Dauchingen ist verkehrstechnisch gut angebunden. Doch das bringt für die Einwohner auch Nachteile mit sich. Auch auf dem Immobilienmarkt hat es in der Gemeinde noch Luft nach oben.
Zwar schneidet Dauchingen beim diesjährigen Orts-Check in allen Kategorien über dem Kreisdurchschnitt ab, dennoch sehen die Bürger im Bereich Verkehr und Immobilienmarkt noch Luft nach oben.
Bereits 2022 war die Verkehrssituation in Dauchingen im Rahmen des Orts-Checks ein Thema. Nun wurden die Einwohner erneut zur Lärmbelästigung durch den Verkehr und die Belastung durch den Straßenverkehr in der Gemeinde befragt.
In Sachen Verkehr scheint die Gemeinde gut angebunden zu sein. Das Oberzentrum Villingen-Schwenningen ist nur vier Kilometer entfernt, durch den Ort führt die Landstraße 423 und die A 81 ist in nur vier Kilometern erreichbar. Aber ist genau dies das Problem, warum Dauchingen in puncto Verkehr zwar gut, aber eben nicht sehr gut abgeschnitten hat?
Die Umfrageteilnehmer fordern etwa die Geschwindigkeit im Ort auf 30 Stunden Kilometer zu reduzieren, die Einführung von Geschwindigkeitsbegrenzungen in Wohngebieten und Radarkontrollen an der Niedereschacher Straße.
Tempo 30 bringe keine Entlastung
Das Tempo in den Wohngebieten in Dauchingen auf 30 zu reduzieren, war bereits in einem Bürgerentscheid 2018 Thema. Damals lehnten die Dauchinger Bürger die Geschwindigkeitsreduzierung klar ab. Lediglich 39 Prozent der Wähler stimmten für Tempo 30. Sollte das Thema nach sechs Jahren nochmals auf den Tisch kommen?
Bürgermeister Torben Dorn hat hierzu eine klare Ansicht. 23 Prozent der Einwohnerschaft Dauchingens wohne an den fünf klassifizierten Ortsdurchgangsstraßen. Auf diesen sei rechtlich kein Tempo 30 möglich, so der Bürgermeister. Doch er gibt auch zu: „Dieser Teil unserer Einwohnerschaft ist einer höheren Verkehrsbelastung ausgesetzt, als jene in unseren Wohngebieten.“
Eine Wiederholung des Bürgerentscheids von 2018 unter der Annahme, dass dieser für Tempo 30 ausfallen würde, würde die Situation für die 23 Prozent der Einwohner in keiner Weise verbessern, ist sich Dorn sicher. Zuvor müsse der Gesetzgeber die rechtliche Möglichkeit schaffen, auf den Ortsdurchgangsstraßen Tempo 30 einzuführen.
Geschwindigkeitwird eingehalten
In Sachen Radarkontrollen erklärt Dorn: „Seit zehn Jahren führen wir flächendeckend und kontinuierlich Verkehrsaufzeichnungen über unser Verkehrsstatistikgerät durch. Deshalb können wir darlegen, dass in keiner Straße in unserem Ort nennenswerte Geschwindigkeitsübertretungen stattfinden. Die durchschnittliche Geschwindigkeit liegt in allen Straßen bei 35 bis 45 Kilometern pro Stunde.“ Die am stärksten befahrenen Straßen im Ort sei die Vordere Straße und die Schwenninger Straße. Hier sehe die Gemeinde keine Möglichkeit eine verkehrliche Entlastung herbeizuführen, da diese Straßen zentral liegen.
Eine Belastung mit Schwerlastverkehr sei auf der Niedereschacher und der Deißlinger Straße zu verzeichnen. Einen nicht unerheblichen Anteil daran habe der Ziel- und Quellverkehr vom Niedereschacher Gewerbegebiet. „Gerade deswegen unterstützen wir unsere Nachbargemeinde vollumfänglich bei deren geplanter Südumfahrung. Diese würde auch für uns erhebliche Entlastungen bringen“, erklärt der Bürgermeister. Das Verkehrsministerium zeige jedoch kein Interesse an der Optimierung dieser Landstraße, sieht Dorn das Problem bei der Landesregierung.
An der Verkehrssituation in Dauchingen scheint sich damit zumindest kurzfristig nichts zu verbessern.
Lösung liegt beim Landtag
Verbesserungspotential gibt es in Dauchingen auch noch auf dem Immobilienmarkt. Die Umfrageteilnehmer bewerten die Kategorie mit 5,92 jedoch deutlich besser, als noch vor zwei Jahren (2022: 4,20). „Auf mehreren Grundstücken wurde eine konsequente Innenentwicklung durch Neubauten vollzogen, was den Druck am Wohnungsmarkt etwas gelindert hat“, versucht der Bürgermeister die Verbesserung in der Kategorie zu erklären. Auch die neue Wohngebietsausweisung „Auf der Lehr“ dürfte zu einer Entlastung geführt haben, so seine Vermutung.
Die Herausforderungen seien laut Dorn jedoch astronomisch, neue Wohnbaugebiete dürfe die Gemeinde nicht mehr ausweisen, innerörtliches Entwicklungspotential sei so gut wie nicht mehr vorhanden. Die Lösung für ausreichenden Wohnraum liege deshalb nicht auf kommunaler Ebene, sondern beim Landtag von Baden-Württemberg, erklärt er.
„Die Mietpreise in unserem Ort liegen kreisweit ganz oben, was sich aber durch unsere hervorragende Lage und die stetig weiterentwickelte und modernisierte Infrastruktur auch rechtfertigen lässt“, resümiert Dorn.