Handball-Zweitligist HBW Balingen-Weilstetten empfängt am Freitagabend (19 Uhr) den VfL Lübeck-Schwartau und peilt den ersten Heimsieg in der Rückrunde an.
Nach der bitteren 27:28-Pleite zum Rückrundenauftakt gegen den VfL Potsdam ging es für die Handballer des HBW Balingen-Weilstetten am vergangenen Wochenende nach Dresden. In einem wahren Krimi behielten die Schützlinge von HBW-Cheftrainer Matthias „Matti“ Flohr mit 28:27 die Oberhand und holten sich so nicht nur zwei ganz wichtige Punkte, sondern auch den zweiten Tabellenplatz, der zum Aufstieg in die erste Bundesliga berechtigt, zurück. Um diesen Rang zu festigen, ist ein Heimsieg gegen den VfL Lübeck-Schwartau Pflicht. Im Hinspiel demonstrierte der HBW seine Offensivstärke und holte beim 36:30-Erfolg beide Punkte. Die Anfahrt in die rund 800 Kilometer entfernte Hansehalle schien den „Galliern“ damals wenig auszumachen. Jetzt dreht sich der Spieß um und die Gäste vom VfL müssen die lange Auswärtsfahrt nach Balingen auf sich nehmen.
Ein Wiedersehenfür Mex Raguse
Besondere Brisanz erhält die Begegnung für die Gäste durch das Wiedersehen mit dem ehemaligen VfL-Spieler Mex Raguse, der inzwischen das Trikot des HBW Balingen-Weilstetten trägt. Der jetzige Rückraum-Akteur des HBW kennt viele Abläufe aus seiner Zeit beim VfL und dürfte seinen Teamkollegen und seinem Trainer sicherlich die eine oder andere Information zukommen lassen.
Der Cheftrainer der Gäste, David Röhrig, spricht im Vorfeld der Partie von einer schwierigen Aufgabe: „Balingen gehört zu den stärksten Mannschaften der Liga. Wir müssen in der Defensive kompakt stehen und im Angriff unsere Chancen konsequent nutzen. Entscheidend wird sein, über die gesamte Spielzeit diszipliniert zu agieren und uns nicht von Phasen des Gegners aus dem Konzept bringen zu lassen.“
Balingens Kommandogeber Matti Flohr blickt auf die beiden vergangenen Partien mit gemischten Gefühlen zurück: „Wir alle wissen, dass der Leistungssport ergebnisorientiert ist. Gegen Potsdam verlieren wir mit einem Tor und jeder hat gefragt, wie das sein kann. In Dresden gewinnen wir mit einem Treffer Unterschied und danach war alles prima. Das ist mir dann doch zu einfach. Ich habe in beiden Begegnungen Dinge gesehen, die wir gut, aber auch schlecht gemacht haben. Daher müssen wir die schlechten Dinge ansprechen und dort den Trainingsschwerpunkt setzen. Nur so werden wir uns auf lange Sicht auch verbessern.“
„Gallier“ treten mit komplettem Kader an
Personell kann Flohr im Duell gegen den Tabellenzehnten aus dem Vollen schöpfen. Auch der zuletzt an Leistenproblemen laborierende Tim Grüner konnte die Woche wieder mit der Mannschaft trainieren und steht am Freitagabend im Kader der „Gallier“.
„Wir müssen ihre offensive 6:0-Deckung wie im Hinspiel ins Laufen bringen, dann ergeben sich für uns Lücken, die wir dann ausnutzen müssen. In der Abwehr gilt es, die Eins-gegen-eins-Situationen anzunehmen und für uns zu entscheiden. Wenn uns das über einen großen Teil der 60 Minuten gelingt, werden wir die zwei Punkte in Balingen behalten“, gibt Flohr einen Einblick in seinen Matchplan.