Eigentlich sollten die Weichen für einen Wettbewerb gestellt werden – doch die geschätzten Kosten sind zu hoch. Wie geht es mit dem Mehrgenerationenpark in Neuhengstett weiter?
Im Ortskern von Neuhengstett soll ein Mehrgenerationenpark entstehen. Ob es dafür einen Wettbewerb gibt, steht noch nicht fest.
In der jüngsten Sitzung sollten die Weichen für einen städtebaulichen Wettbewerb mit dem Arbeitstitel „Mehrgenerationenpark Neuhengstett“ gestellt werden. Der diskutierte Kostenrahmen für Planung und Realisierung des Parks schien den Räten zu hoch. Das Thema wurde nach engagierter Diskussion abgesetzt und erstmal wieder an den Neuhengstetter Ortschaftsrat zurückgegeben.
Aktueller Sachstand der Ortskernsanierung
Bauingenieur Simon Rittig, im Bauamt federführend mit der Ortskernsanierung in Neuhengstett befasst, berichtete zunächst, was in den drei Arbeitsgruppen (AG 1 bis 3) bisher erarbeitet wurde.
2017 starteten seine Vorgänger mit einem gesamtörtlichen Entwicklungskonzept, 2018 folgte ein gebietsbezogenes städtebauliches Konzept. 2021 kam die Zusage, dass die Ortskernsanierung mit 1,6 Millionen Euro gefördert wird. „Das passierte alles vor meiner Zeit, ich habe die Aufgabe 2024 übernommen.“ so Rittig.
Konzept „Mehrgenerationenpark Neuhengstett“
Die AG 2 hat sich eingehend mit dem Areal aus Schulhof, dem „Lina-Garten“ (Ottenbronner Straße 8), dem Lebenshilfe-Domizil sowie den daran angrenzenden Anwesen in der Möttlinger Straße 3 und 5 beschäftigt.
Eine grobe Entwurfsplanung sieht eine Wege-Verbindung zwischen der Möttlinger Straße und dem Schulgässle vor. Zentrum des Areals unter Einbezug des Schulhofs soll ein begrünter Platz mit einem Pavillon und Spielgelegenheiten für Jung und Alt sein.
Der Ortschaftsrat hat dem Gemeinderat den Grundsatzbeschluss zur weiteren Planung und für einen städtebaulichen Wettbewerb, eventuell einschließlich weiterer Projektteile der Ortskernsanierung, empfohlen.
Rege Diskussion der Gemeinderäte
„Muss es wieder ein Wettbewerb sein? Wir haben doch genug Know how in den Gremien und in der Verwaltung“, meldete sich zuerst Wolfgang Bauer (CDU) zu Wort.
Mit geschätzten Honorarkosten für die Planung des Projekts von 300 000 Euro liege man über der Förderschwelle, ab der ein Wettbewerb zwingend gemacht werden müsse, sagte Rittig, der Schätzung lägen Baukosten von 1,5 bis 2 Millionen Euro zugrunde. Gut sei, „dass da was gemacht wird“, sagte Jörg Nonnenmann, „wir sollten aber die Planungskosten so niedrig wie möglich halten, da ist ein Wettbewerb nicht zielführend. Ich dachte, das Projekt Mehrgenerationenpark mit einer sechsstelligen Summe umzusetzen, wir haben doch erfahrene Leute in den AGs.“
Ganzheitliches Konzept gewünscht
Ähnlich Markus Schwarz (UWV): „Wir haben schlechte Erfahrungen mit Wettbewerben gemacht.“ Das Projekt zu splitten, um Kosten zu reduzieren, schlug Paul Binder (SPD) vor, für Etappen sprach sich auch Jürgen Walz (UWV) aus, Rittig wiederum sieht das „schwierig“.
Die genannten Planungs- und Baukosten seien dem Ortschaftsrat (OR) nicht bekannt, sagte Eckhard Flik (Grüne), der auch dem Ortsgremium angehört. Der OR wolle ein ganzheitliches Konzept für die Ortsmitte ähnlich dem Mehrgenerationenpark in Althengstett, „als Laien sind wir doch nicht kompetent und kreativ genug“.
Dazu käme noch die Nutzung der alten Schule und des Hauses daneben. Auch brauche es eine Lösung für das Café im Rathaus, „und wir haben keinen barrierefreien Begegnungsraum im Ort“, spielte er auf den fehlenden Aufzug im Rathaus an.
Günstigere Lösung wird gesucht
Der Park in Althengstett sei doch mit viel ehrenamtlicher Hilfe und auch mit Planer umgesetzt worden, so könnte es doch in Neuhengstett auch gemacht werden, regte Flik weiter an. Dem schloss sich Rainer Kömpf (UWV) an, man habe gute Erfahrungen mit dem damaligen Architekten gemacht, „den sollten wir herholen, und ein Konzept in der Art für 500 000 Euro kriegen wir auch so hin, ob wir 60 Prozent Förderung bekommen oder nicht.“ Sonst konterkariere man alles, was jüngst bei der Haushaltsberatung gesagt wurde, so Kömpf weiter.
Flik betonte nochmal, dass es um deutlich mehr gehe, als um einen Spielplatz, ihm die Kosten jedoch sehr hoch vorkommen. Er schlug vor, im OR nochmal drüber zu gehen, „wir suchen eine Lösung, die deutlich günstiger ist, als das was im Raum steht.“ Lothar Kante (SPD) und Bürgermeister Rüdiger Klahm schlugen ebenfalls vor, das Ganze zurück an den Ortschaftsrat zu geben, dem stimmten alle Räte zu.