Die viel beachtete Ausstellung „Elsass 1940-45“ im Dreiländermuseum endet.
Die erfolgreiche Sonderausstellung hat am Sonntag, 23. November, Finissage. Noch bis dahin besteht die Gelegenheit, die Schau zu besuchen und an den letzten Veranstaltungen teilzunehmen.
Am Samstag, 22. November, um 11.30 Uhr führt der Historiker Marlon Zimmermann ein letztes Mal öffentlich durch die Ausstellung. Am Sonntag, 23. November, ab 17 Uhr, wird im Rahmen der Finissage ein neuer, 15-minütiger Interview-Film der Müllheimer Filmemacherin Kerstin Pommerenke mit dem elsässischen Zeitzeugen Roger Lambert aus Hüningen gezeigt. Darin berichtet er vor allem vom Ende der Besatzungszeit. Anschließend lädt Museumsleiter Jan Merk zum Abschlussgespräch und zu einem Glas Sekt oder Saft ein.
Enge Zusammenarbeit
Die Ausstellung, die in enger Zusammenarbeit mit der Bibliothèque nationale et universitaire de Strasbourg und der Württembergischen Landesbibliothek Stuttgart entstand, verzeichnete mit bisher über 8 100 Besuchenden einen großen Erfolg. Neben zahlreichen Einzelbesuchenden nahmen über 50 Gruppen an Führungen teil.
Besonders viele Schulklassen aus allen drei Ländern nutzten das Angebot und setzten sich im Anschluss in museumspädagogischen Formaten mit Themen wie Gedenken und Aufarbeitung oder der Propagandaanalyse auseinander.
Auch neue Veranstaltungsformate wie das Erzählcafé fanden großen Zuspruch – unter anderem dank der Beteiligung von Zeitzeugen aus dem Elsass. Überhaupt zeigte sich ein deutlich erhöhtes Besucherinteresse aus Frankreich.
Anregende Diskussionen
Inhaltlich regte die Ausstellung zu intensiven Diskussionen an – sowohl im Rahmen von Führungen und Veranstaltungen als auch in den zahlreichen Einträgen des Besucherbuchs. Besonders häufig wurden die Themen Sprache, Propaganda, NS-Vernichtungspolitik und Befreiung thematisiert. Aber auch weniger bekannte Aspekte wie die Rolle der Frauen im Reichsarbeitsdienst oder die elsässische Autonomiebewegung stießen auf großes Interesse.
Viele Besucher nutzten den Ausstellungsbesuch, um über die Vergangenheit und die eigene Familiengeschichte nachzudenken. Dabei wurden oft deutsch-französische Beziehungen thematisiert – familiäre wie freundschaftliche.
Zugleich betonten viele die aktuelle Relevanz der Ausstellungsthemen, insbesondere auch junge Menschen, die an den Reflexionsangeboten teilnahmen.
Viele Schüler kamen
Museumsleiter Jan Merk betont angesichts des großen Zuspruchs aus allen drei Ländern, auch von Gruppen und Schulklassen aus der Schweiz, wie wichtig es ist, sich der Geschichte differenziert grenzüberschreitend zu nähern. Das Thema wird auch in die Neugestaltung der Dauerausstellung einfließen. In einer Zeit, in der historische Ereignisse zunehmend vereinfacht oder für politische Zwecke umgedeutet werde, schaffe dies Räume für fundierte Auseinandersetzung und offenen Dialog .