Ein Winterdienstfahrzeug ist auf der Schwarzwaldhochstraße im Einsatz. Foto: Benedikt Spether/dpa

Ampel an Zuberkurve ein neuralgischer Punkt. Parkende Autos erschweren Winterdienst.

Das war heftig: Der Wintereinbruch am Dienstag war zwar in den Wettervorhersagen angekündigt, dass der Schnee aber in solchen Massen vom Himmel fällt, war dann doch für viele Bürger in Freudenstadt und vor allem die Autofahrer unter ihnen überraschend.

Freudenstadt - Im Freudenstädter Stadtgebiet hatte das zuständige Baubetriebsamt wegen des starken Schneefalls alle Hände voll zu tun. So seien bereits am frühen Dienstagmorgen gegen 4 Uhr die ersten Einsatzkräfte ausgerückt – zunächst aber nur, um Äste von den Straßen zu räumen, berichtet Otto Rittmann vom städtischen Baubetriebsamt.

"Gegen 7 Uhr ging es dann richtig los. Da hat es so richtig angefangen zu schneien", sagt Rittmann und fügt hinzu: "Da war dann Vollalarm". Infolgedessen seien nach und nach immer mehr Einsatzkräfte ausgerückt, um den Schnee von den Straßen zu räumen. Allein bis zur Mittagszeit seien insgesamt mehr als 60 Personen, darunter auch einige Mitarbeiter von Fremdunternehmen, am Einsatz beteiligt gewesen. Mit Schneeverwehungen habe man "ganz besonders zu kämpfen gehabt", so Rittmann. "Der Verkehr war im Stadtgebiet aber insgesamt sehr mäßig", sagt Rittmann. Das habe wohl was mit der derzeitigen Corona-Lage zu tun, vermutet er. "Die Schulen sind zu, viele Menschen arbeiten im Homeoffice, es gibt daher keinen Ansturm auf die Parkplätze. Dieser Umstand hat uns Luft gegeben", resümiert Rittmann.

Parkende Autos erschweren Winterdienst

Nichtsdestotrotz lief am Montag nicht alles so, wie man es sich beim Baubetriebsamt gewünscht hätte. "Für die Mitarbeiter war das ein sehr schwieriger Tag", betont die Leiterin des Amts, Gabriele Zürn. Sie erhofft sich aber mehr Verständnis von den Bürgern.

Gerade in Nebenstraßen und Baugebieten würden manche Autofahrer die Straßen links und rechts zuparken, was die Schneeräumungsarbeiten der Einsatzfahrzeuge erschwere. Es seien nun mal auch größere Fahrzeuge wie ein Lastwagen oder ein Unimog im Einsatz, die dann auch mit einer gewissen Geschwindigkeit durch die Straßen fahren müssten. Wenn Autofahrer nicht warten könnten, bis der Winterdienst in seiner nächsten Tour wieder durch die Straße fährt und in der Zwischenzeit wegfahren, erwartet Zürn von ihnen, dass sie "dann eben auch selbst Hand anlegen oder ihr Fahrzeug schon vorab woanders abstellen".

In der Stuttgarter Straße und in der Manbachsiedlung hätten zudem hängen gebliebene Lastwagen den Verkehr behindert. "Manche Fahrer wussten wohl nicht, dass es in Freudenstadt auch mal ordentlich schneien kann", echauffiert sich Zürn.

Stau von Freudenstadt bis hinter Aach

Der Einsatz auf den Straßen dauerte laut Zürn bis in den späten Dienstagabend an. "Im Abenddienst werden vor allem die Hauptdurchgangsstrecken und die Steilstrecken geräumt", sagt Zürn und fügt hinzu: "Die Wohngebiete sind dann erst am frühen Morgen wieder dran." Mit dem Einsatz vom Dienstag zeigt sich Zürn indes zufrieden und betont: "Wir tun, was wir können und geben unser Möglichstes – und zwar mit allen Einsatzkräften, die wir haben." Erhebliche Behinderungen gab es in der Umgebung von Freudenstadt auf der Landesstraße 404 zwischen Herzogsweiler und Hallwangen. Um die Mittagszeit stand dort ein Lastwagen quer auf der Fahrbahn. Kurz vor Hallwangen stand ein zweiter Laster am Straßenrand. Auch er kam nicht weiter. Auf der Bundesstraße 28 in Freudenstadt stockte der Verkehr immer wieder. Besonders heftig war es gegen 12.30 Uhr, als sich die Fahrzeuge von der Bacherkreuzung bis zur Abzweigung nach Dornstetten an der Zuberkurve stauten. Viele Autofahrer bogen deshalb in Richtung Aach ab, andere drehten auf der dortigen Brücke um, als sie merkten, dass nichts vorwärts geht.

Der Grund für den Stau waren fünf Lastwagen, die auf spiegelglatter Fahrbahn die Steigung hinter Aach nicht schafften. Zwei standen am Ortsende von Aach. Als neuralgischer Punkt erwies sich die neue Ampelanlage an der Zuberkurve, wo gleich drei Lastwagen auf der Abbiegespur nach Dornstetten festhingen. Räumfahrzeuge waren zwar unterwegs, aber dort wo sie geräumt hatten, war die Fahrbahn fast noch rutschiger. So mancher Autofahrer hatte Mühe, im Stau oder an der Ampel anzufahren.

Auch auf den Nebenstrecken war kaum ein Durchkommen. Die Straße zwischen Hallwangen und Erzgrube und weitere Straßenabschnitte in der Gemeinde Seewald waren wegen umgestürzter Bäume zeitweise gesperrt.

Nur wenige Unfälle

Trotz der zahlreichen Behinderungen gab es aber nur wenige Unfälle. Wie das Polizeipräsidium Pforzheim meldet, waren bis Dienstagabend zumindest keine schweren Unfälle bekannt. Wie ein Polizeisprecher mitteilt, wurde für die Bundesstraße 28 zwischen Freudenstadt und Kniebis und von Bad Griesbach in Richtung Freudenstadt bereits um 7 Uhr die Schneekettenpflicht für Lastwagen angeordnet. Dennoch blieben auf den Strecken etliche Lastwagen liegen.

Die Straßenmeisterei in Freudenstadt hatte mächtig Stress. Wie Pressesprecherin Sabine Eisele vom Landratsamt berichtet, waren 28 Mitarbeiter in zwei Schichten mit den 14 Räum- und Streufahrzeugen im Dauereinsatz. Auch in den Nachmittagsstunden steckten auf den Bundesstraßen 294 und 28 immer wieder Lastwagen fest, doch die Autos kamen durch. "Wenn es durchschneit, ist die Räumung der Straßen eben schwierig", schilderte Eisele die Situation.

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