahr 2021 für die staatliche Unterstützung heranzuziehen, in dem es Coronaschließungen gab, sei nicht fair. „Statt einer Doppelwumms-Entlastung droht den betroffenen Betrieben die doppelte Benachteiligung“, so Gaiser. Weitere zentrale Forderungen waren der Bürokratieabbau und die dauerhafte Absenkung der Mehrwertsteuer auf sieben Prozent. „Wirtschaftliche Entwicklung braucht auch wirtschaftliche Spielräume“, sagte Gaiser. Die Steuererhöhung müsse vom Tisch, und es gelte Flagge zu zeigen, insbesondere bei öffentlichen Kundgebungen.

Thema Mehrwertsteuer steht stark im Fokus

Keine Beanstandungen gab es bei der Prüfung der Kasse, und die Vorstandsmitglieder wurden alle einstimmig entlastet.

Geschäftsführer Nicolai Danne hatte in einem Vortrag aktuelle Themen aus der Branche zusammengestellt und erklärte, dass aktuell das Thema Mehrwertsteuer sehr stark im Fokus stehe. Im Bereich der Fachkräfteeinwanderung forderte er beschleunigte Verfahren. Bedenklich sei der Rückgang der Mitgliederzahlen im Dehoga, ein großer Teil sei auf die Betriebsaufgaben in der Branche zurückzuführen. Bei der beschlossenen Mehrweg-Angebotspflicht gebe es viele offene Punkte, ein Leitfaden fehle bis heute.

Beate Gaiser wies noch auf das Frühlingsfest in Stuttgart hin. Auf der geplanten politischen Kundgebung am 24. April gehe es um die dauerhafte Sicherung des Sieben-Prozent-Mehrwertsteuersatzes. Sie wünschte sich bei der Kundgebung eine große Präsenz der Mitglieder.

Ehrungen beim Dehoga

Langjährige Mitglieder
Bei den Ehrungen konnten Karl Faißt für 60 Jahre und Hilde Schuster in Abwesenheit für 50 Jahre Mitgliedschaft geehrt werden. Gino und Maria Calabrese wurden für 40 Jahre ausgezeichnet und Jutta Eickler für 25 Jahre. Außerdem konnten Kathrin und Andreas Gruber, sowie Tina Schlör, Frank Weber und Jürgen Schindler Urkunden für langjährige Treue entgegennehmen.