Freuen sich bereits auf das Erscheinen der Broschüre von „Das Dritte Reich und wir“ (von links): Ute Scholz, Gerhard Mengesdorf, Erwin Müller von der Bürgerstiftung und Hubert Urstöger. Foto: Helen Moser

Einen tiefen Blick in die Zeit des Nationalsozialismus vor der eigenen Haustür warf und wirft die St. Georgener Projektgruppe von „Das Dritte Reich und wir“. Damit die Erkenntnisse nicht verloren gehen, sollen sie in einer Broschüre zusammengefasst werden.

Zahllose Stunden haben die Mitglieder der St. Georgener Gruppe des Projekts „Das Dritte Reich und wir“ seit Beginn ihrer Anstrengungen aufgewendet, um einen besseren Einblick in die Zeit des Nationalsozialismus (NS) in der Bergstadt zu erhalten. Sie haben alte Gegenstände gesammelt, mit Zeitzeugen gesprochen, Quellenmaterial aller Art ausgewertet.

 

Dabei haben die Gruppenmitglieder so einiges zutage befördert. „Damit die Arbeit nicht verpufft“, wie Gerhard Mengesdorf, einer der Initiatoren des Projekts, sagt, und die Erkenntnisse der Projektgruppe lange und für so viele Menschen wir möglich erhalten bleiben, soll eine Broschüre zu dem Thema entstehen.

Im Kern soll die Broschüre die wichtigsten Informationen der Abschlussausstellung „Verdrängt, verdeckt, vergessen“ wiedergeben. Mit dieser hatte die Projektgruppe von „Das Dritte Reich und wir“ im Frühjahr 2023 die Ergebnisse ihrer bis dato etwa anderthalbjährigen Recherchearbeit der Öffentlichkeit präsentiert. Doch die Ausstellung kann nicht dauerhaft gezeigt werden. Und so kommt die geplante Broschüre ins Spiel: Mit dieser könne jeder die Inhalte der Ausstellung jederzeit greifbar bei sich zuhause haben, erklärt Ute Scholz.

Zahlreiche verschiedene Gegenstände hat die Projektgruppe im Zuge ihrer Recherche zusammengetragen. (Archivfoto) Foto: Scholz

Doch die Broschüre soll thematisch noch über die Themenschwerpunkte der Ausstellung hinaus gehen, berichtet Mengesdorf, und einen Gesamtüberblick über die Lage in St. Georgen in der NS-Zeit liefern. Und auch weitere Rechercheergebnisse der Projektgruppe sollen einbezogen werden. Denn die Abschlussausstellung von „Das Dritte Reich und wir“ bedeutete für die Projektgruppe längst noch nicht den Abschluss ihres Engagements. „Es war eigentlich gleich nach der Ausstellung klar, dass wir weitermachen wollen“, sagt Gruppenmitglied Hubert Urstöger.

Gedenkstätte soll entstehen

So ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass die Gruppe sich über die Veröffentlichung der Broschüre schon weitere Ziele gesetzt hat. Im Gespräch ist beispielsweise ein Gedenkort für NS-Opfer, „die bislang kein Gedenken finden“, wie Mengesdorf sagt. Besonders im Fokus der Projektgruppe stehen dabei Euthanasie-Opfer, von denen die Gruppenmitglieder in St. Georgen 14 recherchieren konnten. Die Recherche in diesem Bereich soll im kommenden Jahr noch einmal verstärkt in Angriff genommen werden, erklärt Mengesdorf. Bisweilen gestalte es sich sehr schwierig, an Informationen zu kommen. „Dazu brauchen wir Zeit.“

Unterstützung von Bürgerstiftung

Aktuell liegt der Fokus daher auf der Broschüre, die Mengesdorf zufolge am Volkstrauertag erscheinen soll. Damit hat die Projektgruppe ein großes Vorhaben ins Auge gefasst. Und die Erstellung ist nicht nur aufwendig, sondern bedarf auch einiger finanzieller Mittel. Unterstützung gab es in diesem Bereich nun von der Bürgerstiftung St. Georgen: Deren Vorsitzender Erwin Müller übergab Mengesdorf, Scholz und Urstöger jüngst den Zuwendungsbescheid für eine Spende von 1000 Euro, welche die Projektgruppe in ihre Broschüre stecken wird.

Projekt unterstützen

Spenden
Auch Privatleute können die Projektgruppe unterstützen: Um weitere Gelder für die Veröffentlichung der Broschüre zu generieren, hat diese eine Crowdfunding-Kampagne ins Leben gerufen. Diese ist online unter www.startnext.com/broschuere-das-dritte-reich abrufbar. Überweisungen sind auch direkt an das eigens eingerichtete Konto mit IBAN DE71 6945 0065 0151 0901 08 möglich.