Die Journalistin Daphne Caruana Galizia ist durch eine Autobombe getötet worden. Foto: dpa/Rene Rossignaud

Im Oktober 2017 wird die Journalistin Daphne Caruana Galizia von einer Autobombe in Malta getötet. Jetzt hat sich einer von drei Angeklagten schuldig bekannt.

Valletta - Überraschende Wende im Mordfall der in Malta umgebrachten Journalistin Daphne Caruana Galizia: Einer von drei Männern, die wegen Mordes an der Bloggerin Daphne Caruana Galizia vor Gericht stehen, hat sich am Dienstag schuldig bekannt. Bisher hatten alle drei die Tat bestritten. Die Frau war am 16. Oktober 2017 in ihrem Auto in die Luft gesprengt worden. Sie hatte über Korruption in Politik und Wirtschaft in ihrem Land recherchiert. Im Zusammenhang mit dem Fall musste der damalige maltesische Premierminister Joseph Muscat 2020 seinen Posten abgeben.

Der Angeklagte und sein Anwalt teilten jetzt dem Gericht in Valletta mit, dass er die Vorwürfe zur Beteiligung an dem Attentat zugebe. Danach könnte ein schnelles Urteil gegen den Mann folgen. In den maltesischen Medien gab es Berichte über eine mögliche Übereinkunft für eine Strafmilderung oder Begnadigung im Gegenzug für Informationen. Dabei ging es laut der Zeitung „Times of Malta“ jedoch um einen anderen Mordfall von 2015, in den der Mann verwickelt sein soll.

Es laufen mehrere Verfahren wegen des Anschlags auf Daphne Caruana Galizia. Außer dem Prozess gegen die drei Mord-Beschuldigten wurde der Unternehmer Yorgen Fenech im November 2019 als ein mutmaßlicher Drahtzieher festgesetzt. Alle bestritten bislang die Vorwürfe. Fenech sagte zudem aus, dass ein Vertrauter Muscats hinter der Verschwörung gestanden habe.

  
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