Als eine von zwei Kehrmaschinen unterliege das nun reparaturbedürftige Modell ständiger Belastung, argumentierte Oberbürgermeisterin Diana Stöcker für die Neuanschaffung (Symbolbild). Foto: Michael Matthey/dpa

Eine kostspielige Reparatur nach der anderen, um letztlich ohne neue Kehrmaschine dazustehen: Das will der Weiler Gemeinderat mit dem vorgezogenen Kauf verhindern.

Nicht ohne Einspruch ging im Weiler Gemeinderat die Freigabe von 256 900 Euro für die Anschaffung einer neuen Kehrmaschine über die Bühne.

 

Dennoch stimmten letztlich alle einstimmig der außerplanmäßigen Ausgabe und damit der Anschaffung des Fahrzeugs zu.

Es ist auf eine Nutzungsdauer von sieben Jahren hin angelegt.

Eigentlich war sie erst für das Jahr 2027 vorgesehen: die Anschaffung einer neuen Kompaktkehrmaschine für den Betriebshof Weil am Rhein.

Die vorhandene Kehrmaschine wurde laut Information der Stadtverwaltung im Oktober 2017 angeschafft, die Abschreibungsdauer damals auf einen Zeitraum von zehn Jahren festgelegt.

Eine Verpflichtungsermächtigung in Höhe von 300 000 war deshalb für 2027 schon eingestellt.

Reparaturen in Höhe von mehr als 30 000 Euro wären fällig

Nun hat eine fällige Reparatur den aus Sicht der Stadt notwendigen Anschaffungstermin unverhofft nach vorne verlegt.

Reiner Müller vom Betriebshof stellte den Stand der Dinge vor: 20 000 Euro wären für diese erste Reparatur nötig, hinzu kommen in absehbarer Zeit weitere nötige Reparaturen von Verschleißteilen im Wert von weiteren 15 000 Euro.

Übergangsweise wird mit Leihmaschine gekehrt

Es gäbe ferner keine Gewähr dafür, dass weitere Teile später ausfallen.

Nun soll die neue Maschine gleich in diesem Jahr angeschafft werden. Der Lieferant habe eine verkürzte Lieferzeit von zehn Wochen garantiert, teilte Müller mit.

Für die Übergangszeit werde eine Kehrmaschine geliehen, damit die Straßenreinigung kontinuierlich und bei Bedarf durchgeführt werden könne.

„Wir diskutieren hier um jeden Cent“

Linn Fischer (Grüne) machte in einer Wortmeldung ihrem Unmut über die Beschlussvorlage Luft: „Das ist ein großer Batzen Geld“, sagte sie in Bezug auf die Sparbemühungen bei der Haushaltsaufstellung, „und wir diskutieren hier um jeden Cent.“

Die Maschine unterliege einer kontinuierlichen Belastung und sei fast täglich in Betrieb, sie leide schlichtweg an Verschleißerscheinungen, warb Oberbürgermeisterin Diana Stöcker um Verständnis für die Neuanschaffung. 2027 wäre diese ohnehin fällig gewesen.

Von einer E-Kehrmaschine wird abgeraten

Es bestehe die Gefahr, dass man repariere und repariere und letztlich dafür so viel bezahle wie für eine neue Maschine, ohne diese dann aber auch zu besitzen, führte sie als Argument für den baldigen Neukauf ins Feld.

Die Nachfrage aus dem Rat, ob die Anschaffung einer Kehrmaschine mit Elektroantrieb geplant sei, beschied Müller abschlägig. Davon werde ihm von allen Seiten abgeraten. Eine batteriebetriebene Maschine mache demnach Schwierigkeiten, wenn es zu kalt oder zu warm ist. Nach ein paar Stunden sei der Akku leer – undenkbar im Straßenreinigungsbetrieb.

„Es gibt nichts Besseres auf dem Markt“

Axel Schiffmann (UFW) fragte, ob man sich denn auch für eine Qualitätsmaschine aus heimischer Herstellung entschieden habe, worauf Müller ihm zur Antwort gab, es gebe derzeit seines Wissens nichts Besseres auf dem Markt.

Seinen Fraktionskollegen Jürgen Walliser interessierte, ob die alte Kehrmaschine weiterverkauft werde, was Müller bejahte: Die Maschine werde vom TÜV geschätzt und anschließend verkauft.

Förderung durch Sondervermögen des Bundes vielleicht möglich

Die Verwaltung beabsichtigt, diesen Kauf für eine Förderung aus dem Sondervermögen des Bundes anzumelden.

Sollte dies erfolgreich sein, so könnte der Erwerb vollständig refinanziert werden, hielt Stadtkämmerin Diana Bara fest.