Der Dezember war in Furtwangen deutlich zu mild – so wie auch das Jahr 2023 in der Gesamtbilanz. Es gab überdurchschnittlich viele Niederschläge und weniger Sonne als üblich. Temperaturextreme blieben jedoch aus. Der Start ins neue Jahr 2024 war trüb.
Auch der Dezember war in Furtwangen deutlich zu warm – womit im vergangenen Jahr der April der einzige Monat blieb, dessen Temperatur unterhalb des langjährigen Durchschnitts lag. Während die Niederschläge im Dezember deutlich über der Norm lagen, erreichte die Sonneneinstrahlung den langjährigen Mittelwert nicht.
Die Temperatur
Die Monatsmitteltemperatur an der Wetterstation auf dem Kussenhof belief sich im Dezember auf 2,0 Grad. Damit war der Monat um 2,6 Grad milder als im Mittel zu erwarten. Zugleich war der Dezember der zweitwärmste seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1979 – nur 2015 war mit 4,4 Grad noch milder gewesen.
Die Temperaturextreme waren in den letzten Wochen des Jahres allesamt mäßig – ob am oberen oder am unteren Ende. Der 3. Dezember brachte mit minus 12 Grad das Minimum, der 18. Dezember mit 13 Grad das Maximum. Im Vergleich dazu kennt die Furtwanger Statistik weitaus markantere Werte: 1980 fiel die Temperatur um diese Jahreszeit auf minus 19,5 Grad, 1989 stieg sie auf 17 Grad.
Der Dezember passte zum Stil des gesamten Jahres 2023, das mit einer Mitteltemperatur von 8,1 Grad zu Ende ging und damit um zwei Grad über dem langjährigen Mittelwert lag. Lediglich das Jahr 2022 war mit 8,3 Grad noch wärmer gewesen. Ähnlich warm mit ebenfalls jeweils 8,1 Grad waren bereits 2020 und 2003. Die Extremtemperaturen lagen 2023 bei einerseits 31 Grad und andererseits minus 12 Grad.
Die Niederschläge
Mit einer Niederschlagsmenge von 321 Litern pro Quadratmeter erreichte der Dezember fast das anderthalbfache des Normalwerts. Im Mittel ist der Dezember ohnehin der regenreichste Monat des Jahres mit durchschnittlich 219 Litern, doch in diesem Jahr kam er auf einen Wert, wie er statistisch nur alle fünf bis zehn Jahre erzielt wird. Der regenreichste Tag war der 22. Dezember mit 55 Litern pro Quadratmeter.
Nachdem schon der November mit 474 Litern fast das Dreifache der normalen Regenmenge gebracht hatte, endete das Jahr mit einer Summe von 2106 Litern pro Quadratmeter und damit auf Platz sechs in der 45-jährigen Beobachtungsgeschichte. Zuletzt hatte es 2001 mehr geregnet. Vom bisherigen Spitzenwert des Jahres 2001, der bei 2364 Litern lag, blieb das vergangene Jahr aber noch ein gutes Stück entfernt.
Die Verteilung der Niederschläge war im Jahr 2023 auffallend: Während acht Monate zu trocken waren, reichten die vier regenreichen Monate März, August, November und Dezember aus, um die Jahressumme auf 16 Prozent über den Normalwert zu hieven.
Die Sonneneinstrahlung
Die Sonne zeigte sich im Dezember nur relativ selten, sodass die Einstrahlung rund 15 Prozent unter dem langjährigen Mittelwert blieb. In der Jahresbilanz war 2023 allerdings bezüglich der eingefallenen Solarenergie – in der Meteorologie Globalstrahlung genannt – ein ziemlich durchschnittliches Jahr. Ein sonniger Frühsommer und ein sonniger Herbst glichen einen zeitweise etwas unterdurchschnittlichen Hochsommer aus.
Die Schneemenge
Die Schneemenge im Dezember belief sich im Mittel auf einen Wert von 17 Zentimeter und erreichte damit fast den langjährigen Durchschnitt. Der höchste Einzelwert wurde auf dem Kussenhof am 6. Dezember mit 59 Zentimetern gemessen.
Der Ausblick auf 2024
Trüb und regenreich begann auch das neue Jahr. Im langjährigen Mittel steht der Januar bei den Niederschlägen mit 188 Litern pro Quadratmeter auf Platz zwei hinter dem Dezember. Die Spannbreite der Monatswerte lag bisher zwischen 13 Litern (1996) und 395 Litern (2018). Die Temperaturen liegen im Januar im Mittel bei minus 1,9 Grad, womit der Januar knapp vor dem Februar (minus 1,4 Grad) der kälteste Monat des Jahres ist.
Der kälteste Tag des Jahres ist laut bisheriger Statistik mit minus 2,8 Grad erst der 13. Februar. Auch im Januar zeigt sich – wie in allen anderen Monaten – eine Erwärmung. In der ersten Hälfte der Messreihe war der Januar noch minus 2,4 Grad kühl, in der zweiten Hälfte jedoch nur noch minus 1,5 Grad. Der Winter erreicht seinen Höhepunkt im Januar im Mittel noch nicht; der Februar liegt mit einer mittleren Schneehöhe von 35 Zentimetern vor dem Januar mit 28 Zentimetern. Der schneereichste Tag war in den 45 Beobachtungsjahren der 24. Februar mit 38 Zentimetern im Schnitt.