Etwa Ende März soll die Erschließung des Baugebiets Mittelfeld III in Simmozheim beendet sein. Foto: Jeanette Tröger

Der Neubau des Bürgerzentrums mit Mediathek und der Kindertagesstätte mit Wohnungen in der Ortsmitte sowie die Erschließung des Neubaugebiets Mittelfeld III waren 2024 die bestimmenden Großprojekte – so geht es im neuen Jahr weiter.

Zum Jahreswechsel haben wir dem Simmozheimer Bürgermeister einige Fragen zur Entwicklung der Gäugemeinde 2024 sowie der allgemeinen Lage gestellt und Stefan Feigl um einen Ausblick für 2025 gebeten.

 

Ganz allgemein gefragt: War 2024 ein gutes Jahr für Ihre Gemeinde? Und warum oder warum nicht?

2024 war für Simmozheim ein gutes Jahr. Wir haben unsere Entwicklung weiter vorangetrieben und sind auf einem guten Weg.

Was war 2024 der wichtigste Meilenstein für Ihre Gemeinde?

Wir haben unsere großen Projekte, den Neubau des Bürgerzentrums mit Mediathek und der Kindertagesstätte mit Wohnungen in der Ortsmitte, sowie die Erschließung des Neubaugebiets Mittelfeld III weiter vorangetrieben und stehen bei diesen Großprojekten kurz vor dem Abschluss. Die letzten Ausschreibungen laufen und es zeigt sich, dass die in diesen schwierigen Zeiten unvermeidlichen Mehrkosten im Rahmen bleiben. Das gibt uns für die Zukunft Sicherheit.

Welches Projekt wird für Ihre Kommune 2025 das wichtigste sein?

Wir möchten die genannten Projekte mit Leben füllen. Hier zähle ich auf unsere engagierte Bürgerschaft. Ich denke hier vor allem an das geplante ehrenamtlich betriebene Dorfcafé und die Mediathek. Unser neues Bürgerzentrum soll in den nächsten Jahren zum Herz des gesellschaftlichen Lebens in Simmozheim werden. Wir werden die notwendige Unterstützung geben.

Auch den ersten Bauabschnitt für den Dorfplatz möchten wir angehen. Sorgen bereiten uns noch die geplanten Senioreneinrichtungen (Betreutes Wohnen, Wohn- und Pflegeeinrichtung, Tagespflege), hier hoffen wir auf verbesserte Rahmenbedingungen für die Investoren. Hier ist auch die Politik gefordert.

In unserem neuen Baugebiet Mittelfeld III wird das Leben einziehen. Wir beginnen mit der Vermarktung der gemeindlichen Bauplätze und sorgen für neuen Wohnraum und gleichzeitig für die Gegenfinanzierung unserer sozialen Großprojekte. Damit verbunden ist die Neugestaltung unseres westlichen Ortseingangs mit dem neuen Kreisverkehr, einer Baumallee und neuen Geh- und Radwegen. Dazu unser neuer Naturspielplatz, den wir zusammen mit den Simmozheimer Kindern entwickelt haben. Schauen Sie sich an, was dort auch gestalterisch entsteht. Das hat alle Mühen gelohnt.

2025 ist Bundestagswahl. Was für eine Regierung wünschen Sie sich?

Eine Regierung, die endlich die nutzlose Bürokratie zurückfährt, die uns lähmt. Eine übertriebene Datenschutzgrundverordnung, Dienst- und Sicherheitsvorschriften, die zum Selbstzweck werden, sinnlose Dokumentationspflichten, die Umsatzbesteuerung der öffentlichen Hand, die Verhinderungsinstrumente der Naturschutzverbände trotz strenger rechtlicher Umweltvorgaben – das sind nur einige Beispiele. Wenn wir so weitermachen, werden sich in unserem Land immer weniger Menschen finden, die sich für die Weiterentwicklung unseres Gemeinwesens einsetzen beziehungsweise noch Zeit und Lust dazu haben. Das ideologisch motivierte Blockieren, Verhindern, Verzögern und Verteuern aus einer Position des satten Wohlstands heraus hat gerade Hochkonjunktur. Das darf nicht so bleiben.

Wenn Sie plötzlich Bundeskanzler wären – würden Sie das Amt annehmen? Und worum würden Sie sich zuerst kümmern wollen?

Ich bin gerne Bürgermeister – solange man noch etwas bewegen kann.

Ständig ist seit einiger Zeit die Rede von künstlicher Intelligenz (KI). Was glauben Sie: Welche Aufgaben kann eine KI bis 2030 in Rathäusern übernehmen?

Ich hoffe ehrlich gesagt, dass auch in Zukunft der Mensch die Entscheidungen trifft. Außerdem bin ich gespannt, wie KI und Datenschutz zusammen gehen sollen.

Hesse-Bahn und Krankenhaus Calw sollen beide 2025 fertig werden. Sind diese Projekte für Ihre Gemeinde und deren Bürger eher Bereicherung oder finanzielle Belastung?

Schauen Sie sich das Kostendesaster bei der Hesse-Bahn an. Mitten in der umgebenden Naturlandschaft einen Fledermaustunnel im Tunnel mit einem unfassbaren Kostenaufwand bauen zu müssen, das kann man meiner Meinung nach nicht mehr vernünftig erklären – siehe oben. Und für die so wichtigen Krankenhäuser fehlt dann das Geld. Die Zeche dafür bezahlen letztlich die Gemeinden über die Kreisumlage, zuletzt also jeder einzelne Bürger.

Was sollte der Kreis Calw unbedingt haben – an Gebäuden, Angeboten oder auch Freizeitmöglichkeiten (lassen wir dabei mal außer acht, ob das realistisch wäre)?

Ich denke, wir sind in unseren Gemeinden und im Landkreis insgesamt gut aufgestellt und es wird in Zukunft darum gehen, den erreichten hohen Standard überhaupt halten zu können. Das betrifft vor allem die Krankenhäuser und den ÖPNV.

Überall fehlt es an Geld, die Konjunktur schwächelt, die Ausgaben sind hoch. Schnell heißt es in solchen Zeiten, Städte und Gemeinden würden die Kassen mit Bußgeldern füllen. Aber mal in Zahlen: Wie viel nimmt Ihre Gemeinde eigentlich pro Jahr tatsächlich mit Bußgeldern ein? Und wie viel Prozent der Haushaltserträge macht das aus?

Sie werden erstaunt sein, das weiß ich nicht. Wir haben im GVV Althengstett zusammen zwei Gemeindevollzugsbeamtinnen, und die sorgen mit Augenmaß für die Ordnung im ruhenden Verkehr. Hier steht nicht die Einnahmeerzielung im Vordergrund. Für andere Bußgelder im Straßenverkehr ist nicht die Gemeinde Simmozheim, sondern das Landratsamt zuständig.

Was wird 2025 die größte Herausforderung für Ihre Gemeinde?

Die Realisierung der für die Zukunft so wichtigen Senioreneinrichtungen (Investorengebäude) in der Ortsmitte zu erreichen. Denn das haben wir leider nicht selbst in der Hand.

Und zu guter Letzt noch etwas Persönliches: Was war Ihr schönster Moment 2024?

Als Bürgermeister: Zu beobachten, was gerade baulich in unserem Ort entsteht. Unser Gemeindeentwicklungskonzept „Perspektive Simmozheim 2030“ geht auf!