Die Eutinger Gemeinderäte ringen weiter um weniger Lärm in der Gemeinde. Müssen dafür auch Verkehrsteilnehmer auf der Autobahn auf die Bremse treten?
Beschlossene Sache ist die Lärmaktionsplanung in Eutingen – umgesetzte Maßnahme ist etwa Tempo 30 durch Eutingen.
Nun war die Lärmaktionsplanung wieder Thema im Gemeinderat, der dem Lärmexperten Wolfgang Wahl von der Rapp AG einige Dinge mit auf den Weg gab.
In diesem Bereich könnte Tempo 100 helfen
So soll etwa untersucht werden, was eine Geschwindigkeitsreduzierung auf 100 km/h ganztags und auch nachts auf der A 81 bringen würde – im Bereich der Bebauungen Weitingen und Rohrdorf. Zudem soll untersucht werden, was ein Lückenschluss mit Tempo 30 auf der B 28 zwischen den Ortsausgängen und dem bestehenden Tempo 30 in der Ortsdurchfahrt Eutingen bringen würde.
Hier sei ein Schutz der Radfahrer und der Fußgänger wichtig, meinten einige Ratsmitglieder. Zudem soll untersucht werden, was das Aufstellen schallabsorbierender Lärmschutzwände auf den betroffenen Abschnitten an der A 81 bringen würde. Planer Wolfgang Wahl wird dies nun untersuchen, und empfahl aber darüber hinaus, dass eine Ortsumfahrung von Eutingen den meisten Lärm einsparen würde.
Laute Schachtdeckel in der Ortsdurchfahrt
Zudem fielen ihm die lauten Schachtdeckel in der Ortsdurchfahrt von Eutingen auf – dies sollte behoben werden, sagte Wolfgang Wahl. Zum Tempo 100 auf der A 81 meinte Wahl, dass 100 km/h sehr ambitioniert seien, „aber vielleicht kriegen wir ja Tempo 120 auf den betroffenen Abschnitten hin.“
Bürgermeister Markus Tidemann erklärte, dass die Gemeinde Eutingen zur Aufstellung eines Lärmaktionsplans verpflichtet sei, „und wir sind gerade mitten im Prozess“. In den vergangenen Jahren seien viele Maßnahmen umgesetzt worden.
Auch die „Berliner Mauer“ sorgt für Lärm
Derzeit befindet sich Eutingen im Prozess der Fortschreibung des Lärmaktionsplans – Bürger sind etwa betroffen vom Lärm, den die „Berliner Mauer“ B 28 verursacht, und auch vom Verkehrslärm der A 81, die laut Wahl ein „kritisches Thema“ sei – „da müssen wir dicke Bretter bohren.“
Manche Städte und Gemeinden seien bezüglich der Lärmaktionsplanung schon vor den Verwaltungsgerichtshof gezogen. Bezüglich der A 81 und Tempo 100 könne er derzeit nichts versprechen.
Auf der B 28 fahren täglich 8200 KFZ in 24 Stunden – besonders sei aber der Schwerlastverkehr belastend für die Bürger, sagte der Lärmplaner. Hier bringe Tempo 20 auf der B 28 nichts – der Lärm bleibe derselbe, und die Autos wären dann länger im Ort.
Ist eine lärmregulierende Ampel hilfreich?
Von einer lärmregulierenden Ampel, die nur eine bestimmte Anzahl von Autos in den Ort hineinfahren lässt, riet Wolfgang Wahl ab – die Autos sollten schnell wieder ausfahren können, dies sei wichtig. Auch Tempo 20 bringe in der Ortsdurchfahrt Eutingens nichts – dies sei keine Maßnahme des Lärmaktionsplanes. Dass eine Pförtnerampel nichts bringe außer lärmintensiver Staus, zeige etwa das Beispiel Hagnau am Bodensee.
Es gebe aber zur Lärmreduktion keine Alternativen – Wolfgang Wahl will aufs Regierungspräsidium zugehen wegen weiterer Lösungen. Als weiteren Schritt nannte Wahl die Durchführung einer Wirkungsanalyse, die nun erstellt werden soll. Der Gemeinderat befürwortete die Lärmaktionsplanung mit 11 Jastimmen und zwei Neinstimmen – mehrheitlich gab das Gremium so grünes Licht. Nun soll eine förmliche Beteiligung der Öffentlichkeit und der Behörden und Träger öffentlicher Belange durchgeführt werden. Danach kommt das Thema noch einmal in den Gemeinderat, der dann den Lärmaktionsplan fortschreiben wird. Die Gemeinde Eutingen wird dann die Anordnung lärmmindernder Maßnahmen bei der Straßenverkehrsbehörde beantragen.