Ein solcher Transporthubschrauber der Bundeswehr flog rund um das Schwarzwald-Baar-Klinikum. (Symbolbild) Foto: Philipp von Ditfurth/dpa

Tiefflug und Kreisflug über dem Schwarzwald-Baar-Klinikum in Villingen-Schwenningen: Ein Militärhubschrauber sorgt für Aufsehen. Die Bundeswehr bleibt vage.

Nur wenige Meter über dem Boden schwebt der Militärhubschrauber in der Nähe des Hubschrauberlandeplatzes von Christoph 11 am Schwarzwald-Baar-Klinikum in Villingen-Schwenningen – und zwar mit einem ohrenbetäubenden Lärm. Das beweisen Videoaufnahmen, die unserer Redaktion vorliegen.

 

Entstanden sind diese am Morgen des Gründonnerstags. Zu einer Landung sei es nicht gekommen, erzählen Zeugen. Dennoch: Ein solches Manöver knapp über dem Boden scheint an einem Klinikum unüblich. Kurz darauf flog der große Hubschrauber über den Rettungshubschrauber hinweg – in unbekannte Richtung und mit ebenso unbekannter Mission.

Am Dienstag bestätigte das Luftfahrtamt der Bundeswehr – aufgrund der Osterfeiertage mit einiger Verzögerung – das Manöver. Ein Sprecher erklärte, dass ein Hubschrauber vom Typ CH-53 unterwegs war. Dabei handelt es sich um einen schweren Transporthubschrauber, der von der Bundeswehr zur Beförderung von Personen und Material sowie für Sonderaufgaben genutzt wird. Auch bei besonders gesicherten Gefangenentransporten – beispielsweise von Terroristen – kommt der Hubschrauber zum Einsatz.

Der Sprecher erklärte, dass der Hubschrauber vom Hubschraubergeschwader 64 in Laupheim in einer Höhe von rund 100 Metern über Grund mit einer Geschwindigkeit von 119 Kilometern pro Stunde geflogen ist. Die Aufnahmen vor Ort zeichnen jedoch ein anderes Bild: Sie legen nahe, dass der Hubschrauber deutlich tiefer flog.

Hubschrauber umkreist das Klinikum

„Das Luftfahrzeug flog von Nordwesten an und umkreiste einmal den Bereich des Klinikums, bevor es anschließend südlich um Villingen-Schwenningen herum in Richtung Laupheim weiterflog“, so der Sprecher.

Aber: Warum der Hubschrauber das Klinikum in geringer Höhe überflog und das Gelände offenbar gezielt umkreiste, bleibt offen. Die Bundeswehr verweist lediglich allgemein darauf, dass militärischer Flugbetrieb in ganz Deutschland zulässig sei und unter anderem Übungszwecken diene.

Möglich ist durchaus ein Evakuierungs- oder Rettungsszenario – auch, weil der Hubschrauber für den qualifizierten Verwundetentransport genutzt wird. Wie die Bundeswehr auf ihrer Internetseite erklärt, wird mit dem „militärischen Gegenstück zum Rettungswagen“ in Laupheim trainiert.