Diese Schilder haben eine wichtige Bedeutung, die allerdings viele nicht kennen. Foto: Kübler

Fast jeder sieht sie täglich – doch kaum jemand weiß, was die kleinen Schilder mit kryptischen Zahlen bedeuten. Dabei können sie im Ernstfall Leben retten. Wir klären auf, was es damit auf sich hat.

Sie hängen an Hauswänden oder am Straßenrand und täglich laufen wir daran vorbei: kleine weiß-rote oder gelbe Schilder mit seltsamen Zahlenkombinationen. Die wenigsten wissen, was sie bedeuten – dabei spielen die kleinen Schilder im Ernstfall eine entscheidende Rolle und können sogar Leben retten.

 

Was für Außenstehende kryptisch wirkt, spart der Feuerwehr im Ernstfall wertvolle Sekunden. Doch worauf weisen die Schilder hin? Und was ist der Unterschied zwischen Rot und Gelb?

Wer genauer hinschaut, entdeckt auf den weiß-roten Schildern meist ein großes „H“, dazu Zahlen und Pfeile. „Die Schilder zeigen auf, wo sich der nächstgelegene Hydrant befindet", erklärt uns Pia Hemme, Sprecherin des Landesfeuerwehrverbands Baden-Württemberg auf Anfrage. Die verschiedenen Angaben helfen Einsatzkräften dabei, den Hydranten im Notfall schnell und präzise zu finden.

Ein Hydrant ist eine Entnahmestelle für Wasser aus dem öffentlichen Leitungsnetz. Die Feuerwehr nutzt ihn, um etwa bei Bränden schnell an Löschwasser zu kommen.

So werden die Schilder gelesen

Doch wie findet man mit dem Schild den nächsten Hydranten? Das erklärt uns Hemme anhand unseres Fotos. „H“ steht dabei immer für Hydrant. Die Zahl „160“ gibt einen Hinweis auf den Leitungsdurchmesser beziehungsweise die Leitungsnennweite. In unserem Fall ist eine 160-Millimeter-Leitung angeschlossen. Die weiteren Zahlen zeigen die genaue Position des Hydranten an, etwa 7,8 Meter rechts und 6,8 Meter vor dem Schild.

Die Schilder sind immer nach dem gleichen Schema beschriftet, damit die Feuerwehr sofort Informationen über den nächstgelegenen Hydranten erfährt. Denn Feuerwehrfahrzeuge führen nur eine begrenzte Menge an Löschwasser mit sich und sind in vielen Fällen auf eine Wasserzufuhr angewiesen.

„Im Brandfall ist dies entscheidend und spielt eine zentrale Rolle für Feuerwehr und Rettungskräfte“, sagt Hemme weiter. Die Löschwasserentnahmestellen befinden sich häufig als sogenannte Unterflurhydranten direkt unter der Straße und sind von außen nicht sichtbar.

Darauf sollte man achten

Ohne die Hinweisschilder wären die unterirdischen Hydranten nur schwer zu finden. Deshalb bittet die Feuerwehr auch um Unterstützung aus der Bevölkerung. Hydrantenschilder sollten niemals verdeckt sein – etwa durch Hecken, parkende Autos oder im Winter durch Schnee. Auch Grundstücksbesitzer können dazu beitragen, dass die Schilder jederzeit gut sichtbar bleiben.

Und was bedeuten die gelben Schilder, die oft darunter angebracht sind? Diese haben eine andere Funktion, klärt Hemme auf. Sie kennzeichnen Einrichtungen der Ferngasleitung und stehen nicht in direktem Zusammenhang mit den Hydrantenschildern. Zuständig dafür sind meist die Stadtwerke oder Netzbetreiber.

Das bedeuten die gelben Schilder

Die gelben Schilder helfen Stadtwerken, Netzbetreibern und Einsatzkräften dabei, die Leitungen schnell zu finden – etwa bei Wartungsarbeiten, Störungen oder einem Gasaustritt.

Ähnlich wie bei den Hydrantenschildern geben auch die Zahlen auf den gelben Tafeln Hinweise auf die genaue Lage. So wissen Fachkräfte, wo sich ein Absperrschieber, eine Messstelle oder eine Gasleitung unter der Erde befindet.

Gerade im Notfall kann das entscheidend sein: Wenn etwa bei Bauarbeiten eine Gasleitung beschädigt wird und Gas austritt, müssen Einsatzkräfte die betroffene Leitung schnell lokalisieren können.