Inzwischen ist der Reitstall Witzemann auch dabei, weitere baurechtliche Hürden zu überspringen. Ein Gespräch im Landratsamt lief, so berichten es alle Beteiligten, konstruktiv Foto: Häusler

Der Knatsch zwischen dem Reitstall Witzemann und dem Landratsamt scheint sich zu entspannen. Jetzt gab es ein Treffen mit allen Beteiligten.

Es hatte durchaus Wellen geschlagen, der Zwist zwischen dem Straßberger Reitstall Witzemann und dem Landratsamt Zollernalbkreis. So hoch, dass sich beide Parteien im Januar vor dem Verwaltungsgericht in Sigmaringen zum juristischen Duell trafen. Das Ende vom Lied: Andy Witzemann verlor gegen den Kreis; die Nutzungsuntersagung aus dem Jahr 2023, so urteilte das Gericht, sei rechtens gewesen. Die Untersagung hatte sich auf teils illegal errichtete – weil fehlende Baugenehmigung – Teile der Anlage bezogen.​

 

Ein Problem, welches schlussendlich auch die juristische Argumentation des Witzemann-Anwalts Christian Schliecker zum Implodieren brachte: Der Bebauungsplan „Vogelherd Süd, Erweiterung“ sollte all die Anlagen eigentlich so einbeziehen, dass diese künftig auf rechtssicheren Baugrund stehen.

Jedoch lag der Teufel im Detail: Der zuständige Zweckverband IIG der Gemeinden Straßberg und Winterlingen hatte den Satzungsbeschluss dafür zwar gefasst, die Rechtskraft des Bebauungsplans war aber noch nicht vorhanden, weil zum einen nicht veröffentlicht und zum anderen noch nicht durch das Landratsamt final durchgewunken.

Alle Beteiligten an einem Tisch

Jetzt aber suchten beide Parteien nochmals das Gespräch – die nächste Instanz im juristischen Tauziehen wäre nämlich der Verwaltungsgerichtshof in Mannheim gewesen. Das wollte man offenkundig vermeiden. Das Reitstallbüro aus Straßberg teilte kürzlich in einer Pressemeldung nach dem Gespräch folgendes mit: „Der gemeinsam durchgeführte Termin wurde von allen Beteiligten als positiv und konstruktiv bewertet.“

Mit dabei waren neben Vertretern des Reitstalls unter anderem auch Landrat Günther-Martin Pauli, Bauamtsleiter Martin Ridder sowie Straßbergs Bürgermeister Markus Zeiser. Das Reitstallbüro stellt in seiner Mitteilung klar: „Wir sind ausdrücklich bestrebt, das laufende Verfahren schnellstmöglich in einen rechtskonform abzuschließenden Zustand zu überführen.“ Ziel sei es freilich, das Reitturnier „Winterlingen Winners 2026“ rechtmäßig abzuhalten.

Zeitnaher Rückbau ist vorgesehen

Einige planerische Anpassungen wird es zudem geben. Nach Abstimmung mit der Straßberger Verwaltungsspitze wird das Verfahren zur Änderung des Flächennutzungsplans in eine „punktuelle Fortschreibung“ überführt. Dem zuständigen Planungsbüro soll aufgetragen werden, dies so schnell als möglich zur Einreichung vorzubereiten. Gleichzeitig wird man mit „den erforderlichen Rückbauarbeiten“ beginnen, heißt es in der Mitteilung weiter. Konkret geht es dabei um die Anlagenteile, die ins örtliche Biotop ragen. Abschließend zeigt sich das Straßberger Reitstallbüro versöhnlich und dankt allen Beteiligten für die „engagierte und lösungsorientierte Zusammenarbeit“.

Landratsamt versöhnlich

Verbal abgerüstet hat auch das Landratsamt. Pressesprecher Steffen Maier schreibt in einer Mail an unsere Redaktion: „Alle Seiten haben das Ziel, die Angelegenheit schnellstmöglich abzuarbeiten.“ Man wolle einen rechtssicheren Zustand herstellen. Maier ergänzt noch, dass die punktuelle Änderung des Flächennutzungsplans für „die strittigen Grundstücke“ gelte.

Das alles könne jetzt recht schnell vonstatten gehen, wie Maier schreibt: „Hierbei kann zügig ein Ergebnis erzielt werden, so dass wir davon ausgehen, dass die Genehmigung des schon aufgestellten Bebauungsplans ebenfalls zügig erteilt werden kann und in der Folge die offenen Bauanträge bearbeitet werden können.“ Die „Winterlingen Winners“ können also in diesem Jahr wohl doch stattfinden – obendrein baurechtlich abgesichert.