Enttäuscht zeigt sich ein Leser, wie der Obereschacher Ortschaftsrat mit einem ­engagierten Bürger umgeht. Foto: Schwarzwälder Bote

Den Umgang des Obereschacher Ortschaftsrats mit der Meinung von Bürgern kritisiert unser Leser Alfred Grieshaber.

Der Bericht muss um einen wesentlichen Sachverhalt ergänzt werden. Zum Verständnis kurz die Ausgangssituation.

 

In der Ortschaftsratssitzung in Obereschach im Januar 2026 wurde über die Installation einer Photovoltaik(PV)-Anlage auf dem Dach des Rathauses zum Preis von rund 27  000 Euro beraten.

Die Kosten erschienen einigen Ortschaftsräten sehr hoch. Es wurde beschlossen, eine Amortisationsrechnung von einem Ortschaftsrat erstellen zu lassen und ein weiteres Angebot einzuholen. In der Sitzung im März 2026 soll dann über die Angebote beraten und ein Beschluss gefasst werden.

Das Angebot über 27 000 Euro erschien mir auch extrem hoch, deshalb holte ich bei meinem PV-Anlagenlieferanten einen vergleichbaren Kostenvorschlag ein. Der Kostenvoranschlag belief sich auf 16 800 Euro.

Bereits drei weitere zufriedene Kunden

Bei dem Lieferanten handelt es sich um eine ortsnahe Firma aus Trossingen, die Markenkomponenten, wie sich auch die SVS im Angebot hat, verbaut. In VS-Obereschach gibt es bereits drei weitere zufriedene Kunden. Mir ist wichtig, dass die Ortschaftsräte bei ihrer Beschlussfassung im März 2026 möglichst frühzeitig über den Preis, die Qualität, und über die Leistungsfähigkeit des PV-Anlagelieferanten informiert sind und sich auf eine so hohe- und langfristige Investitionsentscheidung vorbereiten können. Wenn die Zahlen, Daten und Fakten erst in der Sitzung bekannt werden, ist das zu spät.

Ich habe beantragt, dass der Ortsvorsteher von dieser Firma ein weiteres Angebot offiziell anfordert. Unter dem Tagesordnungspunkt „Anfragen der Bürgerinnen und Bürger“ habe ich diese Sachlage versucht vorzutragen. Ich wurde jedoch nach nur wenigen Sätzen von einer Ortschaftsrätin vehement mit der Aussage unterbrochen: „Es wird hier nicht diskutiert“. Sie hat mir damit das Rederecht entzogen.

Beitrag abgebrochen

Das Rederecht hätte mir nur vom Ortsvorsteher als Versammlungsleiter entzogen werden dürfen. Um eine Konfrontation zu vermeiden, brach ich meinen konstruktiven Beitrag sofort ab.

Eine Aussprache fand somit nicht statt, auch konnten die Ortschaftsräte keine Fragen an mich stellen, um weiteren Informationen zu erhalten. Ich biete weiterhin an, dass man mich jederzeit nach meinen Erfahrungen zur Installation einer PV-Anlage fragen kann. Mein Ziel ist eine sinnvolle und sparsame Verwendung von Haushaltsmitteln.

Für mich ist enttäuschend, dass man so mit einem engagierten Bürger umgeht. Ich bin seit über 50 Jahren in vielen Funktionen ehrenamtlich tätig.

Alfred Grieshaber Obereschach

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