Dieses Tierwunder von Villingen berührt die Herzen der Einsatzkräfte: Mehrere Stunden nach dem Brandausbruch konnte die Feuerwehr einen Hund aus der Wohnung retten.
„Da ist der Hund!“ Ungläubig schauten die Einsatzkräfte der Feuerwehr auf den Balkon jener Wohnung, in der am Montagmorgen ein schlimmer Brand ausgebrochen ist. Stunden später tauchte dort das Tier auf. Angesichts der Umstände glich dies einem Wunder.
Denn gegen 6.30 Uhr stand die Wohnung in Flammen, eine Familie musste aus dem darüberliegenden Dachgeschoss gerettet werden. Eine Mutter und ihre Tochter waren auf das Dach geflüchtet und mussten von dort per Drehleiter aus der lebensgefährlichen Situation geholt werden.
Nach etwa einer Stunde schien der Brand unter Kontrolle, auch wenn es noch galt, einige Glutnester zu löschen. Doch der Einsatz an dem Mehrfamilienhaus in der Rietheimer Straße nahm gleich mehrere Wendungen.
Gegen 9.30 Uhr zündeten die Flammen im Dachgeschoss durch. Markus Megerle, Feuerwehrkommandant von Villingen-Schwenningen, erklärt, dass das erneute Aufflammen wohl von Glutnestern in der Zwischendecke herrührte. „Dann gab es drei kleinere Explosionen“, so Megerle. Ob hierbei Gas eine Rolle spielte, muss die Feuerwehr noch klären.
Anwohner über Nina gewarnt
In der Folge stand der Dachstuhl in Flammen. Glück war nur, dass sich die Feuerwehr zu diesem Zeitpunkt nicht mehr im Innenangriff befand und Einsatzkräfte somit nicht mehr in Gefahr waren. Aber: Weitere Kräfte mussten an die Einsatzstelle nachalarmiert werden, um das abermals aufgeflammte Feuer bändigen zu können. Darunter auch eine zweite Drehleiter aus Pfaffenweiler. Gleichzeitig wurden Anwohner über die Warnapp Nina dazu aufgefordert, aufgrund der Rauchentwicklung Türen und Fenster zu schließen.
Und kaum war das Feuer abermals unter Kontrolle, zeigte sich der Hund. Offenbar hatte er sich einen Unterschlupf gesucht und traute sich erst fünf Stunden später aus diesem heraus.
Das Tier stand mit den Vorderpfoten auf dem Geländer und drohte, in die Tiefe zu stürzen. Die Feuerwehr kam unverzüglich mit der Drehleiter, konnte den Hund aber zunächst nicht fassen. Nachdem ihm eine Leine umgelegt worden war, rettete ihn die Feuerwehr durch das Treppenhaus des zerstörten Gebäudes. Nachbarn nahmen das völlig verängstigte Tier schließlich in Obhut. Trotz der dramatischen Ereignisse ein herzerwärmender Moment – und eine gute Nachricht nach diesem schlimmen Brandtag.