Sterbende finden im Hospiz Unterstützung und Begleitung. Foto: dpa

Die beiden Hospize in Stuttgart bekräftigen anlässlich eines Fachtags mit 850 Teilnehmern ihre Haltung zu einem Sterben in Würde und gegen aktive Sterbehilfe.

Die beiden Hospize in Stuttgart bekräftigen anlässlich eines Fachtags mit 850 Teilnehmern ihre Haltung zu einem Sterben in Würde und gegen aktive Sterbehilfe.

Leinfelden-Echterdingen - Eine gewisse Tradition mit aktuellen Themen zu verknüpfen, verschafft Aufmerksamkeit. Dies ist dem von der evangelischen Kirche getragenen Hospiz Stuttgart am Mittwoch in der Filderhalle gelungen. Beim 7. Fachtag zur Sterbegleitung setzte Hospiz-Leiterin Elisabeth Kunze-Wünsch vor 850 Teilnehmern aus ganz Deutschland ein deutliches Signal gegen „aktive Sterbehilfe und ein Sterben in Würde“.

Gemeinsam mit der Leiterin des katholischen Hospiz St. Martin in Degerloch, Angelika Daiker, erklärte sie: „Wir Hospize unterstützen mit großem Nachdruck die Initiative des Gesundheitsministers zu einer gesetzlichen Regelung für ein Verbot der Beihilfe zum Suizid.“ Mit dieser Stellungnahme entsprach Elisabeth Kunze-Wünsch dem Selbstverständnis der Hospizbewegung. Man sieht sich weniger als eine reine Versorgungseinrichtung für schwer kranke Menschen und deren Angehörigen, sondern in einer Leuchtturmfunktion. Man wolle, so Kunze-Wünsch, ein hoffnungsvolles Licht in die Gesellschaft aussenden. Auf die aktuelle Diskussion um Sterbehilfe übertragen, bedeute das aus Sicht der evangelischen Pfarrerin: „Sterbende Menschen haben andere Bedürfnisse als die Gesunden.“

Zudem sei es ein weiterer Auftrag der Hospizbewegung, „sich auch in den Randlagen der Gesellschaft um ein menschenwürdiges Sterben zu kümmern“. Zum Beispiel um Behinderte, Obdachlose oder Strafgefangene. Zu diesen Themengebiet gab es bei der ganztätigen Veranstaltung eine Reihe von Workshops für die professionellen und ehrenamtlichen Mitarbeiter der Hospizbewegung. Welchen Wert jene Sterbebegleiter für Gesellschaft haben, bekräftigte der evangelische Stadtdekan Søren Schwesig in seinem Grußwort: „Ich empfinde es als großes Glück, dass Sie sterbenden Menschen bis zuletzt ein menschenwürdiges Leben ermöglichen.“

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