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Dauchingen Insolvenz beim Pferdesportzentrum

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Die Aufschüttung des Reitplatzes (rechts neben den Gebäuden) im Einzugsgebiet der Keckquellen sorgt seit längerer Zeit für Diskussionen. Foto: Google Earth Foto: Schwarzwälder Bote

Das Pferdesportzentrum Oberer Neckar im Schopfelental hat Insolvenz angemeldet. Das Amtsgericht Villingen-Schwenningen hat dem Antrag der Inhaberin des Einzelunternehmens auf "Eröffnung des Insolvenzverfahrens über das eigene Vermögen" stattgegeben.

Dauchingen. Zur vorläufigen Insolvenzverwalterin wurde die Rechtsanwältin Elke Bäuerle vom Gericht bestellt. Die Juristin war am Mittwoch vor Ort, um sich ein Bild von den Gegebenheiten und der finanziellen Situation zu machen. Bis Redaktionsschluss war Bäuerle trotz wiederholter Nachfrage nicht für eine Stellungnahme zu erreichen, so dass im Moment keine Informationen über die Fortführungsperspektive verfügbar sind. Die Eigentümerin, als Pferdewirtin und Reitlehrerin vom Fach, betreibt die Anlage zusammen mit einem Pferdewirtschaftsmeister.

Nach Übernahme des vormals Grenzlandhof genannten Areals wurde in erheblichem Umfang investiert. Neben der Pensionspferdehaltung liegt der Schwerpunkt auf Reitschule und der Vorbereitung zum Reitsport. Laut Homepage wird auch Pferdezucht und im engen Umfang Handel mit Pferden und Ponys betrieben.

Die Aktivitäten der Betreiberin sind in den vergangenen Monaten immer wieder Gegenstand von Erörterungen im Gemeinderat gewesen, da zum Teil Bauten wie Paddockställe ohne Genehmigung erstellt worden sein sollen. Besonders kontrovers wird die Aufschüttung des vorgesehenen großen Reitplatzes diskutiert. Der sei völlig überdimensioniert, so mehrere Ratsmitglieder. Da laut Landwirtschaftsamt der Reitplatz in der beantragten Größe auch im Außenbereich nicht privilegiert ist, sei ein Bauantrag – der im Vorfeld ebenfalls nicht gestellt worden sei – nicht genehmigungsfähig und daher abzulehnen. Besonders pikant war und ist dies, weil der Reitplatz im Einzugsgebiet der Keckquellen liegt, die als Trinkwasserquellen besonders sensibel sind. Das Landratsamt als zuständige Untere Naturschutzbehörde hatte deshalb seinerzeit vor Abschluss der baurechtlichen Bewertung des Vorgangs Bodenproben entnommen und analysieren lassen.

Das Landratsamt macht keine Angaben zum Ergebnis der Analyse, obschon dies die Bürger in Sorge um die Qualität des Trinkwassers sehr interessiert. Aus sicherer Quelle war zu erfahren, dass die Beprobung eine Kontaminierung des angefahrenen Materials mit Abfallstoffen ergeben haben soll. Erst im September war das Pferdesportzentrum erneut Gegenstand der Beratungen im Gemeinderat, der sich mit dem seiner Meinung nach zu zögerlichen Vorgehen des Landratsamtes auseinandersetzte.

Bürgermeister Torben Dorn sagte auf Anfrage, er gehe weiterhin davon aus, dass das angefahrene Material fachmännisch entsorgt werde – auf wessen Kosten nun auch immer: "Alles andere wäre ein starkes Stück und für uns sehr frustrierend. Wir müssen bei der Ausweisung von Gewerbe- oder Wohnflächen extreme Investitionen für die Wasserwirtschaft und den Gewässerschutz vornehmen, weil wir im Einzugsgebiet der Keckquellen liegen, da kann das Material doch nicht direkt im Wasserschutzgebiet verbleiben."

Die Sprecherin des Landratsamtes teilte mit, dass seit April diesen Jahres das abfallrechtliche Verfahren laufe, "um eine ordnungsgemäße Entsorgung der Aufschüttung durchzusetzen. Diesem Verfahren ist ein Baugenehmigungsverfahren vorausgegangen, welches ergebnislos beendet wurde, da die Bauherren ihren Antrag zurückgezogen haben." Da es mehrere "abfallrechtliche Störer" gebe, stelle sich der Fall komplex dar. "In der Zwischenzeit wurden Gesichtspunkte vorgetragen, die es rechtlich zu bewerten galt, weshalb Fristverlängerungen gewährt wurden", heißt es weiter vom Landkreis. Zur Frage der Insolvenz und deren Auswirkungen könne man derzeit keine Aussage treffen. Denkbar sei, "dass eine Zwangsversteigerung des Grundstücks folgen könnte. Ein Eigentümerwechsel hätte in der Folge wieder Auswirkungen auf das abfallrechtliche Verfahren mit entsprechenden zeitlichen Verzögerungen."

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