Gemeinsam enthüllten die Bürgermeister Torben Dorn und sein Kollege Francis Klein das Straßenschild im Hüttendorfer Neubaugebiet, das den Namen „Rue de Dauchingen – Dauchinger Straße“ führt und mit beiden Gemeindewappen versehen ist. Foto: Gertrud Hauser

Die 25-jährige Partnerschaft zwischen Dauchingen und Hüttendorf ist ein Anlass zum Feiern und Erinnern. In Hüttendorf gibt es nun eine Straße, die den Namen „Dauchingen“ trägt.

Die 25-jährigen Jubiläumsfeierlichkeiten zur Besiegelung der Partnerschaft zwischen den Gemeinden Dauchingen und Hüttendorf zeigten erneut auf, wie wichtig das gemeinsame Miteinander der Bevölkerung diesseits und jenseits des Rheins ist. Dauchingens Bürgermeister Torben Dorn und sein französischer Kollege Francis Klein gingen in ihren Reden darauf ein, an dieses wertvolle Band der Freundschaft weiter anzuknüpfen.

 

Die Partnerschaft pflegen die beiden Gemeinden nun schon seit über 75 Jahre, und sie geht auf die Erlebnisse des Dauchinger Josef Zirn zurück. Er kam als Kriegsgefangener im Mai 1945 nach Hüttendorf und kam bei der Familie Kuhn unter. Dort verblieb er bis 1948.

Schon in den 1950er-Jahren organisierte Josef Zirn, damals als Vorsitzender der Dauchinger Musikkapelle, Ausflüge nach Hüttendorf. Im Jahr 2000 wurde die jahrzehntelange Freundschaft durch die damaligen Bürgermeister a.D. Bernard Ritter (Hüttendorf) und Anton Bruder a.D. (Dauchingen) mit der feierlichen Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunde in Hüttendorf besiegelt.

Schon damals war es der Wunsch beider Gemeinden Brücken zu bauen, zwischen Deutschland und Frankreich, zwischen Menschen, die sich bis dahin kaum kannten. Deshalb sei es auch heute der Wunsch, das Andenken an Josef Zirn wachzurufen. „Unsere Vorfahren haben es verstanden, eine tiefe und gegenseitige Freundschaft wieder aufzubauen, eine Freundschaft, die auch unsere sein muss und niemals vergehen darf“, so Francis Klein in seiner Laudatio.

Straße trägt jetzt den Namen „Dauchingen“

Torben Dorn erinnerte daran, dass gerade in der heutigen Zeit, in der wir einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg in Europa erdulden müssen, es ein echtes Geschenk sei, dass die beiden Gemeinden zusammen feiern dürfen. Und die Hüttendorfer haben ihren Dauchinger Freunden mit diesen Jubiläumsfeierlichkeiten nicht nur ein wahres Geschenk bereitet, sondern waren großartige Gastgeber.

Schon der Empfang in der festlich dekorierten Festscheune war grandios. Danach machte man sich in einem Umzug auf den Weg in Richtung Dorfmitte zum „Josef Zirn Platz“, angeführt von den Feuerwehrkameraden aus Hüttendorf und Dauchingen, den beiden Bürgermeistern sowie mit den Klängen der Dauchinger Musikkapelle und einer großen Festgemeinde. Beide Bürgermeister legten ein Blumengebinde auf den Ehrenplatz nieder, dazu spielte die Musikkapelle unter der Leitung von Gabor Fehervari die beiden Nationalhymnen sowie die Europahymne.

Die beiden Bürgermeister  legten am Josef Zirn Platz Blumengebinde nieder und lauschten den beiden von der Dauchinger Musikkapelle gespielten Nationalhymnen. Foto: Gertrud Hauser

Die Gemeinde Hüttendorf erinnert neben dem „Josef Zirn Platz“ noch mit weiteren freundschaftlichen Gesten an die Partnerschaft. So hat der vorherige Gemeinderat unter Bürgermeister Pierrot Winkel beschlossen, im Neubaugebiet dem Straßenzug den Namen „Rue de Dauchingen“ zu geben. Inzwischen haben sich elf Haushalte in dem neuen Baugebiet niedergelassen. Feierlich enthüllten Torben Dorn und Francis Klein das Straßenschild, das einzige zweisprachige Schild im ganzen Dorf mit den Wappen beider Gemeinden. Begleitet wurden sie dabei von den beiden Dauchinger Alphornbläsern Claudia und Werner Schlenker. Danach ging es zurück in die Festscheune. Dort begeisterten die Line-Dancer der Dauchinger GSD mit zwei Auftritten. Für großartige Stimmung sorgte auch die Dauchinger Musikkapelle.

Zwischendurch tauschten die beiden Bürgermeister ihre Gastgeschenke aus. Für die herannahende Nacht versprachen die Hüttendorfer ihren Freunden aus Dauchingen ein besonderes Highlight. Auf dem Rasenplatz tanzten beleuchtete Tänzerinnen mit ihren weiten Flügeln in choreografischer Vollkommenheit, gemischt mit Flammenkünstlern.

Ein besonderes Spektakel boten beleuchtete Tänzerinnen im Rahmen der Jubiläumsfeierlichkeiten. Foto: Gertrud Hauser

Und dann hieß es Abschied nehmen von den Freunden in Hüttendorf – in der Hoffnung, sich bald wiederzusehen.