Düster ist die Prognose für den Haushalt 2026 bei der Stadt Zell. Dafür gibt es gleich mehrere Gründe.
Diese erläuterte Daniela Burger als Fachbereichsleiterin Finanzen im Finanzausschuss. Das sind zunächst die Ausgleichszahlungen, die als Einnahmen an die Stadt gehen –und gegenüber dem Jahr 2025 um 223 000 Euro sinken. Zugleich steigen die Zahlungen, die die Gemeinde ihrerseits für Kreis- und Finanzausgleichsumlage sowie Sachkostenbeiträge leistet – um über eine Million Euro. Im Ergebnis steht bei Zuweisungen und Umlagen ein Minus von rund 1,2 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr.
7,7 Millionen Euro an Personalkosten
Gleichzeitig steigen die Ausgaben für die Personalkosten um 633 000 Euro auf 7,7 Millionen Euro, wie Hauptamtsleiter Peter Lepkojis erläuterte. Grund sind vor allem die Tarifsteigerungen von 2,8 Prozent sowie die Anhebung der Jahressonderzahlung auf 85 Prozent eines Monatsgehaltes.
Geplantes Defizit von 2,2 Millionen in 2026
In Summe ergibt sich gegenüber dem laufenden Jahr eine Verschlechterung um fast 1,8 Millionen Euro – sofern bei Sachkosten und Gebäudeunterhalt die gleichbleibende Werte unterstellt werden, so die mahnenden Worte von Daniela Burger. Das heißt: Wo für das laufende Jahr ein Minus von 400 000 Euro eingeplant geplanten ist, muss man im kommenden Jahr von einem Minus von rund 2,2 Millionen Euro ausgehen.
Die Rücklage, die die Gemeinde eigentlich für die Abschreibungen bilden muss, kann zum wiederholten Mal nicht erbracht werden. Das geht auf Kosten der Generationengerechtigkeit, denn: Fehlend Rücklagen aus den Abschreibungen, können zukünftige Instandhaltungsmaßnahmen nicht gestemmt werde, so die trübe Diagnose angesichts der laufenden Zahlen.
Für die Liquidität – das Geld auf dem Konto der Stadt – gibt es aus den bereits laufenden Investitionen eine Entlastung von rund 600 000 Euro: Die Ausgaben sind schon getätigt, die Zuschüsse fließen teilweise erst im nächsten Jahr.
Deshalb der positive Effekt – der sich bei Betrachtung der Neuinvestitionen aber dreht, denn aus diesen Planungen ergibt sich ein Minus von über 700 000 Euro. Unter Beachtung aller Geldzu- und -abflüsse ist eine Abnahme des Kontostandes von momentan rund 6 Millionen auf 5,1 Millionen Euro Ende 2026 zu erwarten.
Investiert werden soll in ein neues Gefährt im Werkhof und in den zweiten Bauabschnitt der Straßensanierung im Ortsteil Gresgen. Für beide Maßnahmen würde die Verwaltung gerne Mittel aus dem Ausgleichsstock beantragt. Allerdings ist nicht klar, ob es Geld für beide Maßnahmen gibt, deshalb soll der Gemeinderat eine Priorisierung vornehmen.
Da die Straßensanierung Gresgen teurer ist als die Anschaffung für den Werkhof, plädierte Stadtrat Peter Grether dafür, die Straßensanierung zu priorisieren. Dem Argument schloss sich Klaus Wetzel an. Kämmerin Daniela Burger hofft bis auf Weiteres auf eine finanzielle Unterstützung für beide Maßnahmen.
Abläufe im Rathaus sollen geprüft werden
Hauptamtsleiter Lepkojs will die Organisations- und Ablaufstruktur der Stadtverwaltung durch eine externe Beratungsgesellschaft prüfen lassen. Die Kosten werden auf rund 20 000 Euro geschätzt. Eine sinnvolle Maßnahme, befand Stadtrat Thomas Kaiser, denn eine solche Analyse gab es nach Aussage der Verwaltung seit 20 Jahren nicht mehr.
Auf Antrag von Stadträtin Claudia Dolzer hat sich die Verwaltung um Fördermöglichkeiten für Photovoltaikanlagen auf städtischen Gebäuden gekümmert. Ergebnis: Gefördert werden lediglich Anlagen über 550 000 Euro. Das sei eine klare Bevorzugung von großen Städten, kritisierte Dolzer und kündigte an, dies mit den Landes - und Bundestagsabgeordneten zu besprechen. Klar scheint: Auf Grund der aktuellen Haushaltslage wird es vermutlich erstmal keine Investitionen im Bereich PV geben.