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Darts Das Übertragen einer Randsportart

Von
Die richtige Wurftechnik beherrscht Robert Marijanovic. Für eine Woche ist er zum Zuschauen verdammt, dann kommentiert der Profi aus der Kommentatorenkabine heraus. Foto: PDC Europe

Der Freudenstädter Robert Marijanovic gehört zu den besten vier Dartspielern Deutschlands. Ab dem heutigen Samstag überträgt der TV-Sender SPORT1 eine Woche lang den Grand Slam of Darts und Robert Marijanovic wird als TV-Experte bei uns im Einsatz sein. Wir haben uns vorab mit ihm unterhalten.

Herr Marijanovic, schon auf dem Weg in Richtung München?

Robert Marijanovic: Nein, gestern musste ich nochmal arbeiten, ab heute geht es um 14 Uhr los in Richtung München zum Sender SPORT1 ins Studio. Dort werde ich für eine Woche während des Grand Slam of Darts als TV-Experte im Einsatz sein.

Freuen Sie sich schon darauf?

Natürlich möchte man als Spieler immer gerne selbst aktiv dabei sein, aber ich schaue mir das ja auch in meiner Freizeit gerne an. Ich bin gespannt darauf, die Produktion zu sehen und mitkommentieren zu dürfen. Wäre ich nicht beim Sender dabei, säße ich wahrscheinlich zu Hause auf der Couch und würde die Spiele meiner Frau gegenüber kommentieren.

Sie sind nicht das erste Mal gefragter Experte beim Kommentieren. Was bereitet Ihnen Spaß dabei, wenn man doch zum Zuschauen verdammt ist?

Neben den Hauptkommentatoren habe ich die Expertenrolle. Ich versuche, spezifische Situationen zu erklären. Die Zuschauer interessiert vielleicht, was denkt der Spieler gerade in dieser oder jener Drucksituation, sie wollen genaueres wissen. Dann springe ich ein.

Und gelingt das?

Vor einem Jahr habe ich angefangen, mitzukommentieren. Da war es schon noch ungewohnt. Auch die eigene Stimme zu hören war zunächst komisch. Aber man nimmt es ja nicht wirklich wahr.

Sind Sie souveräner geworden?

Ich denke schon. Ich mache es neben vier bis fünf Darts-Experten in Deutschland seit meinem Anfang immer regelmäßiger. Panik macht eigentlich nur, dass man manchmal denkt, "Oh je, jetzt habe ich was Falsches gesagt". Das geht in Sekundenschnelle und ist heute durch Social Media natürlich direkt verbreitet.

Sekundenschnell müssen Sie auch im Spiel denken, etwa wenn es darum geht, mit drei Pfeilen einen Rest von 96 runterzuwerfen.

Dann weiß ich sofort Triple 20 und Double 18. Treffe ich nach dem Triple 20 nur die einfache 18, bleibt mir immer noch die Double 9. Alle Finishes hat man komplett auswendig drauf, man weiß sofort was noch Rest ist und braucht dazu keinen Caller. Und das ist denke ich auch das, was die Zuschauer interessiert, das Spiel ist ja rasant schnell. Wieso wählt er diese Strategie, warum zielt er auf diese und nicht auf eine andere Zahl? Der Sport ist hoch komplex.

Dann sind Sie eine Art Tippgeber?

Ja. Ich kann die Sachverhalte erklären und erläutern, gebe auch Trainingseinheiten und entsprechende Tipps.

Schauen Sie auch von den Besten ab?

Klar, guckt man und fragt sich: Was machen die und wie machen sie es? Man beobachtet die mentalen Fähigkeiten der Spieler, was passiert unter Drucksituationen? Warum werden sie nicht panisch, wenn ich es werde? Was für Material benutzen sie? Solche Dinge.

Nervt es Sie, "nur" der viertbeste deutsche Dartsspieler zu sein?

Nein, überhaupt nicht, ich bin zum Beispiel sehr gut befreundet mit Gabriel Clemens. Wenn man einmal eine Profitour miterlebt hat, die Strapazen gesehen oder durchgemacht hat – Flüge, Züge, Verspätungen, Hotels – und sich dafür noch Urlaub nehmen muss, dann freue ich mich für jeden, der nach vorne kommt und gönne ihm den Erfolg.

Sie müssen ja kommenden Samstag, 16. November, die WM-Quali spielen.

Richtig, dann geht es für mich nach Hildesheim zum Superleague Finale.

Und wie sehen Sie Ihre Chancen?

Letztes Jahr war ich noch Mitfavorit, dieses Mal hat mich in der Vorbereitung eine Schulterverletzung zurückgeworfen. Ich halte mich für fähig mitzuhalten, aber es wäre schon überraschend, würde ich es packen.

Dann müssen Sie Ihre Stärken ausspielen.

Ich habe jahrelang über vier bis fünf Stunden am Stück trainiert. Jetzt muss ich immer wieder Pausen einlegen, mich viel mehr aufwärmen und den Arm kreisen lassen. So ein Schulterproblem löst sich nicht eben binnen ein paar Tagen oder Wochen. Hätte ich das nicht, wäre ich zwar immer noch nicht der Spieler mit einer genialen Doppelquote, aber ich verfüge über ein gutes Timing – dann bin ich kurzfristig da, wenn der Gegner mal patzt.  

Die Fragen stellte Michael Stock.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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