Stephanie Schumacher, stellvertretende Leiterin der Stadtbibliothek, mit einigen der „Bestausleihen“ des Jahres 2025. Foto: Cornelia Hellweg

Die Stadtbibliothek VS wandelt sich mit ihren Nutzern. Die Vielfalt des Angebotes reicht inzwischen bis zur Bibliothek der Dinge. Das sind die am gefragtesten Titel und Gegenstände.

An beiden Standorten der Stadtbibliothek hat sich einiges getan in Sachen benutzerfreundliche Gestaltung und Verbesserung der Aufenthaltsqualität. „Im vergangenen Jahr ist die Kinderbibliothek neu möbliert worden“, erzählte Stephanie Schumacher, stellvertretende Leiterin der Einrichtung. Das zahlt sich aus, denn danach verzeichnete man bei der Stadtbibliothek steigende Ausleihzahlen für diesen Bereich. Die Bücher und andere Medien für Kinder sind besser präsentiert und buchstäblich auf Augenhöhe der jungen Nutzer. „Die ansprechendere Präsentation hat sich herumgesprochen“, freut sich Schumacher.

 

Wenn Kinder präsent sind, wird es manchmal etwas lauter. In den offenen Räumlichkeiten am Standort Schwenningen setzt man daher Schallschutzelemente ein, die beispielsweise in Wolkenform an der Decke befestigt sind. „Wir probieren aus, ob das was bringt.“ Bei der Neugestaltung sei darauf geachtet worden, dass die Möblierung mit umziehen kann – falls es diesmal was wird mit dem geplanten Umzug ins ehemaligen Einkaufszentrum s’ Rössle.

Die Immobilie sieht Oberbürgermeister Jürgen Roth als Möglichkeit, hier die Stadtverwaltung in Schwenningen zusammenzuführen, mindestens einschließlich Volkshochschule und Stadtbibliothek. Ob es dazu kommt, hängt von der Höhe der Kosten für das Vorhaben ab. Schon einmal sollte die Stadtbibliothek – unter anderen Vorzeichen – ins s’ Rössle umziehen. Das zerschlug sich. „Wir müssen das Beste aus den vorhandenen Möglichkeiten machen“, sagt Stephanie Schumacher.

Arbeitsplätze reichen nicht

An beiden Standorten wird mehr Platz benötigt. „Wir werden stärker wahrgenommen als Lern- und Aufenthaltsort. Schüler und Studierende kommen hierher.“ Daher bräuchte man mehr Arbeitsplätze. Das Konzept, dass eine Bibliothek mehr ist als eine klassische Bücherei, ist andernorts auch in der Umsetzung. Damit will man breitere Nutzergruppen ansprechen. In diese Richtung zielt auch die „Bibliothek der Dinge“. Die gefragteste Anschaffung für diesen Bereich war im vergangenen Jahr der Thermomix. „Nachdem wir eine Warteliste von einem Jahr hatten, schafften wir ein zweites Gerät an. Auf Anregung gehört ein Schlagbohrmaschine zu den Ausleihartikeln. „Die kann man nutzen, um etwas auszuprobieren oder bei aktuellem, aber nicht dauerhaften Bedarf“, erläutert die stellvertretende Leiterin. Weil am Standort Schwenningen mehr Platz zur Verfügung steht, kann man diese Artikeln nur dort ausleihen.“

Die Bandbreite der bislang 46 Geräte reicht von der Tigerbox über E-Book Reader bis hin zu Energiemessgeräten. Über Opac – den elektronischen Bibliothekskatalog – kann man sich die Gesamtliste digital anschauen. Für dieses Jahr ist geplant – nur am Standort in Villingen – eine Saatgutbibliothek mit ins Angebot zu nehmen. In der Bibliothek in Schwenningen möchte man einen „Maker Space“ etablieren, wo Interessenten beispielsweise mit einer Nähmaschine oder einem 3D-Drucker für den Privatgebrauch etwas kreieren können.

Auslaufmodell CD

Ein Auslaufmodell sind hingegen die Sparten DVD und CD, weil die meisten für Musik und Filme inzwischen Streamingdienste nutzen. „CDs für Kinder werden gar nicht produziert, da gibt es die Tonies. Ausnahme ist der Bereich Klassik-CD – da stellen wir eine gewisse Nachfrage fest.“

Bei den Büchern ist das Krimi-Genre beliebt. Am meisten ausgeliehen wurde hier „Verborgen“ von Eva Björg Aegisdóttir, bei den Thrillern „Girl’s Night“ von Claire Douglas. Großer Beliebtheit erfreuen sich laut Stephanie Schumacher Regionalkrimis, mit Schauplätzen beispielsweise in Frankreich oder Deutschland. Die Internetplattform Buch-Tok „macht“ Bestsellerautoren. Insbesondere jugendliche Leserinnen und Leser holen sich dort Anregungen. Im Bereich Romance ist „The right move“ von Liz Tomforde top gefragt bei Nutzern der Stadtbibliothek VS.

Kinder lieben Klassiker

In der Sparte Sachbücher am gefragtesten war im vergangenen Jahr „Ganz schön heiß hier“ (Thema Wechseljahre) von Daniela Paepke. „Der Sachbereich Körper und Seele boomt“, sagt Stephanie Schumacher. Bei den Bilderbüchern für Kinder dominieren Klassiker wie „Käpt’n Sharky“ oder Pettersson und Findus die Hitliste der Ausleihen an, bei Sachbüchern für Kinder die Tiptoi-Reihe. Konsolenspiele wie Super Mario gehören ebenfalls zu den „Bestausleihen“.

Im vergangenen Jahr steht den Nutzern der Stadtbibliothek eine neue Ausleihapp zur Verfügung. „Wir waren bei der Erstentwicklung Pilot-Bibliothek“, berichtet die stellvertretende Leiterin. Die App „:rediago“ sei von einem kleinen Kundenstamm getestet worden bevor sie auf dem Markt gekommen sei.

Mittlerweile gibt es bei der Stadtbibliothek Ausleih- und Kassenautomat sowie ein Rückgaberegal. „Damit schaffen wir personelle Ressourcen, um den Wandel mitzugehen.“

Das sind die Top-Titel 2025

Die Bestausleihen –
Krimi:
 1. Verborgen – Eva Björk Aegisdottir; 2. Der Tote im Strandkorb – Anna Johannsen; 3. Madame le Commissaire und die tote Nonne – Martin Pierre.Spiele:
 1. Ratz Fatz auf dem Bauernhof, 2. Speed Cups, 3. Stapelmännchen. Thriller:
 1. Girl’s night – Claire Douglas; 2. Views – Marc-Uwe Kling; 3. Sie wird dich finden – Freida McFadden. Filme (DVD):
 1. Auf dem Weg, 2. Der Zopf, 3. Dune – Teil zwei. Romance:
 1. The right move – Liz Tomforde; 2. Sommersehnsucht – Nora Roberts; 3. Zeilenflüstern – Kyra Groh. Konsolenspiele:
 1. Super Mario Bros. Wonder; 2. The legend of Zelda – Tears of the kingdom; 3. Super Mario Party. Romane:
 1. Wir sehen uns im August – Gabriel García Márquez; 2. Tödlich – Thomas Enger; 3. Gefährliche Geschäfte – Anthony Coles. Sachbücher:
 1. Ganz schön heiß hier – Daniela Paepke; 2. Glukose: Blutzucker runter, Gesundheit rauf – Petra Bracht; 3. Unser Anti-Bauchfett-Programm. Sachbuch (Kinder):
 1. Tiptoi Deutschland; 2. Musik – Tiptoi; 3. Tiptoi – das kleine Einmaleins. Roman (Kinder):
 1. Asterix plaudert aus der Schule – René Goscinny; 2. Wie ich meine Hausaufgaben im Gefängnis gemacht habe – Arazhul; 3. Echt übel! – Jeff Kinney. Bilderbuch:
 1. Käpt’n Sharky bei den Wikingern – Jutta Langreuter; 2. Ein Feuerwerk für den Fuchs – Sven Nordquist; 3. Pettersson und Findus bauen ein Auto – Sven Nordquist. Bibliothek der Dinge:
 1. Thermomix; 2. Nintendo Switch Konsole; 3. Toniebox.