Rekordverdächtig schnell entstand in Mötzingen der Waldkindergarten „Wurzelzwerge“ am Schützenhaus. Weniger schön: Die Kosten liegen höher als gedacht.
In rekordverdächtiger Zeit wurde im vergangenen Jahr der zweigruppige Waldkindergarten beim Mötzinger Schützenhaus realisiert – der Platz für 40 „Wurzelzwerge“ bietet.
In dieser Woche lagen dem Gemeinderat nun die endgültigen Kosten vor – die dann doch über der ursprünglichen Kostenschätzung lagen.
Nachvollziehbare Ursachen
Wie Bürgermeister Benjamin Finis berichtete, wurde der Kindergartenneubau mit 471.811 Euro abgerechnet, während die angenommene Bausumme bei 425.659 Euro lag. Nachdem der Waldkindergarten mit 263.606 Euro gefördert wurde, mussten aus dem Mötzinger Etat unterm Strich 208.205 Euro investiert werden. Die Mehrkosten von 46.152 Euro im Vergleich zur Kostenaufstellung des Architekten haben allerdings nachvollziehbare Ursachen.
So nannte der Rathauschef unter anderem die Kosten der Photovoltaikanlage (9800 Euro) sowie die aus Sicherungsgründen erforderlichen Baumpflegemaßnahmen (15.605 Euro), die in der Kostenberechnung nicht enthalten waren. Doch auch die Erschließung mit der Anbindung von Strom, Wasser und Abwasser an das Schützenhaus fiel um 9783 Euro aufwendiger aus, als zunächst angenommen. Hinzu kamen Mehrkosten von knapp 20.000 Euro in Sachen Möbel- und IT-Ausstattung. Wie Bürgermeister Finis unterstrich, seien die Abweichungen von der Kostenschätzung „aus Sicht der Verwaltung plausibel und vertretbar“.
„Hätte man da eventuell etwas sparen können“
Für SPD-Rätin Regina Brenner war zwar klar, dass die Photovoltaikanlage obendrauf kam, doch über die hohen Ausstattungskosten hatte sie sich dann doch gewundert. „Hätte man da eventuell etwas sparen können“, lautete ihre Frage.
Wie der Rathauschef erwiderte, habe man in Sachen Möblierung auf Qualität Wert gelegt und sich bewusst für langlebige Schreinerware entschieden.
Nachdem Egon Stoll (Mötzinger Liste) betont hatte, dass er mit der Aufstellung komplett mitgehen könne – „zumal wir den Waldkindergarten in Rekordtempo hergestellt haben“ – gab der Gemeinderat einstimmig grünes Licht für die Kostenfeststellung und Schlussabrechnung.