Jammerndes Geplärr ist an den Brunnen zu hören. Foto: Dagobert Maier

Die Bräunlingen traf man sich am Aschermittwoch zur traditionellen Geldbeutelwäsche – mit viel Gejammer und einem gemeinsam Abschluss.

Bräunlingen Markerschütterndes Geplärr war gestern beim Einbruch der Dämmerung zu hören, als nach der Waschung an den Brunnen der Kernstadt nur leere Geldbeutel gefunden wurden. Die schwarz gekleideten Herren mit Laternen, Zylinder und Gehröcken schritten bei leichtem Schneefall, schluchzend und jammernd, von der Stadtwehr und einer Trauermusik begleitet, durch die Innenstadt. Alle Herren mit der Lampe waren zuversichtlich, dass noch Geld gefunden wird und schickten die Obersucher zum Nachprüfen. Doch es brach nach genauer Überprüfung ein furchtbares Gejammer und Geplärre nach dem Waschen aus, denn die Geldbeutel blieben, auch nach mehreren Versuchen, immer noch leer.

 
Die Geldbeutel sind immer noch leer. Foto: Dagobert Maier

Trotz der Anleitung und Aufmunterung von Gildenmeister Oli Gehringer wurden keine Münzen in den Geldbeuteln gefunden. Die Tränen wurden mit dem weißen Plärrtuch abgewischt. So war am Ende jedem klar: die närrischen Tage 2026 sind vorbei. Viele Zuschauer verfolgten den traurigen Fasnetabschied und gingen von Brunnen zu Brunnen mit. Anschließend folgte das gemeinsame Essen für die enttäuschten Fasnetsucher. Nach einigen Anfängen wurde die Geldbeutelwäsche im Jahre 1936 in das Fasnetgeschehen in Bräunlingen als letzter Akt der närrischen Tage mit aufgenommen. Alles läuft dabei in einer traurigen Ruhe und einer wenig aufmunterten Musik ab.