Wenn die TSG Balingen am Samstag (Anpfiff 14 Uhr) die SG Barockstadt Fulda-Lehnerz empfängt, geht es um eine gute Ausgangsposition für die Restsaison. Es heißt „Verlieren verboten“.
„Das nächste Spiel ist immer das schwerste.“ Dieses legendäre Zitat von Weltmeister-Trainer Sepp Herberger wird von Trainern gerne und teils inflationär verwendet. Natürlich besitzt die Aussage aber auch ihre Richtigkeit und lässt sich auch auf die TSG Balingen anwenden.
Doch noch mehr: Das Spiel am Samstag gegen die SG Barockstadt Fulda-Lehnerz ist eben nicht nur das nächste Spiel, sondern zugleich auch ein ganz, ganz entscheidendes. Cheftrainer Murat Isik stellt klar: „Das ist schon mit das wichtigste Spiel der Saison.“ Die Ausgangslage stellt sich wie folgt dar: Die SG steht einen Platz vor der TSG, und hat sieben Punkte mehr gesammelt. Nach aktuellem Stand wären die Balinger abgestiegen, Fulda gerettet. Um den Abstand vor der Winterpause noch zu verkleinern, wären drei Punkte Gold wert. Ist die TSG am Samstag also zum „Siegen verdammt“?
„Verlieren verboten“
„Es wird enorm wichtig. Wenn wir gewinnen, gehen wir total positiv in die Winterpause. Vier Punkte in 14 Spielen aufzuholen wäre machbar. Bei sieben Punkten würde es natürlich schwieriger, aber auch das ist machbar“, so Isik. Mit dem Szenario einer Niederlage befasst er sich im Vorfeld nicht – das wäre auch keinesfalls förderlich. Klar ist aber: Sollte die TSG wirklich als Verlierer vom Platz gehen, dürfte der Klassenerhalt aus eigener Kraft fast schon utopisch sein.
Und doch passt es irgendwie zum Fußballjahr 2025 der Balinger, dass es sich im letzten Spiel nochmals so zuspitzt. Langweilig war es jedenfalls nie, schließlich gelang in letzter Minute der Aufstieg in die Regionalliga, man spielte das Finale im WFV-Pokal (0:2), um dann in der Regionalliga teils deutliche Pleiten (1:6 in Großaspach, 0:6 in Walldorf), spektakuläre Partien (3:4 beim BSC, 4:4 gegen Freiburg II), aber auch Siege trotz Unterzahl (2:1 in Sandhausen und 4:1 gegen Schott Mainz) abzuliefern. Isik meint: „Ich sehe das Jahr total positiv. Wir haben auch in der Vorrunde wirklich gute Spiele gemacht, uns fehlen aber sechs, sieben Punkte.“
Hans Sarpe als „Denker und Lenker“
Dies ist eben genau die Differenz zum samstäglichen Gegner: Die Barockstädter feierten zuletzt 1:0-Siege bei den Stuttgarter Kickers und gegen Eintracht Trier, haben zudem als einziges Team der letzten acht ein positives Torverhältnis. „Das wird wie das Hinspiel sehr eng, das weiß ich jetzt schon. Es ist eine sehr kompakte Mannschaft.“ Isik zählt unter anderem Hans Nunoo Sarpei als „Denker und Lenker“ der Mannschaft sowie den „pfeilschnellen“ Moritz Dittmann auf.
Matthias Schmitz kehrt zurück
An sein eigenes Team hat der A-Lizenz-Inhaber sehr konkrete Erwartungen: „Wir brauchen eine andere Überzeugung und Cleverness vor dem Tor. Auch unsere Hereingaben sind oft nicht gut, da erwarte ich, dass wir die einfach mal an den Mann bringen. Zudem hat man in Steinbach gesehen, dass wir richtig gut sind, wenn uns die individuellen Fehler nicht passieren.“
Trotz der ersten „weißen Weste“ der Saison wird er die Defensive zumindest etwas umbauen, schließlich ist Kapitän Matthias Schmitz nach seiner Sperre wieder einsatzbereit. „Er wird spielen, aber braucht natürlich auch eine gute Leistung. Er muss sich da nahtlos einfügen.“ Fraglich ist noch der zuletzt ebenfalls gesperrte Marvin Jäger, der mit einer Bindehautentzündung zu kämpfen hatte.