Mutmaßlicher Totschlag in den „Prismengärten“ in Eutingen: In dieser neuen Wohnanlage hat sich die schreckliche Tat abgespielt. Foto: Jürgen Lück

Nach dem mutmaßlichen Totschlag in Eutingen laufen die Ermittlungen der Kriminalpolizei weiter auf Hochtouren. Eine 48-jährige Frau soll ihren Ex-Partner getötet haben.

Drei Tage nach dem mutmaßlichen Tötungsdelikt in Eutingen am Samstagabend laufen die Ermittlungen der Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft weiter auf Hochtouren. Noch sind viele Fragen offen. Inzwischen gibt es aber weitere Details zum Stand der Ermittlungen.

 

Am späten Samstagabend soll eine 48 Jahre alte Frau mit kroatischer Nationalität selbst den Notruf gewählt und angegeben haben, ihren ehemaligen Lebensgefährten getötet zu haben. Für den 52-Jährigen kam jede Hilfe zu spät. Er wurde leblos aufgefunden.

Die Frau wurde noch in dem Wohngebäude festgenommen und sitzt inzwischen wegen des dringenden Verdachts des Totschlags in Untersuchungshaft. Polizei und Staatsanwaltschaft hatten die Öffentlichkeit am Sonntagnachmittag mit einer Pressemitteilung über die Tat informiert.

Tat spielte sich in Wohnung ab

Wie Benjamin Koch, Sprecher des Polizeipräsidiums Pforzheim, unserer Redaktion auf Anfrage mitteilt, ereignete sich die Tat innerhalb der Wohnung des Opfers. „Die Tathandlungen haben sich in einer Wohnung zugetragen, welche das Opfer nutzte“, so Koch. Aus der Nachbarschaft heißt es: „Nach der Trennung von ihr ist er hierhergezogen.“ Er sei ruhig und zurückhaltend gewesen. „Ich habe ihn nur gesehen, wenn er seine Wäsche aufgehangen hat“, erzählt eine Nachbarin. Auf dem Balkon der Wohnung steht noch ein Wäscheständer mit aufgehängter Wäsche.

Nach aktuellem Stand sollen sich zum Tatzeitpunkt keine weiteren Personen in der Wohnung befunden haben. „Nach derzeitigem Stand befanden sich das Opfer und die Tatverdächtige alleine in der betreffenden Wohnung.“

Messer wohl Tatwaffe

Außerdem bestätigt die Polizei erstmals, dass nach derzeitigem Ermittlungsstand, was die Tatwaffe gewesen sein soll. „Nach derzeitigem Stand dürfte als Tatmittel ein Messer eingesetzt worden sein“, erklärt Koch. Die Ermittlungen dazu dauern jedoch weiter an.

Bereits zuvor hatten Polizei und Staatsanwaltschaft mitgeteilt, dass der 52-Jährige Verletzungen durch scharfe Gewalt erlitten habe. Die Rechtsmedizin in Tübingen ist weiterhin in die Ermittlungen eingebunden und soll unter anderem die genaue Todesursache sowie die Verletzungsmuster klären.

Ermittlungen zu möglichen Hintergründen laufen

Ob es vor der Tat Streit gab oder Alkohol oder Drogen eine Rolle gespielt haben könnten, ist derzeit noch unklar. Laut Polizei wurde bei der Tatverdächtigen eine Blutentnahme durchgeführt. Ergebnisse lägen bislang allerdings noch nicht vor.

Auch zu möglichen psychischen Erkrankungen oder weiteren persönlichen Hintergründen äußern sich die Ermittler derzeit nicht. „Dies ist Gegenstand unserer Ermittlungen mit der Staatsanwaltschaft in Rottweil“, so Koch.

Klar ist inzwischen: Bei den Beteiligten handelte es sich nicht um ein Ehepaar. Zwischen beiden habe früher eine Lebenspartnerschaft bestanden.

Viele Fragen beschäftigen die Gemeinde

Der Fall sorgt in Eutingen weiter für große Betroffenheit. Besonders das neue Wohngebiet „Prismengärten“, in dem sich die Tat ereignet haben soll, gilt eigentlich als ruhige Wohnlage mit modernen Mehrfamilienhäusern.

Die „Prismengärten“ gehören zu den neueren Wohnprojekten in Eutingen. Moderne Mehrfamilienhäuser, Tiefgarage, Aufzüge und begrünte Außenanlagen prägen das Gebiet oberhalb des Kindergartens. Erst nach und nach ziehen dort neue Bewohner ein. Umso größer ist bei vielen die Fassungslosigkeit darüber, dass sich ausgerechnet dort nun ein mutmaßliches Tötungsdelikt ereignet haben soll.

„Die kennen wir Eutinger nicht“

Nach Informationen aus dem Umfeld sollen viele Bewohner die Beteiligten kaum gekannt haben. „Die kennen wir Eutinger nicht“, sagt eine Informantin unserer Redaktion. Gerade in neueren Wohngebieten mit vielen Zugezogenen seien die Nachbarschaften oft anonymer als früher.

Die Ermittlungen werden nach Angaben der Polizei noch mehrere Wochen dauern. Das Kriminalkommissariat Freudenstadt und die Staatsanwaltschaft Rottweil werten derzeit Zeugenvernehmungen und mögliche Beweismittel aus.