Im November werden in der ganzen Stadt die öffentlichen Weihnachtsbäume aufgestellt. Aber wie viele sollen es bitteschön pro Ort sein? Reicht einer? Sind zwei besser?
Bauamtsleiter Hans-Martin Schluck setzte eine muntere Debatte in Gang, indem er zum Schluss der Gemeinderatssitzung einen Wunsch des Haigerlocher Ortschaftsrates formulierte.
Dieser hätte neben dem großen Weihnachtsbaum in der Unterstadt – er bildet immer den Mittelpunkt beim Christkindlesmarkt – gerne in der Oberstadt einen zweiten Baum. Und zwar auf der frisch hergerichteten Aussichtskanzel gegenüber dem Hotel-Restaurant „Krone“, weil er dort am besten sichtbar ist. Die Meinung dazu in seinem Gremium sei „glasklar“, bestätigte der Haigerlocher Ortsvorsteher Michael A.C. Ashcroft die Ernsthaftigkeit dieses Antrags: „Der Ortschaftsrat will einen zweiten Baum – so wie es früher immer gewesen ist.“
Erstmals kommen die Bäume aus einer Baumschule in Balingen
Das Problem: Seit geraumer Zeit hat man sich darauf geeinigt, dass jeder Haigerlocher Ortsteil, also auch die Kernstadt, aus Kostengründen nur noch einen Baum erhält.
Die Bäume stammen in diesem Jahr übrigens nicht aus dem Stadtwald, sondern werden zum ersten Mal von einer Baumschule in Balingen bezogen. Die Firma schlägt die etwa sechs Meter hohen Weihnachtsbäume (alles Nordmanntannen) und liefert sie bis zum Aufstellplatz für einen Preis von 200 Euro, was aus Sicht von Bauamtsleiter Schluck ein „kostengünstiges Angebot darstellt“.
Soll man nun den Kernstädtern einen zweiten, mit etwa drei Metern Höhe etwas niedrigeren Baum gönnen? Niedriger auch deshalb, weil dann eine Betonschale als standsichere Halterung vermutlich ausreichen würde. Denn ein Anbohren der gerade erst für teures Geld hergestellten neuen Brüstung und des Geländers zur Befestigung des Baumes kommt für Bauamtsleiter Schluck überhaupt nicht in Frage.
Gemeinderat strikt gegen einen zweiten Baum
Zweiter Christbaum auf Kosten der Stadt? Das kommt nicht in die Tüte, so das klare Signal aus dem Gemeinderat, der bei der Abstimmung den Antrag aus dem Ortschaftsrat der Kernstadt mit klarer Mehrheit abschmetterte (lediglich zwei Stimmen waren dafür).
Wenn man vom Sparen spreche, gelte das einheitlich für alle Ortsteile, betonte Gemeinderat Walter Stocker (CDU). Er verwies darauf, dass auch in Stetten früher zwei Weihnachtsbäume gestanden hätten (bei Rathaus und Kirche) und jetzt eben nur noch einer.
Wenn der Haigerlocher Ortschaftsrat der Meinung sei, dass der Baum in der Oberstadt besser passe, dann solle der Baum anstatt auf dem Marktplatz in der Unterstadt eben dort aufgestellt werden, schlug Simon Fecht (Freie Wähler) vor.
Bürgermeister Lebherz öffnet eine Hintertür
Mit der Ablehnung des Gemeinderates ist die Tür für einen zweiten Weihnachtsbaum in der Kernstadt aber noch nicht endgültig zugeschlagen. Bürgermeister Heiko Lebherz machte nämlich einen Vorschlag. Wenn man Sponsoren zur Finanzierung eines zweiten Baumes finde, dann spreche nichts gegen dessen Aufstellung. Und was den Sockel betrifft: da habe der Haigerlocher Ortschaftsrat doch ein Mitglied in seinen Reihen, das sich mit dem Baustoff Beton bestens auskenne.
Bliebe dann am Ende nur noch die Frage der Beleuchtung von Baum Nummer zwei zu klären, denn die ist der eigentliche Kostentreiber. In der Regel, so beantwortete Bauamtsleiter Schluck eine entsprechende Frage des Harter Ortsvorstehers Thomas Bieger, werde der Strom von einer Straßenlampe in der Nähe abgezweigt.