In welchem Umfang kann die Stadt Vereine, die Jubiläen feiern, finanziell unterstützen? Darum ging es im Gemeinderat. (Symbolfoto) Foto: Boris Roessler/dpa

Soll und kann die Stadt Vöhrenbach Zuschüsse zu Vereinsjubiläen geben? Darüber wurde jetzt im Gemeinderat entschieden. Änderungen gibt es unter anderem bei der Vereinsabgabe.

In diesem Jahr feiert der Musikverein Urach seinen 125. Geburtstag. Im kommenden Jahr feiert der Musikverein Hammereisenbach 100 Jahre gemeinsam mit 25 Jahren Bläserjugend.

 

Ein Zuschuss im von den Vereinen gewünschten Umfang wurde vom Gemeinderat, nicht zuletzt wegen der schwierigen Haushaltslage, abgelehnt, aber die regelmäßige Jubiläumsgabe angepasst.

Martina Weißer, Dieter Weißer und Verena Kienzler vom Vorstand des Musikvereins Urach und Manuela Honeck und Dominik Nock vom Musikverein Hammereisenbach stellten dem Gemeinderat die beiden Jubiläen im Detail vor.

Für die Vereine bedeutet eine solche Großveranstaltung, die gleichzeitig aber auch Werbung für Vöhrenbach mit seinen Ortsteilen ist, eine große finanzielle Belastung. Daher baten die Vereine um eine finanzielle Unterstützung bei den Nebenkosten.

Ganz konkrete Wünsche

Der Musikverein Urach stellte konkrete Wünsche vor: Erlass der Mietkosten für die Festhalle Vöhrenbach beim Jubiläumskonzert, die Müllentsorgung am Festwochenende, Übernahme der Zusatzkosten für Wasser und Abwasser und für den Sanitätsdienst. Insgesamt etwa 2500 Euro. Unabhängig davon bat der Musikverein um die übliche Geldspende der Stadt zum Jubiläum.

Die Situation beim Musikverein Hammereisenbach im kommenden Jahr ist ähnlich, auch hier wird sich aus den entstehenden Nebenkosten ein ähnlicher Betrag ergeben.

Bisher, so die Stellungnahme der Stadtverwaltung, erhielten die Vereine auf Beschluss des Gemeinderates bei einem Jubiläum eine Jubiläumsgabe von fünf Euro je Vereinsjahr, seit dem Beschluss von 2001 unverändert. Das wären für Urach 625 Euro und für Hammereisenbach 500 Euro.

Geänderte Situation

Allerdings wurde von der Verwaltung eingeräumt, dass der Burgzunft Hammereisenbach für das Jubiläum 2025 neben der Jubiläumsgabe ein Zuschuss von 1800 Euro vom Gemeinderat genehmigt wurde. Für andere Jubiläen seit 2024 wie 75 Jahre Heimatgilde, Kraftsportverein Vöhrenbach und in diesem Jahr FC 1926 war nur die Jubiläumsgabe eingeplant.

Aufgrund der schwierigen Finanzlage mit einem negativen Ergebnishaushalt stehen in den kommenden Jahren die finanziellen Mittel nicht mehr wie bisher zur Verfügung.

Die Verwaltung sei sich im Klaren, dass die Vereine ein wichtiger Bestandteil der Gesellschaft und der Stadt sind, aber „sieht sich nicht in der Lage, beide Anträge positiv zu beurteilen“.

Fehler eingeräumt

Mehrere Gemeinderäte räumten ein, dass der Zuschuss an die Burgzunft gerade auch im Blick auf das positive Schlussergebnis ein Fehler war. Von den Gemeinderäten wurden dann verschiedene Möglichkeiten diskutiert. Beispielsweise wurde darüber gesprochen, für jeden Verein einmalig, alternativ nur noch für die beiden Musikvereine, die Festhalle kostenlos zur Verfügung zu stellen. Aber was ist mit Vereinen, welche beim Jubiläum die Festhalle nicht nutzen?

Gebot der Fairness

Einig war man sich, dass man künftig alle Vereine gleich und fair behandeln müsse. Als Möglichkeit wurde ein Zuschuss genannt, falls eine Jubiläumsveranstaltung beispielsweise wegen des Wetters ein Misserfolg wird.

Auch der Uracher Ortsvorsteher Markus Dannecker, selbst Musiker, zeigte Verständnis für diese Entscheidung.

Mehrere Gemeinderäte forderten schließlich, die Vereinsgabe zu erhöhen und damit jedem Verein gleichermaßen den entsprechenden Zuschuss zu gewähren.

Rückwirkend ab 1. Januar wird auf einstimmigen Beschluss hin diese Vereinsgabe bei allen Jubiläen im 25-Jahre-Rhythmus von fünf auf zehn Euro je Vereinsjahr erhöht. Also erhalten auch schon der Musikverein Urach und der FC Vöhrenbach – dieser ohne Antrag – die neue Spende zum Jubiläum.

Die beiden Jubiläen

Urach
Der Musikverein Urach hat gerade mit seinem Jubiläumskonzert in Vöhrenbach seine Feierlichkeiten eröffnet. Highlight ist das große Fest mit Festzelt für 1000 Besucher am Sägenhoflift vom 10. bis zum 13. Juli. Auf dem Programm steht am Freitag Blasmusik ohne Ende, am Samstag die Dirndl- und Lederhosen-Party. Am Sonntag folgt ein Festumzug und am Montag der Handwerker-Hock. Insgesamt rechnet man mit Kosten von rund 80.000 Euro. Insgesamt hofft man auf ein Plus bei der Schlussrechnung.

Hammereisenbach
Beim Musikverein Hammereisenbach sind die Planungen für das Jubiläum vom 9. bis 12. Juli zu diesem frühen Zeitpunkt noch nicht so weit fortgeschritten. Aber das ganze Fest werde noch etwas größer werden als in Urach. Allein das Festzelt am Sportplatz werde größer. Auch hier werden wieder viele Gastkapellen erwartet. Das Unterhaltungsprogramm für den Samstag ist ebenfalls hochkarätig geplant. Highlight in Hammereisenbach wird am Sonntag der Festumzug vom Gasthaus „Hammer“ zum Sportplatz sein.Die Kosten sind noch nicht endgültig kalkulierbar, werden aber wohl deutlich höher liegen als in Urach.