Inmitten der Pfingstferien zieht Inhaber Andrej Zabcic vom „Hecht“ in Sulz eine erste Halbjahresbilanz. „Die Leute sollen weniger grillen, sondern mehr zu uns kommen“, hat der Chefkoch einen schmackhaften Urlaubstipp parat. Foto: Daniel Schneider

Auch wenn die Kundschaft ferienbedingt vielleicht am Strand als in der Gaststube in Sulz sitzt, hat das „Hecht“-Team eine „Geheimwaffe“, mit der es in der Region total gut ankommt.

Viel Sonne, gutes Wetter und eine niedrigere Mehrwertsteuer – wie sieht es da bei der Gastronomie in Sulz aus? Wir haben bei der Traditions-Gaststätte Hecht nachgefragt.

 

Inhaber Andrej Zabcic hat einen differenzierten Blick auf die vergangenen Monate. „Januar, Februar und März waren gut“, blickt der Chefkoch, der den Gasthof 2021 von seinen Eltern übernommen hat, zurück.

Foodtruck kommt an

Auch gebe es zahlreiche Anfragen für den Foodtruck. Anfangs als simple Koch-Alternative auf der Terrasse angeschafft, da die eigentliche Küche komplett saniert wurde, entwickelt er sich mittlerweile zum heiß begehrten Objekt.

„Jetzt wird er auch bei Hochzeiten und Firmenfeiern bestellt“, erläutert Zabcic. In diesen Segment wolle man die Nutzung auch noch ausbauen. Auch die Besucher von Easter-Cross in Oberndorf oder Rock am Burghaldenwald in Vöhringen konnten sich über schmackhaftes Essen aus Sulz freuen.

Ganze Region profitiert

Bei dem von „Nightfire Events“ veranstalteten Festival kommen gut und gerne bis zu 8500 Fans nach Vöhringen. Und wer im Juli Tickets fürs RV Bang-Festival in Balingen ergattert hat, kann davon ausgehen, auch Leckeres vom „Hecht“ zu bekommen.

Aber nicht nur im Landkreis Rottweil oder dem Zollernalbkreis ist der Truck aus Sulz unterwegs. Auch die Hochdorfer Brauerei hat ihn für ein Fest geordert – also auf in den Kreis Calw.

Ein tolles Team

Allerdings läuft es nicht in allen Sektoren so gut. „In den letzten Wochen – also als der Irankrieg angefangen hat und die Spritpreise stiegen – ist es weniger geworden“, zieht er Bilanz. Und auch gerade jetzt kommen deutlich weniger Leute. Andererseits – „Vielleicht sind die jetzt alle in den Pfingstferien“, überlegt Zabcic.

Volles Haus hingegen habe es am Muttertag gegeben. „Da war extrem viel los“, erinnert er sich an die für die Gäste schöne, für die Belegschaft wohl etwas stressige Zeit. Aber auch wenn es alle Hände voll zu tun gibt, kann er sich auf sein Team verlassen. „Lustig ist es allemal“, freut er sich.

Weniger Übernachtungen

Auch bei den Übernachtungen ist eine veränderte Nachfrage festzustellen. Hatte es 2024 nur eine Auslastung von 36 Prozent gegeben, stiegen die Zimmerbelegungen im vergangenen Jahr enorm an. „Letztes Jahr um diese Zeit waren wir immer voll“, erklärt er.

Momentan sei man zwar auch belegt – „aber nicht so wie 2025“, spricht er die Schwankungen an. Eine gastronomische Veränderung hatte es in Sulz erst kürzlich gegeben. Nach 37 Jahren öffnete Evangelia „Litsa“ Stefani am 30. April ihre „Blaue Grotte“ zum letzten Mal – jetzt hat sich die Wirtin in den Ruhestand verabschiedet.

Sommer macht Hoffnung

Merkt man davon beim „Hecht“ etwas? „Da kann ich keinen Unterschied feststellen“, meint Zabcic hinsichtlich wechselorientierter Stammkunden. Aber trotz der momentanen ruhigen Zeit ist er optimistisch.

„Ich hoffe, dass der Sommer besser wird“, blickt er nach vorne. Und hat – auch wenn der kalendarische Sommeranfang noch auf sich warten lässt, die Tagestemperaturen mit über 30 Grad aber trotzdem hoch sind – noch einen augenzwinkernden Rat parat.

Cevapcici und Enchilada

„Die Leute sollen weniger grillen, sondern mehr zu uns kommen“, sagt er lachend. Dabei spricht er allerdings eine reale Gefahr an. Denn aufgrund der seit dem Pfingstwochenende herrschenden hochsommerlichen Temperaturen bittet das Forstamt Rottweil die Bevölkerung ausdrücklich auf das Grillen an offiziellen Feuerstellen zu verzichten.

„Deshalb ist die Waldbrandgefahr ab sofort wieder sehr ernst zu nehmen“, heißt es in der Mitteilung des Landratsamtes. Schließlich kann man in der Gaststube des „Hechts“ Cevapcici, Pfefferrahmsteak oder vegetarische Enchilada genießen – ganz ohne Angst, aus Versehen seine Umgebung in Brand zu stecken.