Unser Leser hat eine klare Meinung. Foto: Schwarzwälder Bote

Zur Hauptversammlung der Irma-West-Gesellschaft Hechingen meint unser Leser Michael Hakenmüller Folgendes.

Zum Bericht über die Hauptversammlung der Irma-West-Gesellschaft Hechingen vom 11. Mai heißt es:

 

Man kann es freilich „sportlich“ sehen: Auch bei Kaugummi-Automaten war und, sofern es diese überhaupt noch gibt, ist es spannend, wenn es sich bei der Verpackung herausstellt, dass es sich um ein meist nur allein schon mit Spucke auf der Haut abziehbares Tattoo handelt, das sich beim ersten Waschen wieder verflüchtigt.​

Wer indes nach „Herold“ googelt, erkennt, welches Ehrenamt dies im Mittelalter war – also auch bei der anlässlich des jährlich gefeierten Irma-West-Kinder- und Heimatfestes dargestellten „Hohenzollerischen Hochzeit“ von 1598, und wundert sich nicht, dass wie für den „Vogt“ auch ein solches „Amt“ beim Irma-West-Kinderfest zu erlangen, für uns früher noch eines der größten Ziele bedeutete – meist mit schulischen Leistungen verbunden – und viele Jahre über noch allseits in Erinnerung blieb.

Wenn das Amt eines „Herold“ mitsamt dem Fest nun von den Organisatoren mit einem Tattoo attraktiv gemacht werden soll, auf dem wahlweise ein Motorrad und gar ein Totenkopf dargestellt ist, wirft dies erhebliche Fragen auf: Wird mit diesen Zeichen nicht an dem zumindest von dem Stifter dieses Kinderfestes, Fred West, in Gedenken an seine schon als Kind gestorbene Tochter Irma vorbei gehandelt?

„. Sie vermitteln genau das Gegenteil“

Etwas anders wäre es, wenn es sich um ein Jugendfest handeln würde. Die Verwendung von Totenköpfen ist mittlerweile ein Teil der Subkultur geworden, manchmal auch der rechtsnationalen oder gar -radikalen Szene in Deutschland. Sie vermitteln genau das Gegenteil von dem, was Fred West auch beabsichtigte. Nämlich den noch sehr jungen Bürgern seiner Heimatstadt Leben wie Zukunft zu unterstützen.

Wer als Kind mal in einem Schädel- beziehungsweise Beinhaus war, empfindet noch mehr, welche Bedrückung sich hier einstellen kann.

„Er steht für die Hoffnung“

Der Herold in der Zollernstadt ist jedoch ein Sachwalter und Organisator eines meist fröhlichen Festes. Er steht für die Hoffnung und das Positive, ohne die das menschliche Leben zumal für Kinder nicht möglich ist. Denken wir nun an die vielen Toten auf den Schlachtfeldern in der Ukraine und im Nahen Osten.

Zudem ist der freundlich gezeichnete Hechinger Herold ja zuvorderst in Weiß, und erst dann in Schwarz gekleidet. Jedenfalls wir Kinder vor 60 Jahren haben erlebt, wie tröstlich und ergreifend es ist, wenn am Ende der Festhandlung noch wie ein Herolds-Ruf in die dunkle Nacht hinaus das „Hört ihr Herrn und lasst Euch sagen...“ gesungen wurde (es lohnt sich, alle drei Strophen nachzulesen) und dazu alsbald die Kirchenglocken von St. Jakobus läuteten.

Michael Hakenmüller,Hechingen

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