Bergmannskluft, Stirnlampe, Totenschädel: Unterm Namen „Death’s Head Miner“ zieht seit diesem Jahr eine neue Schopfheimer Clique durchs Umzugsgeschehen.
„Ich bin mit der Fasnacht groß geworden und mein Traum war es schon immer, eine eigene Gruppe zu gründen“, erzählt Meik Hinz im Gespräch mit unserer Zeitung. In einer Gruppe befreundeter Nachbarn konkretisierte sich der lang gehegte Traum dann im vergangenen Jahr: „Eines Abend kurz nach der letzten Fasnacht haben wir einfach beschlossen: Wir gründen eine Clique“, erzählt Hinz.
Besonderes Motiv
Um den Vorsatz dann auch tatsächlich bis zur Fasnacht 2026 mit Leben zu füllen, mussten sich die Akteure mächtig ins Zeug legen. Zunächst ging es um die Frage, welche Figur und welche Geschichte die Gruppe denn überhaupt verkörpern könnte. „Es sollte schon etwas Besonders sein – nicht unbedingt die x-te Hexen- oder Waggis-Gruppe“, so der Cliquengründer.
Beim Wühlen in der Schopfheimer Geschichte stieß man auf die Bergbau-Vergangenheit Gersbachs – und damit zugleich auf ein Motiv, das es als Fasnachtsfigur ansonsten noch nirgendwo gibt, schildert Hinz. Die Idee für die Gruppe war geboren.
Authentische Bergmannskluft
Auf der Suche nach originaler Bergmanns-Kleidung wurde man bei einer Firma aus dem früheren Bergbaurevier Nordrhein-Westfalen fündig: Weiße Jacke, weiße Hose und ein sogenanntes „Arschleder“ – alles zusammen von den Mitgliedern in Handarbeit vom allzu fabrikneuen Look befreit, wie Hinz schmunzelnd schildert.
Die Holzmaske wiederum haben die „Miners“ vom renommierten Maskenschnitzer Simon Stiegeler aus Grafenhausen kreieren und schnitzen lassen. Dass dabei ein Totenkopf herauskam, hat ebenfalls seine Bewandtnis – schließlich gehört der Bergbau zumindest hier in der Region längst der Vergangenheit an.
Eine besondere Rolle inmitten dem Dutzend Bergleute, die in der Gruppe derzeit aktiv sind, hat Meiks neunjährige Tochter Mia: Sie verkörpert im roten Gewand die Heilige Barbara – die Schutzpatronin der Bergleute.
Voller Narrenfahrplan
Insbesondere wegen des englischen Namens gab es aus arg traditionsverhafteten Narren-Nestern durchaus negative Rückmeldung, berichtet Meik Hinz. Anderswo wiederum sei man mit offenen Armen empfangen und direkt zu Umzügen und sonstigen Fasnachtsveranstaltungen eingeladen worden, sodass schon die erste Narrensaison der „Death’s Head Miners“ zum Bersten gefüllt ist. Premiere feierte die Gruppe Mitte Januar beim Nachtumzug in Göhrwil, seither geht es Schlag auf Schlag. In Schopfheim selbst war die Gruppe erstmals beim Narrenbaumstellen zu sehen, und auch beim Nachtumzug am Rosenmontag wird sie mitlaufen.
Mit zwölf erwachsenen Mitgliedern und drei Kindern sind die „Miners“ im Moment eine klein-feine Familien- und Freundesclique – auf jeden Fall aber offen für weiteren Mitglieder, erklärt betont ihr Gründer.