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Dehoga im Kreis Freudenstadt schlägt Alarm Wo bleiben die Hilfen für das Gastgewerbe?

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Die Corona-Pandemie lässt Hoteliers und Gastronomen keine Ruhe. (Symbolfoto) Foto: dpa

Die Corona-Pandemie lässt Hoteliers und Gastronomen keine Ruhe. Der zweite Lockdown scheint bis zum 20. Dezember verlängert zu werden. Der Dehoga-Kreisverband Freudenstadt hat wieder Grund zur Sorge.

Kreis Freudenstadt - Der Teil-Lockdown im November bestimmt die Hotel- und Gastronomiebetriebe. "Unsere Betriebe sind nicht Infektionsträger", ist sich Jörg Möhrle, zweiter Vorsitzender des Kreisverbands Freudenstadt des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga), sicher. Trotzdem gelten für die Branche strenge Beschränkungen. Hotels dürfen keine Touristen aufnehmen, Gastronomen nur noch Liefer- und Abholdienste anbieten.

Diese Maßnahmen stoßen bei vielen Menschen auf Unverständnis. In der Statistik des Robert Koch-Instituts seien Hotels und Restaurants "ganz, ganz weit unten", so Möhrle. Man habe erkennen können, dass der Lockdown, der sich verstärkt auf Hotellerie und Gastronomie bezieht, bisher nicht sehr effektiv gewesen sei. Möhrle fragt sich, ob die Maßnahmen ausreichend sind, oder ob es sich dabei vielmehr um Aktionismus von Seiten der Politik handelt.

Möhrle: "Wir haben der Politik bewiesen, dass wir kein Infektionstreiber sind."

Die Infektionszahlen seien jedenfalls durch den Teil-Lockdown nicht drastisch gesunken, stellt Möhrle fest. "Wir haben der Politik bewiesen, dass wir kein Infektionstreiber sind." Auch auf den Landkreis Freudenstadt sei die Situation projizierbar. Diesen bezeichnet Möhrle als Tourismus-Landkreis. Durch den Lockdown der Tourismusbranche hätte eine Entspannung spürbar sein müssen. "Wir haben nach wie vor hohe Zahlen. Ich bin überzeugt, dass der Lockdown die Infektionszahlen nicht runterdrosseln wird."

Zudem seien Gaststätten und Hotels durch Hygienekonzepte, guter Lüftung und Entkeimungsgeräten sogar sicherer, als die eigenen vier Wände. Möhrle erklärt sich den rapiden Anstieg der Infektionszahlen mit den Reiserückkehrern. Dabei sei wiederum zwischen Reisenden, die im Ausland in Hotels wohnten, und denjenigen, die ihre Familien besuchten, und mit diesen auf engstem Raum verweilten, zu unterscheiden.

Der Teil-Lockdown im November zeichnet Wirten und Hoteliers Sorgenfalten ins Gesicht. Mit der von der Regierung versprochenen Novemberhilfe seien die Betroffenen besänftigt worden, so Möhrle. "Nun fangen sie an, sich sorgen zu machen. Denn die Novemberhilfen sind nicht abrufbar." Doch diese Gelder seien dringend nötig. Zu den Novemberhilfen müssten nun Dezemberhilfen hinzukommen, fügt er an.

Beate Gaiser, Vorsitzende des Dehoga-Kreisverbands im Landkreis Freudenstadt, pflichtet ihm bei: "Man kann Hotels und Gastronomie nicht auf und zu machen wie eine Garage. Das hoch- und runterfahren der Betriebe ist sehr aufwendig und teuer." Zwar hätten sich verschiedene Betriebe im Sommer präventiv ein Polster aufgebaut. Doch die Reserven seien mittlerweile wieder aufgebraucht. Das Versprechen, dass die Gelder schnell und unkompliziert abrufbar sein werden, sei nicht gehalten worden. Ungewissheit plagt die betroffenen Betreiber. Wann darf wieder geöffnet werden? Für wie lange? "Wir brauchen eine klare längerfristige Perspektive", so Gaiser.

Als Chefin des Hotels Adler in Freudenstadt kann sie sich zumindest darüber freuen, dass die Geschäftsreisenden bewirtet werden dürfen. Das mache auch die Gäste glücklich, die das Hotel nicht verlassen und sich nicht jeden Tag Essen bei Imbissen besorgen müssen.

Abholdienste werden von Kunden angenommen

Vor allem Abholdienste würden in der Region viel genutzt, so Gaiser. "Wir haben ganz enormen Zuspruch erhalten." Die Leute kämen bewusst in ihren Betrieb, um Essen abzuholen und sie zu unterstützen. Doch für einige Betriebe, die nicht so zentral liegen, mache eine Umstellung auf Abholdienst wenig Sinn.

Die Bevölkerung stehe immerhin hinter der Branche Tourismus und Gastronomie. "Ich habe bestimmt 50 E-Mails, in denen Anteilnahme ausgedrückt wird", sagt Möhrle. Die Leute verstünden die Maßnahmen auch nicht. Ihn trifft der Teil-Lockdown als Betreiber des Ferienhotels Tanne in Tonbach noch mal anders, als Beate Gaiser vom Hotel Adler in Freudenstadt. Unternehmen, und damit Geschäftsreisende, hätten kein Interesse an Ferienhotels, erklärt er. Hinzu komme, dass sein Haus nicht zentral liege. Für ihn kommt die jetzige Situation dem ersten Lockdown gleich. Sein Hotel ist leer. Und so ergehe es auch Wellness-Hotels, die ohne ihr Hauptangebot an Attraktivität verlieren würden.

"Die Stimmung ist nicht gut. Viele haben Angst", sagt Gaiser. Möhrle fügt an: "Es ist eher Verzweiflung als Zorn."

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