Unterwegs mit dem Weinexpress - da können Feriengefühle aufkommen. Foto: Schwarzwälder-Bote

Weinexpress durch das Kandertal sorgt für Feriengefühle / Die Fahrt ist „total entschleunigend“

Kandertal (sih). 115 Reisende genossen am Samstag im Weinexpress durchs Kandertal das Leben in vollen Zügen. Allein die gemächliche Fahrt im „Chanderli“ durch das grüne Markgräflerland war bereits ein Vergnügen – dass zwischen Haltingen und Kandern bei bestem Wetter an sechs Degu-Stationen Weine des Kandertals vom Winzersekt über Weißen Burgunder bis zur Johanniter Spätlese angeboten wurden, erhöhte den Reiz der Reise ganz erheblich. Auch in diesem Jahr war der Weinexpress am Freitag und Samstag ausgebucht. Drei Weilerinnen schwärmten von den „Feriengefühlen“, die hier wach würden: „Das ist total entschleunigend. Es ist, als ob man einen Schalter umlegt, wenn man in den Zug einsteigt“. Tatsächlich betritt man beim Einsteigen in die nostalgischen Zugabteile, angetrieben von der Dampflok 378.78, eine langsamere Welt, hier bilden Geselligkeit, liebliche Landschaft und das Genießen der hier produzierten Weine und Lebensmittel eine sinnliche Einheit. Als nahrhafte Grundlage gab es in Rümmingen ein Buffet mit Käsespezialitäten des Hofes Grässlin, in Wollbach hatte das Gasthaus „Zur Blume“ den Tisch mit Schnittchen gedeckt, auch hier gehörten regionale Produkte dazu.

„Bim erschte Mol isch's nit so gsi. Da hämmer hungere müesse bis uf Chandere“, schmunzelt Hans Zimmermann, Stammgast seit der ersten Fahrt des Weinexpresses in 2004. Zimmermann schwärmt von der guten Stimmung: „Trotzdem, dass vieli angeheitert ware, isch's immer gmüetlich gsi und keiner usfallend gworde“. Der Stammgast plaudert gerade mit Zugführer Walter Schöbel, der zusammen mit sieben Mitarbeitern der Museumsbahn dafür sorgt, dass alles rund läuft. Am Gelächter im Zug zeigt sich die entspannend-beschwingende Wirkung des Weines ebenso wie an der von Station zu Station spürbar nachlassenden Bereitschaft, nach dem Pfiff der Dampflok zügig wieder ins Abteil zu steigen.

Aus dem Raum zwischen Bad Säckingen und Müllheim und weiter her kommen die Fahrgäste. Ein 70-jähriger Zeller sitzt sichtlich angetan zum ersten Mal im Chanderli, und seine Angehörigen sinnieren darüber, wie schön es wäre, wenn das historische „Todtnauerli“ noch durchs obere Wiesental fahren könnte. Das „Chanderli“ fährt derweil weiter, Erdbeerpflücker, spielende Kinder und Spaziergänger winken dem Zug zu. Am Kanderner Bahnhof sind noch einmal alle Winzer vertreten, und ein Stammgast freut sich schon auf die Rückfahrt nach Haltingen: „Das isch immer sehr luschtig“.