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Dehoga-Chef ist sauer Lockdown im Kreis Calw trifft die Falschen

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Foto: Rolf Berlin

Kreis Calw - "Das war ein Schlag vor den Kopf!" Rolf Berlin, Hotelier aus Bad Teinach-Zavelstein und Vorsitzender der Dehoga im Kreis Calw, ist sauer. Der verordnete Lockdown seiner Branche ab Montag kam unvorbereitet. Und trifft auch noch die Falschen.

"Dass man ausgerechnet die Branche zumacht, die am sichersten ist", versteht Berlin nicht. Kollegin Ricarda Becker, Vize-Direktorin im Hotel Therme Bad Teinach, kann ganz unmittelbar von einer Auskunft des Kreisgesundheitsamtes berichten: Bei den Nachverfolgungen von Corona-Infektionen im Kreis Calw habe es nicht einen einzigen Fall aus der Gastronomie gegeben – weder bei Gästen, noch bei Mitarbeitern.

Stornierungs-Welle

"Wir können verstehen, dass beim aktuellem Infektionsgeschehen etwas getan werden muss", so Becker, die auch Vorsitzende des CDU-Kreisverbands Calw ist. "Nicht nachvollziehen können wir, dass man wieder die Hotellerie und Gastronomie schließt." In den letzten Monaten habe die Branche extrem hart daran gearbeitet, ihre Häuser in Zeiten der Pandemie ultimativ sicher zu machen. "Im Prinzip sind wir Hotels eine Isolierstation mit Vorsorge- und Hygiene-Konzept". Viel Vertrauen bei den Gästen sei so aufgebaut worden, die nach dem ersten Lockdown im Frühjahr die vergangenen Monate wieder in Scharen kamen. "Seit Juli sind die Betriebe die gesamte Region zu 85 Prozent ausgelastet gewesen."

Seit Bekanntwerden des Lockdowns sei von einer Sekunde auf die andere "alles anders", rolle nun eine gewaltige Stornierungs-Welle – auch in ihrem Haus. Viele Gäste seinen verunsichert, könnten die jüngsten Corona-Entscheidungen ebenfalls nicht nachvollziehen.

Was sowohl Becker als auch Dehoga-Chef Berlin dabei richtig wütend macht: "dass vorher keiner mit uns geredet hat". "Wir haben immer das Gespräch gesucht, unsere Kooperation und Mitarbeit angeboten", so Becker. Hätte man vor der Verkündung des neuerlichen Lockdowns mit der Branche geredet, "hätte es sicher eine andere Lösung geben können".

Drastischer Rückgang der Buchungen

Es gibt auch andere Stimmen. Selim Mokni, Junior-Chef des Mokni’s Palais Hotel in Bad Wildbad. In seinem Haus hat man seit zwei, drei Wochen bereits einen drastischen Rückgang der Buchungen verzeichnen müssen – als die Zahl positiver Tests im Kreis Calw kontinuierlich zu steigen begannen und sich abzeichnete, dass der Kreis zu einer Risikozone mit mehr als 50 Infektionen pro 100.000 Einwohner die Woche würde. "Wenn das so weiter gegangen wäre, hätten wir sowieso von uns aus überlegen müssen, ob wir den Betrieb schließen" – um Kosten zu sparen. Diese Aussage gelte so aber nur für seinen Betrieb.

Er wolle die Zeit des Lockdowns nun nutzen, um sich "mit neuen Marketing-Strategien" auf der Re-Start der Branche im Dezember "und das Weihnachtsgeschäft" vorzubereiten. Denn die letzten Monate – vor der zweiten Corona-Welle – hätten ja gezeigt, dass die Angebote im Nordschwarzwald extrem gut bei den Gästen ankämen.

Von Dehoga-Chef Rolf Berlin kommen derweil handfeste Forderungen an die Politik, denn der Schaden durch den Lockdown sei immens. "Wir haben alle wieder Waren auf Halde bestellt." So gebe es einen "ganzen Rattenschwanz" an negativen Folgen. Berlin nennt als Beispiel die Gänsezüchter der Region, bei denen man schon im Frühjahr den Bedarf für die jetzt eigentlich beginnende Saison angemeldet habe. "Was soll jetzt mit den Tieren passieren?"

"Totalausfälle" in der Gastronomie

Nach der Krise brauchen wir richtig Luft unter den Flügeln." Diesmal müsse es "echte staatliche" Hilfe für die gesamte Branche geben, die auch bei den Betrieben ankomme.

"Auch bei denen mit mehr als 50 Mitarbeitern", konkretisiert auch Ricarda Becker. Rolf Berlin: "Die Gastronomie hat Totalausfälle" zu verkraften – zum zweiten Mal. Gleichzeitig habe man "extrem viel in die Umsetzung der Hygiene-Regeln" investiert, was gerade die jungen Unternehmen und Existenzgründer der Branche besonders treffe. Deshalb – neben Soforthilfen: "Auch die reduzierte Mehrwertsteuer für die Gastronomie muss nun dauerhaft festgeschrieben werden", wobei Berlin den reduzierten Steuersatz ausdrücklich auch "auf Getränke" verlangt.

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