Glückliche Blicke der Kinder wie auf dem Foto und viel Freude in Gambia: Das Engagement werde mit viel Dankbarkeit belohnt, berichteten die Reinelts im Farrenstall. Repro: Preuß Foto: Schwarzwälder-Bote

Elfrun und Günther Reinelt nehmen Zuhörer mit auf die Reise in ein besonderes Land / Partnerschaft mit Gambia

Von Stefan Preuß

Dauchingen. Viele interessierte Zuhörer zog der Vortrag über die Schulpartnerschaft mit Gambia an, den Elfrun und Günther Reinelt im Farrenstall hielten.

Zunächst nahmen die Reinelts die Zuhörer mit auf die Reise in ein besonderes Land, dessen reiche Tierwelt, vor allem Vögel, beeindruckt. Aber auch Krokodile, Affen und großer Fischreichtum seien kennzeichnend. Die Besucher erfuhren außerdem, dass intensiv Landwirtschaft betrieben wird, etwa der Anbau von Erdnüssen, Mango, Bananen, Kassawa, bedingt Reis sowie Gemüse, wenn eine Bewässerung sichergestellt werden kann.

Das Projekt entstand, als die Medizinerin Gabriele Reinelt bei "Ärzte ohne Grenzen" in Sierra Leone arbeitete. Die Tochter der Reinelts verabredete sich mit ihren beiden Geschwistern zu einem Treffen im nicht vom Krieg heimgesuchten Gambia.

Bei einem zufälligen Besuch in Bintang waren sie fasziniert von dem Ort am Gambia-River, so dass sie sich zum Wiederaufbau einer verfallenen Lodge entschlossen, um den Leuten im Dorf Arbeit zu geben. "Mit hohen privaten Ausgaben wurde die Lodge 2004 renoviert", berichtete Günther Reinelt. Als ein Jahr später die damalige Rektorin Gabriele Krieger von der Grund- und Hauptschule Dauchingen Urlaub in Gambia machte, besuchte sie auch Bintang. 2006 schließlich wurde die Partnerschaft der beiden Schulen beschlossen. "Seit 2007 werden Kinder aus Bintang auf weiterführende Schulen vornehmlich nach Brikama in die Bottrop Technical Secondary School geschickt.

Die Schulpflicht endet nach dem sechsten Schuljahr. Sprache ist Englisch. Mittlerweile werden 14 Kinder gefördert", berichtete Elfrun Reinelt. Jährlich würden etwa 60 bis 80 Schuluniformen für die ärmsten Schüler angeschafft, damit sie die Schule besuchen können, denn in Gambia heißt es: "Ohne Schuluniform kein Schulbesuch."

Der Schulkomplex wurde durch Gelder aus Dauchingen weitestgehend renoviert, wie Reinelt anhand von Fotos aufzeigte: "Das Dach ist neu gedeckt, Räume gestrichen, Speisesaal und Lehrerwohnkomplex wieder völlig neu aufgebaut, nur die Küche befindet sich noch im Bau." Die Reinelts stellten auch neue Projekte vor, etwa Kindergärten in den umliegenden kleinen Orten wie Katakorr, Bulanjor und Jakoj. "Da die Kleinkinder bis zu sechs Jahren nicht die Strecken bis zu acht Kilometern nach Bintang zweimal am Tag zurücklegen können, braucht man Gelder, um Kindergärten zu renovieren und auszubauen, Gelder für das Mittagessen, das von Müttern gekocht wird und Geld, um die Kinder in den Kindergarten zu schicken", so Elfrun Reinelt.

Inzwischen haben mehrere Schüler bereits private Sponsoren, die den Schulbesuch in den weiterführenden Schulen finanzieren, berichtete das Duo. Ihr Fazit: "Es lohnt sich, in Gambia zu helfen, weil man viel Freude erlebt und viel Dankbarkeit zurückkommt."