Der FDP-Landtagsabgeordnete Frank Bonath hat jetzt etwas anderes vor. Foto: Jens Hagen

Lange wurde spekuliert, jetzt schafft Frank Bonath Fakten – und überrascht mit seinem nächsten Karriereschritt. Was der FDP-Politiker aus Villingen-Schwenningen nun plant.

Das Gerücht, Frank Bonath wolle 2026 für das Amt des Oberbürgermeisters in Villingen-Schwenningen kandidieren, hielt sich hartnäckig. Und es erhielt Nahrung, nachdem der noch amtierende FDP-Landtagsabgeordnete aus Villingen Ende September überraschend erklärt hatte, nun doch auf eine erneute Kandidatur bei der Landtagswahl 2026 zu verzichten.

 

Doch jetzt lässt er auf Nachfrage unserer Redaktion die Katze aus dem Sack: Seine Zukunftspläne sind ganz andere – gleichwohl steuert der Doppelstädter mit Vollgas auf die Kandidatur um ein Wahlamt zu.

Bonath schafft Fakten

Frank Bonath hat schon Fakten geschaffen: Am Montag gab er seine Bewerbung ab. Der 53-Jährige will Landrat im Landkreis Rottweil werden. Der dortige Landrat Wolf-Rüdiger Michel hat im April angekündigt, in den Ruhestand gehen zu wollen.

Sein nachträglicher Verzicht auf eine erneute Kandidatur um ein Landtagsmandat für die FDP im Wahlkreis 54 Villingen-Schwenningen hatte dort Wellen geschlagen. Mit Dirk Eisenbiegler war zwar Ersatz gefunden worden. Die Diskussionen und Spekulationen aber dauerten an.

Einerseits war Bonaths Listenplatz für die Landtagskandidatur mit Nummer 31 von 70 wenig aussichtsreich – und das trotz laufenden Mandats. Andererseits war seine Zurückhaltung bezüglich der Landtagswahl 2026 spürbar. Warum, das wird jetzt nach Rückfrage bei Bonath klar.

Vom idealen Zeitpunkt

Er habe, bestätigt er, schon länger überlegt, noch einmal neu durchzustarten. Der Zeitpunkt jetzt sei ideal. Und die Landratsstelle in Rottweil habe ihn direkt gereizt. „Das ist eine Kombination aus Kommunalpolitik, an der Schnittstelle zur Landespolitik und vereint all das mit operativem Management“, schwärmt Bonath.

Und die Herausforderungen reizten ihn. Es gehe in den Landratsämtern aktuell um Digitalisierungsprozesse. Da sei viel Veränderungsmanagement notwendig, „das mache ich seit 25 Jahren“, sagt der Mit-Gesellschafter der ZweiB Beratung GmbH in Villingen-Schwenningen. Hinzu komme ein denkbar breites Betätigungsfeld des Landratsmats zwischen Straßenbau, Landwirtschaft, Rechtsaufsicht bis hin beispielsweise zur Landwirtschaft, „das ist super spannend“ und „passt ideal für mich“.

Dass seine künftige Tätigkeit im Falle seiner Wahl im Gegensatz zur Aufgabe als Landtagsabgeordneter überparteilich sei, findet Bonath prima. „Das liegt eher in meinem Naturell.“

Der Plan B

Und sein Plan B, wenn es anders kommt? „Ich habe noch immer meine Firma ZweiB“, betont er. An Projektanfragen in puncto Unternehmenssanierungen fehle es nicht, im Gegenteil: „Wir müssen viele Anfragen sogar ablehnen“, mangels Kapazität. Scheitere er als Landratskandidat, sei also ZweiB sein persönlicher Plan B.

Doch jetzt will Bonath erst einmal Gas geben in Rottweil. Mit den Fraktionen dort habe er bereits gesprochen. Laufe alles glatt, sei der Zeitplan perfekt: Am 23. März findet die Landratswahl in Rottweil statt. „Bis zum 30. April läuft mein Mandat“, Wolf-Rüdiger Michel geht zum 1. Mai in Ruhestand.

Zur Person

Frank Bonath
Der 53-jährige Landratskandidat für Rottweil ist geboren am 24. März 1972 in Villingen-Schwenningen und seit 2021 Landtagsabgeordneter der FDP für den Wahlkreis Villingen-Schwenningen. Nach dem Abitur studierte er Volkswirtschaftslehre in Konstanz und Freiburg und arbeitete anschließend in leitenden Positionen in der IT- und Beratungsbranche. Politisch engagiert er sich seit vielen Jahren für die FDP. Seit 2014 gehört er dem Gemeinderat von Villingen-Schwenningen an und leitet dort die FDP-Fraktion. Zudem ist er Fraktionsvorsitzender im Kreistag des Schwarzwald-Baar-Kreises. Im Landtag Baden-Württembergs ist Bonath Sprecher für Energie, Umwelt und Liegenschaften. Er setzt sich besonders für marktwirtschaftlichen Klimaschutz und solide Finanzpolitik ein. Bonath ist verheiratet und Vater von drei Kindern. Seine Hobbies sind neben seiner Familie Reisen, Outdooraktivitäten, Alpinsport sowie Wanderungen.