Das Thema Tempo 30 wurde im Verkehrsbeirat der Stadt diskutiert. Dabei erklärte ein Beamter, dass die Maßnahme aus Sicherheitsgründen sinnvoll sei.
Bürgermeister Guido Schöneboom war schon drauf und dran, die Sitzung des Beirats für Verkehrsangelegenheiten am Montagabend zu beenden, da wurde das aktuell am heißesten diskutierte Thema der Stadt noch einmal aufgegriffen. Elias Jakob, Vertreter des Jugendgemeinderats, merkte an, dass er Tempo 30 in der Lahrer Kernstadt als „massive Beeinträchtigung“ sehe. Es sei eine „Provokation für Autofahrer“ in einem Bereich, in dem hauptsächlich Gewerbe sei, sodass es nicht so viele Anwohner gebe, die von dem Lärm belästigt würden.
Sitzungsleiter Schöneboom, angetan vom Mut des jungen Mannes, sich zu melden, aber auch sichtlich genervt vom immer wieder aufgeworfenen Thema, wiederholte, was er in den vergangenen Monaten schon so häufig erklärt hatte: „Es musste gehandelt werden“, nahm er Bezug auf entsprechende Lärmschutzgutachten. Nirgendwo sonst gebe es so einen Aufschrei wie in Lahr. So haben die Petition gegen das neue Tempolimit, die Anfang vergangener Woche gestartet wurde, inzwischen mehr als 6000 Menschen unterzeichnet. In Friesenheim, wo kürzlich Tempo 30 ausgeweitet wurde, seien die Menschen froh darüber, so Schöneboom.
Einen neuen Aspekt in die Diskussion brachte Tobias Dohl ein. Der Verkehrsspezialist des Polizeipräsidiums Offenburg sitzt als sachkundiger Anwohner im Gremium. Der Bereich der B 415 in Lahr, sagte Dohl, sei ein Schwerpunkt von Unfällen mit Fußgängern. „Wir wären ohnehin früher oder später auf die Stadt Lahr zugegangen mit der Empfehlung, Tempo 30 zum Schutz der Fußgänger einzuführen“, erklärte der Polizist.
Rückendeckung für Tempo 30 gab es auch von Stadtrat Roland Hirsch (SPD). „Es wird künftig in Wohngebieten allerorts die geltende Regelung sein“, prognostizierte er – auch an Bundesstraßen. Tatsächlich hatte die Verwaltung im Laufe der Sitzung bereits angekündigt, zu prüfen, wo sonst in Lahr zum Schutz der Anwohner Tempo 30 eingeführt werden kann. „Ich wünsche mir, dass langsam ein Effekt von Akzeptanz einkehrt“, fasste Bürgermeister Schöneboom die Diskussion zusammen, bevor er die Sitzung dann tatsächlich beendete.