Einige Fans aus der Heimat feierten das Profi-Debüt von Yannik Wagner vom SV Münchweier. Foto: Fissler

Im DFB-Pokalspiel gegen Bahlingen lief der Jugendspieler des SV Münchweier in der Nähe seiner Heimat erstmals für den 1. FC Heidenheim auf.

Diesen Moment wird Yannik Wagner wohl so schnell nicht vergessen. Es lief die 82. Minute des zu diesem Zeitpunkt längst entschiedenen DFB-Pokalspiels zwischen dem Bahlinger SC und dem 1. FC Heidenheim, als Trainerlegende Frank Schmidt den 18-Jährigen einwechselte.

 

Für Wagner, der bis zur U 13 beim SV Münchweier und danach bis zur U 17 beim Offenburger FV spielte, war es der allererste Pflichtspieleinsatz als Profifußballer – nur wenige Kilometer von dem Ort entfernt, an dem er das Fußballspielen lernte.

Der Stürmer kam für Leonardo Scienza in die Partie und der Doppeltorschütze – zwei schöne Fernschusstreffer – wusste genau, dass es nicht irgendeine Einwechslung ist. Motivierend nahm der Brasilianer den Heidenheimer Youngster in den Arm und flüsterte ihm einige Worte ins Ohr, bevor Wagner anschließend aufs Feld lief.

Der Moment ist da: Yannik Wagner wird für Leonardo Scienza eingewechselt. Foto: Paschke

Dort war er sofort im Fokus: Mit gutem Zweikampfverhalten behauptete er den Ball in der Bahlinger Hälfe und schickte Mikkel Kaufmann auf dem linken Flügel. Dessen Flanke landete bei Sirlord Conteh, der nur noch einschieben musste (83). Ein perfekter Einstand für Wagner, der nach dem Spiel von seinen erfahrenen Teamkollegen geherzt wurde.

Auch sein Trainer Schmidt hatte auf der Pressekonferenz viele lobende Worte für den 18-jährigen Ortenauer übrig. Mit seiner Herkunft habe der Einsatz im Kaiserstuhlstadion allerdings nichts zu tun gehabt, betonte Schmidt. „Wenn er gute Leistungen im Training zeigt, bekommt er Einsätze wie heute. Den hat er nicht geschenkt bekommen – es geht am Ende des Tages um Leistung“, machte der dienstälteste Trainer im deutschen Profifußball klar.

Schon in der Vorsaison habe es bezüglich Wagner „den ein oder anderen Tippgeber“ aus dem Nachwuchsleistungszentrum gegeben, berichtete Schmidt. Seit wenigen Wochen gehört er nun zum Kader der ersten Mannschaft – inklusive Profivertrag. Gleichzeitig ist er auch noch für die U 19 in der Jugend-Bundesliga spielberechtigt und könnte auch dort noch zum Einsatz kommen.

Beim Tor zum 5:0 bereits beteiligt

Wagners langfristiges Ziel ist dabei klar: Er möchte sich in Heidenheim durchsetzen, nach Möglichkeit irgendwann Stammspieler werden und „der Mannschaft helfen so gut es geht“. Das sagte er kurz nach seiner Vertragsunterschrift in einem Video auf den vereinseigenen Kanälen.

Dass sein Coach ihm diesen Weg auf lange Sicht zutraut, ließ er nach der Partie anklingen. „Ich glaube, er hat ein paar Stärken, die, wenn er die weiterentwickelt, einfach gut sind – auch im Profifußball“, lobte Schmidt den Youngster und zählte zwei dieser Stärken auf: Tempo und Abschlussstärke. Ersteres zeigte Wagner am Samstag im Kaiserstuhlstadion direkt, als er den Ball auf der linken Seite eroberte, nach seinem Pass auf außen mit viel Geschwindigkeit in den Strafraum zog und zumindest die Vor-Vorlage zum 5:0 für Heidenheim verbuchte.

Sein erstes Spiel als Profi hat er damit erfolgreich absolviert, weitere könnten schon bald folgen. „Bodenhaftung, viel arbeiten und seine Stärken auf den Platz bringen – dann kann er auch in dieser Saison schon in der Bundesliga mit Einsätzen reinschnuppern“, formulierte Schmidt seine Erwartungen an Wagner, der am Samstag einige persönliche Fans aus der Heimat im Stadion hatte.