Wochenlang war der Zugang zu den Gleisen 2 und 3 am Horber Bahnhof nur über Treppen möglich. Der Kreisseniorenrat schaltete sich ein und hatte Erfolg.
Mehr als vier Wochen war es für Reisende ein Problem, barrierefrei auf die Gleise 2 und 3 des Horber Bahnhofs zu gelangen.
Wer schweres Gepäck mit sich führte, Gehschwierigkeiten hat oder Rollstuhlfahrer ist, kam nur über die Treppen auf den Bahnsteig.
Der Aufzug war defekt – ausgerechnet auf dem Bahnsteig, von dem die Züge des Nah- und Fernverkehrs in Richtung Stuttgart sowie Singen über Rottweil abfahren.
Kreisseniorenrat fragt nach
Dem Kreisseniorenrat Freudenstadt ist die Barrierefreiheit ein besonderes Anliegen. Deshalb hatte sich der Vorsitzende Martin Zerrinius an die Schadensmeldestelle der Bahn, die 3-S-Zentrale Mannheim, gewandt und auf den defekten Aufzug hingewiesen. Die Auskunft, die er dort bekommen hatte: Die Störung sei dort bereits bekannt und soll laut Bahn bis zum 23. November 2025 behoben werden.
Der Einsatz des Kreisseniorenrats hat sich wohl ausgezahlt, denn der Aufzug funktioniert mittlerweile wieder – deutlich früher als angekündigt. Nach Angaben der Bahn war im Getriebe des Aufzugs ein Teil defekt, das von Hand hergestellt werden muss. Deshalb dauere die Reparaturzeit so lange. „Bis dahin heißt es für viele Fahrgäste, die auf Barrierefreiheit angewiesen sind: durchhalten“, schrieb Zerrinius in seiner Pressemitteilung, bevor der Aufzug repariert war.
Ersatzteil musste von Hand gefertigt werden
Für Personen, die auf Unterstützung angewiesen sind, war die Situation schwierig. „Von der Bahn kommt niemand, da sind die Menschen auf die Hilfe von Mitfahrenden angewiesen“, berichtet Zerrinius. Diese Erfahrung habe er selbst gemacht: „Ich war selbst betroffen. Als ich von Horb nach Mannheim wollte, habe ich diese Problematik erlebt.“ Es sei nachvollziehbar, dass es für die Bahn schwierig sei, an jedem Bahnhof Personal vorzuhalten, so der Vorsitzende weiter. Zerrinius wünscht sich dennoch ein stärkeres Engagement. „Dass von Hand ein Ersatzteil angefertigt werden muss, zeigt, dass der Aufzug älter ist.“
Veraltete Technik
Es sei seiner Ansicht nach wünschenswert, wenn die Bahn nicht auf so veraltete Fahrstühle setzen würde.
Der Kreisseniorenrat sieht es als seine Aufgabe an, die Interessen älterer Menschen zu vertreten und auf Missstände hinzuweisen, die ihre Mobilität oder Selbstständigkeit beeinträchtigen. Der Verein ist ein Zusammenschluss von Stadt- und Gemeinde-Seniorenräten, Seniorenverbänden und Organisationen, die auf dem Gebiet der Altenarbeit tätig sind.